Rabenstein erprobt Hochwasserschutz direkt im Wald
In Rabenstein an der Pielach wird ein neuer Ansatz gegen Starkregen getestet: Das Wasser soll bereits dort zurückgehalten werden, wo es fällt – im Wald und in der Landschaft. Eine Informationsveranstaltung am 15. Oktober zeigt die Forschung hinter dem Pilotprojekt.
Rabenstein an der Pielach plant eine Musteranlage, die untersucht, wie Niederschlagswasser in die Bodenmatrix eingebracht und damit in der Landschaft gespeichert werden kann. Bei Starkregenereignissen fließen innerhalb kurzer Zeit enorme Wassermengen über Wälder, Hänge und Wege in Richtung Siedlungsraum ab. Das Pilotprojekt setzt früher an: Das Wasser soll möglichst dort bleiben, wo es fällt.
Gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern – darunter BOKU, TU Graz, TU Innsbruck und Donau-Universität – werden Möglichkeiten zur Wasserspeicherung, Modellierung und Einleitung von Niederschlägen in die Bodenmatrix erforscht. Langfristig sollen daraus Erkenntnisse entstehen, die auch für andere Gemeinden nutzbar sind.
Hochwasservorsorge und Klimawandelanpassung kombiniert
Der Ansatz verbindet zwei Ziele: Wasser, das im Boden gespeichert wird, fließt nicht unmittelbar in Richtung Siedlungsraum ab und kann gleichzeitig Wald und Landschaft während längerer Trockenperioden zugutekommen. Zentrale Fragen sind: Wie viel Wasser ist bei einem bestimmten Starkregenereignis zu erwarten? Wie kann dieses Wasser möglichst früh in der Landschaft zurückgehalten werden? Und wie müssen entsprechende Maßnahmen dimensioniert sein?
Informationsveranstaltung am 15. Oktober
Unter dem Titel „Grüner Hochwasserschutz – ohne Becken, ohne Dämme?“ lädt die Gemeinde Rabenstein gemeinsam mit der LEADER Region Mostviertel-Mitte, der KLAR! Region Pielachtal und dem Verein Regentropfen am Donnerstag, 15. Oktober 2026, von 18 bis 20 Uhr ins GuK Rabenstein ein.
Expert:innen geben Einblick in aktuelle Klimaprognosen und Forschungsprojekte. Präsentiert werden unter anderem Projekte zur Wasserspeicherung in der Landschaft, Retforst – retentiver Wegebau – und resilientRAIN. Weitere Themen sind Möglichkeiten und Perspektiven der Forschungsansätze sowie Regenwasserplanung und Behördenverfahren.
Eröffnet wird die Veranstaltung von Landesrat Anton Kasser und Bürgermeister Ing. Kurt Wittmann. Nach den Fachvorträgen besteht bei einem kleinen Steh-Buffet die Möglichkeit, mit den Expert:innen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Gemeindevertreter:innen, Bauämter, Umweltgemeinderät:innen, Forstwirtschaft, Einsatzorganisationen und alle Interessierten, die sich mit Hochwasservorsorge, Starkregen und Wasserrückhalt beschäftigen. Eine Teilnahme via Zoom ist nach vorheriger Anmeldung möglich.
Anmeldung unter l.riesenhuber@pielachtal.at oder +43 676 956 82 89.
Quelle: https://www.hofstetten-gruenau.gv.at/Gruener_Hochwasserschutz
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