Radiologie-Krise in Klagenfurt vorerst entschärft

Im Klinikum Klagenfurt haben zwei von vier Ärzten ihre Kündigungen zurückgezogen. Ab Oktober soll ein neuer Dienstplan die Versorgung in der Schlaganfall-Spezialabteilung wieder gewährleisten, so der ORF.
Nach einer Krisensitzung gibt es eine Übergangslösung für die Radiologie im Klinikum Klagenfurt. Zwei der vier Mediziner, die ihren Dienst gekündigt hatten, bleiben nun vorerst, die anderen beiden arbeiten zumindest bis Jänner weiter. Ab Oktober soll ein Dienstplan die Versorgung in der Spezialabteilung für Schlaganfallpatienten sicherstellen.
Seit Anfang September mussten zwei Kärntner Schlaganfallpatienten per Hubschrauber nach Graz geflogen werden, weil kein interventioneller Radiologe in Bereitschaft war. Diese Unterstützung durch die Universitätsklinik Graz werde noch eine Zeit lang nötig sein, erklärte der medizinische Direktor des Klinikums Klagenfurt, Hans-Jürgen Gallowitsch.
Neue Leitung und Organisationskonzept
Die Lücken in den Dienstplänen sollen ab Oktober deutlich kleiner werden. Eine neue Leitung übernimmt ab 1. Oktober die Verantwortung inklusive Personalrecruiting. Ein neues Organisationskonzept soll der Einheit relative Autonomie gewährleisten. Zudem laufen intensive Gespräche mit möglichen Verstärkungen.
Ein Arzt aus dem Klinikum Villach wird einige Regel- und Nachtdienste übernehmen. Der bisherige Leiter Luca Di Paoli und ein weiterer Mediziner bleiben bis Ende Jänner im Dienst. Beide wollen künftig als Externe Leistungen im Klinikum erbringen.
Ausbildung in Kooperation mit Villach
In Zusammenarbeit mit Villach werden ab Oktober weitere Radiologen ausgebildet. Nach Rücksprache werde es nur wenige Monate dauern, bis die Kollegen in Ausbildung Schlaganfallversorgungen durchführen können, so Gallowitsch.
Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) geht davon aus, dass künftig viel mehr Dienste vor Ort versorgt werden können. Die Kooperation mit Graz bleibe für Ausnahmetage aufrecht. Umgekehrt übernehme man auch Patienten aus Graz, sollte dort eine Notsituation auftreten.
FPÖ spricht von Skandal
FPÖ-Gesundheitssprecher Christoph Staudacher wirft Prettner und der KABEG einen gesundheitspolitischen Skandal vor. Eine interventionelle Radiologie sei in der Notfallversorgung essenziell. Die werde für Patienten nun zur Lotterie.
Prettner entgegnete, dass sich die Kärntnerinnen und Kärntner keine Sorgen machen müssten. Auch in dieser schwierigen Situation sei sichergestellt worden, dass Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgt werden. Das Ziel sei nun, eine stabile Unterabteilung im Klinikum Klagenfurt aufzubauen.
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