PVÖ fordert verpflichtende Hitzeschutzpläne für Heime

Der Pensionistenverband Österreichs verlangt verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen für Alten- und Pflegeheime. Hunderte Menschen sterben jährlich an den Folgen extremer Temperaturen – die meisten davon sind Senioren.
Angesichts der angekündigten Hitzewelle verlangt der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) verbindliche Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Personengruppen. Im Zentrum der Forderung stehen Alten- und Pflegeheime, deren Bewohner aufgrund ihres Alters oder gesundheitlicher Einschränkungen besonders gefährdet sind. In Österreich sterben jährlich mehrere hundert Menschen an den Folgen extremer Hitze – überwiegend ältere Personen.
„Hitze ist für ältere Menschen weit mehr als eine Unannehmlichkeit. Sie kann lebensbedrohlich sein. Deshalb darf Hitzeschutz nicht vom Engagement einzelner Einrichtungen oder vom Wohnort abhängen, sondern muss überall in Österreich verbindlich geregelt sein“, erklärt PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. Wo Menschen dauerhaft betreut und gepflegt werden, müsse der Schutz vor extremer Hitze ein verbindlicher Bestandteil der Pflege- und Gesundheitsvorsorge sein.
Umsetzung erfolgt unterschiedlich
Zwar existiert in Österreich ein Nationaler Hitzeschutzplan sowie Empfehlungen für Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Die Umsetzung entsprechender Konzepte ist jedoch nicht bundesweit verpflichtend geregelt und erfolgt je nach Bundesland und Einrichtung unterschiedlich.
„Gerade Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen gehören zu den am stärksten gefährdeten Personengruppen. Sie können oft nicht selbst entscheiden, wann sie sich in kühlere Räume zurückziehen oder wie sie sich vor Hitze schützen. Umso größer ist die Verantwortung der öffentlichen Hand“, betont Gerstorfer. Es dürfe nicht vom Bundesland oder vom jeweiligen Heimträger abhängen, wie gut ältere Menschen geschützt werden.
Neun-Punkte-Katalog für Mindeststandards
Nach Ansicht des Pensionistenverbandes müssen verpflichtende Hitzeschutzpläne zumindest folgende Maßnahmen umfassen:
- klare Handlungsabläufe bei Hitzewarnungen und definierten Hitzestufen
- regelmäßige Trink- und Kühlungsintervalle für Bewohnerinnen und Bewohner
- ausreichend klimatisierte oder aktiv gekühlte Aufenthaltsräume
- wirksame Beschattung sowie Maßnahmen gegen die Überhitzung von Gebäuden
- Anpassung von Pflege-, Therapie- und Freizeitangeboten an extreme Temperaturen
- engmaschige Gesundheitskontrollen besonders gefährdeter Bewohnerinnen und Bewohner
- regelmäßige Schulungen des Pflege- und Betreuungspersonals zum Umgang mit hitzebedingten Gesundheitsrisiken
- Information und Einbindung von Angehörigen
- regelmäßige Evaluierungen der Hitzeschutzmaßnahmen
Darüber hinaus fordert der PVÖ langfristige Investitionen in die Klimafitness von Pflegeeinrichtungen – etwa durch thermische Sanierungen, außenliegenden Sonnenschutz, Begrünungsmaßnahmen und moderne Kühlsysteme.
Auch andere Einrichtungen betroffen
Der PVÖ fordert Bund und Länder auf, rasch gemeinsam verbindliche österreichweite Mindeststandards für Hitzeschutzpläne in Alten- und Pflegeheimen zu beschließen. Darüber hinaus spricht sich der Pensionistenverband dafür aus, dass alle Bundesländer verpflichtende Hitzeschutzstrategien auch für weitere besonders sensible Einrichtungen einführen. Dazu zählen insbesondere Tageszentren und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sowie – entsprechend den jeweiligen Anforderungen – Kindergärten und Schulen.
„Wir wissen seit Jahren, dass Hitzewellen häufiger, länger und intensiver werden. Trotzdem verlassen wir uns vielerorts noch immer auf freiwillige Maßnahmen. Das reicht nicht mehr aus“, so Gerstorfer abschließend. Wer Menschen vor Hitze schütze, schütze Leben.
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