Recupac zeigt Weg für Plastikrecycling in Lateinamerika

Neue Vorschriften in Chile, Kolumbien und Brasilien führen verpflichtende Recyclingquoten ein. Das chilenische Unternehmen Recupac demonstriert mit Technologie von Lindner, wie aus Plastikabfall hochwertige Recyclingrohstoffe entstehen.
Die Kunststoffrecyclingbranche in Lateinamerika durchläuft einen grundlegenden Wandel. Immer mehr Staaten verpflichten Hersteller und Importeure dazu, die von ihnen in Umlauf gebrachten Kunststoffe wieder in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Brasilien hat im Oktober 2025 mit dem Dekret Nr. 12.688/2025 eine Rücknahmepflicht für Plastikverpackungen eingeführt. Ab 2026 gilt ein verpflichtender Mindestanteil von 22 Prozent Recyclingmaterial, bei Nichteinhaltung drohen Strafen von bis zu 50 Millionen brasilianischen Real.
Brasilien folgt damit Nachbarländern, die bereits ähnliche Regelungen umgesetzt haben. Chile verfolgt seit 2016 mit dem REP-Gesetz (Gesetz Nr. 20.920) eine Rückgewinnungsquote von 32 Prozent bis 2026. Kolumbien hat 2022 mit Gesetz 2232 festgelegt, dass PET-Flaschen mindestens 50 Prozent Recyclingmaterial enthalten müssen, bis 2030 soll dieser Anteil auf 90 Prozent steigen.
Vom Abfall zum Rohstoff
Recupac, die Abfallwirtschaftssparte der Coipsa-Gruppe, ist seit mehr als 35 Jahren in Chiles Kreislaufwirtschaft tätig. Das Unternehmen betreut rund 500 Kunden und verarbeitet jährlich über 150.000 Tonnen Abfall. In der LDPE-Recyclinganlage in San Bernardo werden monatlich 500 Tonnen Recyclingpellets produziert, die bereits etwa 40 Prozent des Neukunststoffs in der Folienproduktion ersetzen.
„Wir haben erkannt, dass es nicht mehr ausreicht, dieses Material nur zu verwalten. Wir sahen die Chance, einen Schritt weiterzugehen und es in einen neuen recycelten Rohstoff zu verwandeln, der wieder in Herstellungsprozesse einfließen kann“, erklärt Macarena Hadad, stellvertretende Leiterin der Geschäftsentwicklung bei Recupac.
Qualität durch Prozesskontrolle
Die Umwandlung von heterogenem, verschmutztem Plastikabfall in gleichbleibend hochwertige Recyclingpellets erfordert strenge Kontrolle in allen Verarbeitungsstufen. Dazu zählen die Sammlung direkt bei Kunden, Sortierung und Ballenpressung sowie Qualitätsprüfung und die eigentliche Recyclinglinie mit Zerkleinerung, Waschung, Trocknung und Extrusion.
Die Waschstufe erzeugt einen sauberen und homogenen Materialstrom, der nahtlos mit der nachgelagerten Extrusionslinie von Erema zusammenarbeitet, einem langjährigen Technologiepartner von Lindner im Kunststoffrecycling. Nach Angaben von Recupac spiegeln sich die Ergebnisse sowohl in der Produktkonsistenz als auch in der Betriebszuverlässigkeit wider. Die Implementierung der Recyclinglinie habe einen deutlichen Fortschritt gebracht: einen stabileren Prozess mit höherer Reinigungseffizienz, gleichmäßigerer Pelletqualität und größerer Betriebseffizienz.
Lindner baut Präsenz aus
Beide Führungskräfte von Recupac betonen die Bedeutung der engen Partnerschaft mit Lindner während des gesamten Projekts. Die lokale Unterstützung sei wesentlich gewesen, die Zusammenarbeit werde als von gegenseitiger Kooperation und kontinuierlicher Unterstützung geprägt beschrieben.
Lindner Washtech, spezialisiert auf Kunststoffwaschtechnologien, erweitert sein Lösungsportfolio kontinuierlich, um den steigenden Qualitätsanforderungen an recycelte Kunststoffe gerecht zu werden. Um das Wachstum in der Region zu unterstützen, hat das Unternehmen 2025 eine Niederlassung in São Paulo unter der Leitung von Frederico Hartmann eröffnet. Die neue Tochtergesellschaft verstärkt die regionale Präsenz durch lokalen technischen Support, Projektentwicklung und kommerzielle Unterstützung.
Quelle: https://www.lindner.com/news/article/recupac-and-lindner-demonstrate-a-successful-path-forward
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