Rekord bei Strom- und Gaswechsel im ersten Halbjahr

Fast 235.000 Haushalte und Unternehmen haben im ersten Halbjahr 2026 ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. Laut E-Control ist das die höchste Wechselrate seit Beginn der Aufzeichnungen.
Im ersten Halbjahr 2026 haben sich 234.982 Kund:innen – Haushalte wie Unternehmen – für einen neuen Strom- oder Gaslieferanten entschieden. Das zeigt die aktuelle Marktstatistik der E-Control. Die Zahl übertrifft den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2019, als rund 219.000 Wechsel verzeichnet wurden. Auch gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 mit 210.761 Wechseln ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Die Wechselrate lag bei Strom bei 2,9 Prozent, bei Gas bei 4,1 Prozent. Insgesamt wechselten 187.256 Kund:innen ihren Stromlieferanten, davon 152.459 Haushalte. Beim Gas waren es 47.726 Kund:innen, darunter 42.387 Haushalte.
Michael Strebl, Vorstand der E-Control, sieht darin ein Zeichen dafür, dass sich Konsument:innen verstärkt mit ihren Tarifen auseinandersetzen. „Geopolitische Spannungen führen zu Unsicherheiten, wie es mit den Preisen weitergeht und viele Konsument:innen wollen noch vor der nächsten Heizsaison möglichst günstige Strom- und Gastarife sichern“, wird Strebl zitiert. Ein Preisvergleich mit dem kostenlosen Tarifkalkulator der E-Control zahle sich aus.
Energiesparen auch im Sommer wichtig
Der heurige Sommer zeigte sich bisher heiß und trocken. Die Hitzewellen führen zu einem belastenden Raumklima, besonders in der Nacht. Klimageräte setzen sich zunehmend durch, haben jedoch einen hohen Energieverbrauch. Die E-Control empfiehlt sorgsamen Umgang: Fenster geschlossen halten, Räume beschatten und nur einzelne Räume kühlen. Smarte Steuer- und Regelungstechnologien können bei der Temperaturregelung helfen.
Für Betreiber von PV-Anlagen stellt der Sonnenschein einen Vorteil dar. In Kombination mit einem Speicher kann der Eigenverbrauch optimiert und die Strombezugskosten aus dem öffentlichen Netz deutlich reduziert werden.
Alfons Haber, ebenfalls Vorstand der E-Control, betont: „Verbräuche in den Sommermonaten zudem in die Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr zu verschieben, entlastet nicht nur das Netz, sondern hilft auch dabei, die eigenen Stromkosten zu reduzieren.“
Niederösterreich führt bei Wechselrate
Im Bundesländervergleich waren die Niederösterreicher:innen am wechselfreudigsten. Beim Strom lag die Wechselrate bei 4,8 Prozent (41.329 Kund:innen), gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark mit je 3,3 Prozent (34.291 bzw. 31.029 Kund:innen).
Auch beim Gas führt Niederösterreich mit einer Wechselrate von 5,4 Prozent (13.581 Kund:innen), gefolgt von der Steiermark mit 5,1 Prozent (2.945 Kund:innen) und Oberösterreich mit 4,7 Prozent (5.399 Kund:innen).
Im Westen Österreichs bleibt die Wechselbereitschaft gering. In Tirol lag die Wechselrate bei Strom bei nur 0,8 Prozent (4.231 Kund:innen) und bei Gas bei 1,7 Prozent (942 Kund:innen).
Quelle: OTS
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