PtL-Kerosin macht Fliegen nur bedingt klimafreundlicher

Mathias FischerMathias Fischer
Flugzeug hinterlässt Kondensstreifen am blauen Himmel über Österreich
© hochschule-burgenland.at

Synthetischer Flugtreibstoff aus Strom, Wasserstoff und CO₂ kann fossiles Kerosin ersetzen – doch eine Bachelorarbeit der Hochschule Burgenland zeigt: Allein reicht das nicht, um den Luftverkehr klimaneutral zu machen.

Benjamin Paul hat im Studiengang Energie- und Umweltmanagement an der Hochschule Burgenland in Pinkafeld untersucht, wie stark Power-to-Liquid-(PtL)-Kerosin die Klimabelastung des Flugverkehrs verringern kann. Seine Analyse zeigt: Der alternative Treibstoff ist nur unter bestimmten Voraussetzungen wirksam.

Im Jahr 2025 unternahmen Österreicherinnen und Österreicher laut Statistik Austria rund 5,2 Millionen Urlaubsreisen mit dem Flugzeug. Angesichts der steigenden Nachfrage – auch in den Herbstferien – gewinnt die Frage nach klimaschonenderen Alternativen an Bedeutung.

Herstellung und Unterschied zu fossilem Kerosin

Für die Produktion von PtL-Kerosin werden Wasser, CO₂ und elektrische Energie benötigt. Anders als bei fossilem Kerosin wird kein zusätzlicher Kohlenstoff aus Erdöl verwendet. Der Student verglich mehrere bereits publizierte Studien und bewertete deren Resultate.

Klimawirkung hängt von Strom- und CO₂-Quelle ab

Nicht jede Variante des synthetischen Treibstoffs ist automatisch umweltfreundlich. Die Klimabilanz hängt stark davon ab, woher der Strom stammt und aus welcher Quelle das CO₂ gewonnen wird. PtL-Kerosin ist daher keine pauschale Lösung.

Am besten schneiden jene Varianten ab, die erneuerbaren Strom und CO₂ aus der Luft nutzen. Diese Kombination erreicht die niedrigsten Emissionswerte.

Nicht-CO₂-Effekte machen Großteil der Klimawirkung aus

Paul berücksichtigte in seiner Arbeit auch, dass der Luftverkehr neben CO₂ weitere klimaschädliche Effekte verursacht. Dazu zählen Kondensstreifen, Rußpartikel und Stickoxide. Diese sogenannten Nicht-CO₂-Effekte machen den Großteil der negativen Gesamtklimawirkung aus.

In diesem Bereich stellt PtL-Kerosin eine vielversprechende Alternative dar, unter anderem durch eine verminderte Rußbildung und das damit verbundene Entstehen von Kondensstreifen-Zirren – künstliche Eiswolken, die aus Flugzeugabgasen entstehen.

Wachstum des Flugverkehrs als Herausforderung

Die Ergebnisse zeigen zudem: Wenn der Flugverkehr wie prognostiziert weiter um jährlich fünf Prozent wächst, reicht ein alternativer Treibstoff allein nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. PtL-Kerosin kann einen wichtigen Beitrag leisten, ist aber nur ein Baustein auf dem Weg zu klimafreundlicherem Fliegen.

Studiengang in Pinkafeld

Das Bachelorstudium Energie- und Umweltmanagement wird an der Hochschule Burgenland in Pinkafeld als Vollzeit-Variante über sechs Semester sowie berufsbegleitend angeboten. Der Studienort verfügt über eines der modernsten Labore im österreichischen Hochschulsektor. Studiengebühren werden nicht erhoben.

Eine Anmeldung für das Studienjahr 2027/28 ist ab 3. November möglich. Die Anmeldefrist läuft für alle Bachelorstudiengänge bis 31. März, für alle Masterstudiengänge bis 31. Mai.

Quelle: https://hochschule-burgenland.at/ueber-uns/news-presse/pressemitteilungen/detail/wissenschaftliche-analyse-flugverkehr-durch-ptl-kerosin-nur-bedingt-klimafreundlicher

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