Raababach wird auf 5,7 Kilometern renaturiert
Zwischen Raaba und Hart bei Graz läuft die Renaturierung des Raababachs. Der Betonkanal aus den 1970er-Jahren wird auf einer Länge von rund 5,7 Kilometern in einen naturnahen Bach umgestaltet.
Anfang August haben die Arbeiten begonnen: Vom Magna-Werk in Raaba bis zur Wöblingerstraße in Hart bei Graz wird der Raababach umgestaltet. Bereits im Februar waren erste Arbeiten am Uferbereich durchgeführt worden, nun erfolgt die eigentliche Umgestaltung des Bachbetts.
Aus Betonkanal wird Naturbach
In den 1970er-Jahren war der Bach durchgehend begradigt und in ein Betonbett gezwängt worden. Diese Verbauungen werden nun beseitigt. Stattdessen entstehen Mäander und Buchten, die die Strömung verlangsamen und neuen Lebensraum für Fische, Insekten und Pflanzen bieten. Eine vollständige Rückführung in den ursprünglichen Zustand ist allerdings nicht überall möglich, da die erforderlichen Grundstücke nicht durchgehend verfügbar sind.
Altes Wehr wird entfernt
Der erste Abschnitt liegt auf dem Gemeindegebiet Raaba-Grambach, südlich des Spielplatzes Pachern beim alten Wehr. Dort wird das Wehr beseitigt, der Bach aufgeweitet und zugänglich gemacht. Von der Brücke beim Eisweg aus lässt sich die Veränderung des Bachbetts beobachten.
Der herausgebrochene Beton wird direkt vor Ort wiederverwertet: Auf einem Lagerplatz unterhalb des Rückhaltebeckens zerkleinert ein mobiler Brecher das Material. Es kommt anschließend unter anderem im Straßenbau als Unterbau zum Einsatz. Dadurch werden zahlreiche LKW-Fahrten eingespart.
Hochwasserschutz bleibt gewährleistet
Eine zentrale Vorgabe für das Vorhaben: Die Renaturierung darf die Hochwassersituation an keiner Stelle verschlechtern. Das wird bei Planung und Umsetzung laufend überprüft.
Als Vorbild dient das Rückhaltebecken Raababach, das gemeinsam mit der Marktgemeinde Raaba-Grambach realisiert wurde. Dort ist der Bach bereits renaturiert und das Gebiet dient heute als Naherholungsraum und Naturraum. Diesen Ansatz führt die Renaturierung nun am gesamten Bachlauf weiter.
Kosten von 3,06 Millionen Euro
Das Projekt entsteht in Kooperation mit der Marktgemeinde Raaba-Grambach. Der Gemeinderat in Hart bei Graz hat das Finanzierungsübereinkommen am 7. Mai 2026 einstimmig beschlossen. Von den Gesamtkosten von rund 3,06 Millionen Euro übernehmen Bund und Land 90 Prozent. Auf Hart bei Graz entfällt ein Anteil von knapp 79.700 Euro oder rund 2,6 Prozent.
Quelle: https://www.hartbeigraz.at/Der_Raababach_bekommt_seinen_Lauf_zurueck
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