Reploid schreibt erstmals schwarze Zahlen

Mona HopfingerMona Hopfinger
ReFarmUnit-Anlage wandelt organische Abfälle in wertvolle Rohstoffe um, mit Wachstumspfeilen und Euro-Münzen.
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Welser Reploid Group AG hat 2025 einen Überschuss von 9 Millionen Euro erzielt. Im Jahr davor hatte das auf Insektenmastanlagen spezialisierte Unternehmen noch einen Verlust von 1 Million Euro verbucht.

Die Reploid Group AG aus Wels hat im Geschäftsjahr 2025 erstmals die Gewinnzone erreicht. Laut Einzelabschluss nach österreichischem Unternehmensgesetzbuch (UGB) erwirtschaftete das Unternehmen einen Überschuss von 9 Millionen Euro. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. Im Vorjahr hatte die Firma noch einen Nettoverlust von 1 Million Euro ausgewiesen.

Das Betriebsergebnis verbesserte sich von 1,1 auf 12,6 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte von 5,1 auf 37,9 Millionen Euro. „Wir haben uns für das Geschäftsjahr 2025 ambitionierte Ertragsziele gesetzt - gesagt, getan: Reploid hat abgeliefert“, kommentierte Firmengründer und CEO Philip Pauer die Zahlen bei der Bekanntgabe.

Fremdkapital deutlich erhöht

Das ausgewiesene Fremdkapital stieg massiv von knapp 3 auf 29,1 Millionen Euro. Der Verschuldungsgrad wuchs von 62,7 auf 151,8 Prozent – bei einem Eigenkapital von 19,2 Millionen Euro (Jahresende 2024: 4,7 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote sank von 61,5 auf 39,7 Prozent. Die Bilanzsumme erreichte 48,3 Millionen Euro, nach 7,7 Millionen Euro per 31. Dezember im Jahr davor.

Insektenmastanlage in Burghausen fertiggestellt

Haupttreiber der Verkaufserlöse war das Anlagengeschäft. Im Geschäftsjahr 2025 wurde eine modulare, dezentrale und hochautomatisierte Insektenmastanlage („ReFarmUnit“) fertiggestellt und an den Betreiber übergeben. An 33 weiteren Anlageprojekten wurde konzeptionell gearbeitet.

Am deutschen Standort Burghausen entstand eine standardisierte Anlage, die jährlich 9.500 Tonnen Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie in hochwertige Rohstoffe umwandelt.

Reploid baut und betreut Anlagen, in denen Insekten gezüchtet werden. Diese Anlagen sind modular aufgebaut und können je nach Bedarf vergrößert werden. Das Unternehmen liefert dafür junge Larven der Schwarzen Soldatenfliege. Die Larven bekommen ein spezielles Futter aus Lebensmittelresten, das genau auf den jeweiligen Standort abgestimmt ist. Reploid verkauft die fertigen Larven entweder direkt oder verarbeitet sie zu Proteinen und Fetten weiter, zum Beispiel für die Tierfutterindustrie. Aus den restlichen Nebenprodukten der Insektenzucht stellt die Firma außerdem organischen Dünger her.

Projekteingänge beflügeln Ertragslage

Umfangreiche Projekteingänge gegen Ende des Geschäftsjahres hatten einen positiven Einfluss auf die Ertragssituation. Ihnen standen bis zum Jahresende nur vergleichsweise geringe Kosten für die Implementierung der Projekte gegenüber. Trotz Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit dem Börse-Listing und kräftiger Investitionen in weiteres Wachstum sei das Betriebsergebnis deutlich gesteigert worden, betonte Reploid.

Von Start-up zu Scale-up

„Damit haben wir den Übergang von der Start-up- in die Scale-up-Phase erfolgreich vollzogen“, teilte das Management im Jahresbericht mit. Das Unternehmen will klar wachsen: Der Markt sei da, und das Team wurde verstärkt, um dieses Potenzial gut nutzen zu können. Derzeit arbeiten mehr als 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gruppe.

Das Unternehmen wurde 2020 unter dem Namen Insektianer GmbH gegründet und ist seit Juli 2025 im Marktsegment direct market plus der Wiener Börse notiert. Aktuell plant die Firma einen Aktiensplit im Verhältnis 1:15, damit die Aktie leichter gehandelt werden kann. Die Hauptversammlung, die am 14. September wieder tagt, muss darüber aber noch entscheiden.

Streubesitz bei 12 Prozent

Am 31. Dezember 2025 betrug das Grundkapital 110.043 Euro. Es war in genauso viele Stückaktien aufgeteilt, die auf den Inhaber lauten und jeweils 1 Euro wert sind. Firmengründer Pauer besaß davon 71.152 Aktien, das sind 64,7 Prozent. Die ihm zugehörige Addendum Invest FlexKapG hielt weitere 25.688 Aktien, also 23,3 Prozent.

Die übrigen 13.203 Aktien (12,0 Prozent) waren im Streubesitz. Laut eigenen Angaben besaß das Unternehmen zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses 2025 keine eigenen Aktien.

Quelle: APA

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