Rankweil baut Rückhaltebecken gegen Starkregen

Die Marktgemeinde Rankweil errichtet in der Appenzellerstraße einen Stauraumkanal mit Rückhaltebecken. Die Anlage soll Häuser und Keller besser vor Überschwemmungen bei Starkregen schützen. Baustart ist Anfang November 2026.
Die Marktgemeinde Rankweil reagiert auf die zunehmenden Probleme mit Starkregen und Gewittern. In der Appenzellerstraße entsteht ein Stauraumkanal mit Rückhaltebecken, der das bestehende Kanalnetz entlasten soll. Die Anlage soll verhindern, dass bei heftigen Niederschlägen Wasser in Keller gedrückt wird und der Mühlbach über die Ufer tritt.
Speichervolumen für 15 Minuten Starkregen
Bei intensiven Regenfällen gelangt in kurzer Zeit sehr viel Wasser in den Kanal, wo es sich mit dem Abwasser aus den Häusern vermischt. Ist die Kapazität erschöpft, staut sich das Mischwasser zurück und kann über die Hausanschlüsse in Keller eindringen. Gleichzeitig fließt Mischwasser an der ehemaligen Ölzmühle in den Mühlbach, der nach der Autobahn in Richtung Feldkirch über die Ufer treten kann.
Das neue Becken leitet das Mischwasser nördlich der Appenzellerstraße und Müsinenstraße ständig über den neuen Kanal. Gemeinsam verfügen Becken und Kanal über ein Speichervolumen von rund 2.200 Kubikmetern – das entspricht 2,2 Millionen Litern. Damit lässt sich ein Starkregen etwa 15 Minuten lang auffangen. Sobald der Niederschlag nachlässt, fließt das Wasser kontrolliert ab.
Entlastung für mehrere Kanäle
Die neue Anlage entlastet die Kanäle nördlich und südlich der Unterführung Appenzellerstraße sowie in der Merowingerstraße. Der Rückstau in Hausanschlüsse und Keller soll dadurch verringert werden. Zudem fließt weniger Mischwasser an der Ölzmühle in den Mühlbach. Die Gefahr, dass der Mühlbach nach der Autobahn Richtung Feldkirch über die Ufer tritt, sinkt laut Gemeinde deutlich.
Straßensperre bis Ende Mai 2027
Die Bauarbeiten beginnen am 5. November 2026 und sollen voraussichtlich Ende Mai 2027 abgeschlossen sein. Je nach Wetterlage ist über die Weihnachtszeit bis in den Jänner hinein eine Baupause von rund einem Monat geplant. Die Appenzellerstraße zwischen Autobahnabfahrt und Merowingerstraße wird für die gesamte Bauzeit komplett gesperrt.
Die Gemeinde begründet die Komplettsperre mit mehreren Vorteilen: Kanal und Becken können gleichzeitig gebaut werden, die Baugrube lässt sich einfacher und günstiger sichern, und die Bauzeit wird insgesamt kürzer. Zudem erhöhe die Komplettsperre die Verkehrssicherheit und die Sicherheit auf der Baustelle. Die Durchfahrt durch die Appenzellerstraße ist gesperrt, alle Umfahrungsstraßen bleiben jedoch offen.
Kosten und Förderung
Das Projekt kostet rund 2,4 Millionen Euro brutto. Bund und Land fördern 23 Prozent der Summe. Etwa eine Million Euro werden aus den zweckgewidmeten Rücklagen der Kanalgebühren entnommen.
Die Gemeinde weist darauf hin, dass das neue Becken die Situation deutlich verbessert, aber keinen vollständigen Schutz bei extremen Unwettern bietet. Hausbesitzer sollten prüfen, ob ihr Gebäude gegen Rückstau aus dem Kanal gesichert ist, etwa durch eine Rückstausicherung im Keller.
Das Becken ist Teil eines gemeindeübergreifenden Gesamtkonzepts. Stadt Feldkirch und Abwasserverband Region Feldkirch arbeiten ebenfalls an dauerhaften Verbesserungen an Mühlbach und Nafla.
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