PVÖ verlangt Rechtsanspruch auf Demenzversorgung

Der Pensionistenverband Österreichs dringt zum Welt-Alzheimertag auf einen gesetzlichen Anspruch für demenzgerechte Betreuung. Verbandspräsidentin Birgit Gerstorfer fordert spezialisierte Bereiche in Heimen, geschultes Personal und bundesweit einheitliche Standards.
Zum Welt-Alzheimertag am 21. September hat Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), einen Rechtsanspruch auf demenzgerechte Versorgung gefordert. Dieser soll spezialisierte Demenzbereiche in Pflegeheimen, demenzfreundliche Spitäler, geschultes Personal und österreichweit verbindliche Qualitätsstandards umfassen.
„Demenz ist längst eine der großen gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit, trotzdem ist unser System nicht ausreichend darauf vorbereitet. Menschen mit Demenz haben ein Recht auf eine Versorgung, die ihnen Sicherheit, Orientierung und Würde gibt“, erklärte Gerstorfer.
Betroffenenzahl könnte sich bis 2050 fast verdoppeln
Laut Österreichischem Demenzbericht 2025 sind derzeit rund 170.000 Menschen in Österreich an Demenz erkrankt, davon zwei Drittel Frauen. Bis zum Jahr 2050 könnte die Zahl auf über 290.000 ansteigen. Gerstorfer betonte, die notwendigen Strukturen müssten jetzt geschaffen werden, da man heute bereits wisse, was auf das Land zukomme.
Spitäler und Heime müssen sich anpassen
Die PVÖ-Präsidentin kritisierte, dass ein Pflegeheimplatz allein keine ausreichende Antwort auf Demenz sei. Betroffene benötigten passend gestaltete Wohnbereiche, konstante Bezugspersonen und ausreichend Zeit für Betreuung.
Auch Spitäler müssten demenzfreundlicher werden. „Wer wegen eines gebrochenen Beins ins Krankenhaus kommt, darf nicht plötzlich zum Problemfall werden, nur weil zusätzlich eine Demenzerkrankung vorliegt. Demenzkompetenz muss zur Grundversorgung gehören“, so Gerstorfer.
Gesetzlicher Anspruch auf Entlastung für Angehörige
Ein großer Teil der Betreuung werde zu Hause geleistet, bei Demenz oft über Jahre rund um die Uhr. Viele Angehörige schliefen schlecht und stellten ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Sie bräuchten nicht nur Dank, sondern einen gesetzlichen Anspruch auf Entlastung, betonte Gerstorfer.
Der PVÖ fordert regelmäßige, vollständig finanzierte Entlastungstage inklusive Kostenübernahme der Ersatzpflege sowie den Angehörigenbonus bereits ab Pflegegeldstufe 3.
Eine Auszeit dürfe keine Frage des Einkommens sein. Ob eine Demenzerkrankung rechtzeitig erkannt werde, dürfe nicht davon abhängen, ob eine Familie in Wien, Innsbruck oder in einer kleinen Gemeinde lebe. Österreichweit brauche es eine verlässliche Versorgungskette und ein Pflegesystem, in dem Menschen mit Demenz so lange wie möglich selbstbestimmt leben könnten, so Gerstorfer abschließend.
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