Psychosozialer Dienst hilft bei Trauer zu Allerheiligen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Hände halten Licht, Pflanze wächst, Kalender 1. November, Kerze brennt
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Psychosoziale Dienst des Landes Salzburg bietet kostenlose Beratung an – im Vorjahr nahmen 1.914 Personen das Angebot in Anspruch.

Am 1. November gedenken Christinnen und Christen ihrer Verstorbenen. Für Hinterbliebene kann diese Zeit emotional herausfordernd sein. Erna Karl, Leiterin des Psychosozialen Dienstes (PSD), rät zur Vorbereitung: „Was war der Auslöser meiner Traurigkeit in den vergangenen Jahren? Was hilft mir persönlich, mit dieser Traurigkeit umzugehen?“ Rituale wie eine Kerze am Grab oder eine Andacht können den Tag strukturieren.

Resilienz als Schlüssel zur Bewältigung

Ziel sei es, Resilienz zu entwickeln – die Fähigkeit, schwierige Situationen zu meistern und gestärkt daraus hervorzugehen. „Resiliente Menschen verfügen über eine hohe psychische Widerstandskraft und schaffen es, Krisen zu bewältigen“, erklärt Karl. Bewältigungsstrategien seien individuell: Musik hören, Sport, Lesen, kreatives Schaffen oder Gespräche mit Vertrauten. Wichtig sei, die eigenen Grenzen zu erkennen und Entspannungstechniken anzuwenden.

Wann professionelle Hilfe nötig ist

Reichen persönliche Strategien nicht mehr aus, ist Unterstützung wichtig. Warnsignale sind laut Karl anhaltende Schlafstörungen, das Gefühl, Aufgaben nicht mehr bewältigen zu können, oder Ängste wie die Unfähigkeit, die Wohnung zu verlassen. Der PSD ist erste Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Suchtproblemen und deren Angehörige. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich, eine E-Card wird nicht benötigt.

Erreichbar ist der Dienst unter +43 5 7599 3599, montags bis donnerstags von 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, freitags von 8.30 bis 12 Uhr.

Umfassendes Beratungsangebot in allen Bezirken

Der PSD bietet in allen Salzburger Bezirken psychologische Beratung, Sozialberatung, psychiatrische Konsultationen, Angehörigenberatung und Psychoedukation. Im Pongau, Lungau und Pinzgau gibt es bei Bedarf zusätzlich Psychotherapie. Vermittlung weiterführender Behandlungen und enge Kooperation mit anderen Einrichtungen gehören ebenfalls zum Service.

Breite Nutzung durch alle Bevölkerungsgruppen

2025 betreute der PSD 1.914 Personen, davon 31 Prozent erstmals. Die größte Altersgruppe bildeten 50- bis 59-Jährige, die meisten Klientinnen und Klienten kamen aus der Stadt Salzburg. Die Erwerbssituation spiegelt die gesamte Gesellschaft wider: Rund 29 Prozent bezogen AMS-Leistungen oder waren in Karenz, etwa 21,5 Prozent waren voll erwerbstätig.

Hotlines für akute Krisen

Bei akuten Notfällen stehen mehrere Anlaufstellen zur Verfügung:

  • Krisenintervention Salzburg: +43 662 433351

  • Telefonseelsorge: 142

  • Rat auf Draht (Kinder, Jugendliche, Eltern): 147

  • Notruf für Gehörlose und Hörbehinderte: 0800 133133

  • Kindernotruf: 0800 567567

  • Krisenhotline für Schwangere: 0800 539935

Die WHO definiert psychosoziale Gesundheit als Zustand des Wohlbefindens, in dem Menschen ihre Fähigkeiten ausschöpfen, alltägliche Sorgen bewältigen und produktiv arbeiten können. Faktoren wie Selbstvertrauen, soziale Beziehungen, Arbeitsbedingungen und finanzielle Mittel spielen dabei zusammen.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Allerheiligen_Was_hilft_wenn_Trauer_zur_seelischen_Belastung_wird

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