PVÖ verlangt besseren Hitzeschutz für Senioren

Pia ProdingerPia Prodinger
Ältere Frau schwitzt bei Hitze im Wohnzimmer mit Ventilator und Thermometer
© Grafik erstellt mit KI (ChatGPT)

Der Pensionistenverband Österreichs dringt auf konkrete Maßnahmen zum Schutz älterer Menschen vor extremen Temperaturen. Präsidentin Birgit Gerstorfer sieht Hitzeschutz als Teil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.

Die für die kommenden Tage angekündigte Hitzewelle rückt die Gefährdung älterer Menschen durch extreme Temperaturen erneut in den Fokus. Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) fordert entschlossenes Handeln auf allen politischen Ebenen. „Für viele ältere Menschen ist Hitze nicht bloß unangenehm, sondern ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko“, betont PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer.

Fünf-Punkte-Programm für Hitzeschutz

Der Verband hat ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das folgende Punkte umfasst:

  • Verbindliche Hitzeaktionspläne in allen Gemeinden und Städten mit besonderem Fokus auf ältere Menschen
  • Ausbau kühler öffentlicher Räume, Trinkwasserstellen und schattiger Plätze
  • Offensive für klimafitte Wohnungen durch thermische Sanierungen, Beschattung und Begrünung
  • Rasche Ökologisierung des Mietrechts zur Verankerung von Hitzeschutz als Qualitätsstandard
  • Gezielte Unterstützung für alleinlebende und besonders gefährdete Senioren durch Besuchsdienste, Nachbarschaftsnetzwerke und kommunale Hilfsangebote

Jede dritte Wohnung zu heiß

Eine im Sommer präsentierte Greenpeace-Studie, an der sich der PVÖ beteiligte, liefert alarmierende Zahlen. Zahlreiche Verbandsmitglieder stellten ihre Wohnungen für Temperaturmessungen zur Verfügung. Das Ergebnis: Bereits jede dritte Wohnung von Menschen über 60 Jahren wird im Sommer als heiß bis unerträglich heiß empfunden. In Wien ist sogar rund jede zweite betroffene Person von extremer Hitze in den eigenen vier Wänden betroffen.

Besonders Mieterinnen und Mieter sowie Frauen leiden unter den hohen Temperaturen. Die Folgen reichen von Schlafproblemen und Kreislaufbeschwerden bis hin zu erheblicher Einschränkung der Lebensqualität. „Wenn sich Wohnräume tagelang aufheizen und nachts nicht mehr ausreichend abkühlen, wird das zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko“, erklärt Gerstorfer.

Investition in Gesundheit und Gerechtigkeit

Die Verbandspräsidentin betont, dass Hitzeschutz kein Luxus sein dürfe. Wer sein Leben lang gearbeitet habe, müsse auch im Alter sicher und gesund wohnen können. Investitionen in klimafitte Wohnungen, schattige öffentliche Räume und kommunale Hitzeschutzmaßnahmen seien Investitionen in Gesundheit, Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit.

Der Pensionistenverband Österreichs will sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Anliegen älterer Menschen bei der Anpassung an die Folgen der Klimakrise berücksichtigt werden. „Was wir jetzt brauchen, sind verbindliche Maßnahmen statt weiterer Ankündigungen“, so Gerstorfer.

Quelle: https://pvoe.at/kaernten/themen/aktuelles/news/detail/hitzewelle-pvoe-fordert-mehr-schutz-fuer-aeltere-menschen

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