PVÖ warnt: Soziale Ungerechtigkeit gefährdet Demokratie

Pia ProdingerPia Prodinger
Österreichischer Seniorenbund: Funktionäre stehen vor Banner
© Sandra Oblak

Bei der Sozialkonferenz des Pensionistenverbandes Österreichs in Wien hat Präsidentin Birgit Gerstorfer vor den Folgen ungerechter Verteilung gewarnt. Rund 220 Sozialexpertinnen und Sozialexperten diskutierten über Verteilungsgerechtigkeit und die Zukunft des Sozialstaates.

Die Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), Birgit Gerstorfer, hat bei der Sozialkonferenz des Verbandes in Wien die enge Verbindung zwischen sozialer Gerechtigkeit und einer stabilen Demokratie hervorgehoben. „Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie braucht Menschen, die sich für sie einsetzen“, sagte Gerstorfer vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung.

Rund 220 Sozialexpertinnen und Sozialexperten aus ganz Österreich kamen im ÖGB-Catamaran zusammen, darunter auch die Präsidentinnen und Präsidenten aller neun PVÖ-Landesorganisationen. Im Mittelpunkt der Konferenz standen Themen wie Verteilungsgerechtigkeit, die Weiterentwicklung des Sozialstaates und die Stärkung demokratischer Strukturen.

Ungleichheit gefährdet Vertrauen

Gerstorfer betonte, dass soziale Gerechtigkeit und demokratische Stabilität eng miteinander verknüpft seien. Während sich große Vermögen zunehmend konzentrierten, hätten viele Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Besonders betroffen seien Pensionistinnen und Pensionisten, die höhere Ausgaben für Energie, Lebensmittel und Pflege bewältigen müssten.

Wenn Menschen den Eindruck gewännen, dass Fairness verloren gehe, leide auch das Vertrauen in Politik, Institutionen und demokratische Prozesse, warnte die PVÖ-Präsidentin. Eine gerechte Gesellschaft sei widerstandsfähiger und weniger anfällig für extreme politische Strömungen.

Einsatz für faire Verteilung

Zu den zentralen Anliegen des Pensionistenverbandes zählen laut Gerstorfer Pensionen, die ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen, ein für alle zugängliches Gesundheitssystem, leistbares Wohnen sowie eine bedarfsgerechte Pflege. Gleichzeitig sprach sie sich dafür aus, dass große Vermögen, milliardenschwere Erbschaften, internationale Online-Konzerne und Unternehmen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen.

„Verteilungsgerechtigkeit ist keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Zukunft“, erklärte Gerstorfer. Der Verband setze sich damit nicht nur für die heutige Generation der Pensionistinnen und Pensionisten ein, sondern auch für kommende Generationen.

Fachvorträge zu Demokratie und Wirtschaft

Eröffnet wurde die Konferenz von Birgit Gerstorfer und Manfred Lackner, PVÖ-Bundessozialreferent und Landespräsident des PVÖ Vorarlberg. Grußworte richtete Korinna Schumann, Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Jakob Kapeller, Professor für Sozioökonomie, referierte über Vermögenskonzentration und Fragen der Verteilungsgerechtigkeit. Die Politikwissenschafterin und Demokratieberaterin Tamara Ehs sprach über demokratische Mitbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Der Wirtschaftsjournalist und Zukunftsforscher Erik Händeler zog Parallelen zwischen früheren Wirtschaftskrisen und aktuellen Entwicklungen und betonte die Bedeutung von Zusammenarbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Für den kulturellen Rahmen sorgte der internationale Poetry-Slam-Meister und Bestsellerautor Lars Ruppel, der die Veranstaltung mit poetischen Beiträgen begleitete und die Inhalte des Tages in einem abschließenden „Poetic Recording“ zusammenfasste.

Zum Abschluss rief Gerstorfer dazu auf, sich aktiv für soziale Gerechtigkeit und demokratische Werte einzusetzen: „Lasst uns den Mut haben, unsere Stimme zu erheben – klar, sachlich und solidarisch.“

Quelle: https://pvoe.at/kaernten/themen/aktuelles/news/detail/pvoe-sozialkonferenz-demokratie-ist-kein-selbstlaeufer

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