Rettungshunde trainieren Helikopterflug in Kärnten

Rund 20 Rettungshunde der Kärntner Samariterbund-Staffel haben Anfang August nahe Villach den Ernstfall geprobt: Einsatz aus der Luft inklusive Flug am Seil unter dem Polizeihubschrauber.
Die Rettungshundestaffel Kärnten des Samariterbundes hat Anfang August eine anspruchsvolle Übung absolviert. Rund 20 Vierbeiner unterschiedlichster Rassen trainierten gemeinsam mit ihren Hundeführerinnen und Hundeführern nahe Villach den Einsatz aus der Luft. Von reinrassigen Hunden bis zu Mischlingen war die Bandbreite groß – optisch hätten die Tiere kaum unterschiedlicher sein können. Charakterlich bringen sie jedoch ähnliche Eigenschaften mit: Nervenstärke, Arbeitsfreude, Intelligenz und Neugier.
Roland Tauchmann, Kommandant der Rettungshundestaffel Kärnten, erklärt die Notwendigkeit des Trainings: „Um möglichst rasch in ein Suchgebiet zu gelangen, ist der Hubschrauber oft die beste Wahl. Für einen Hund ist ein solcher Flug natürlich eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, diese Situationen regelmäßig und unter realistischen Bedingungen zu trainieren.“
Zusammenarbeit mit der Polizei
Einmal jährlich wird das Fliegen geübt. Fluggerät und Crew stellt die Polizei, deren Fachleute auch die Sicherheitseinweisung übernehmen. Tauchmann betont die gute organisationsübergreifende Zusammenarbeit in Kärnten, die auch im echten Einsatz funktioniere.
Das Übungsszenario simulierte einen Ernstfall: Nach schweren Unwettern werden sechs Menschen in schwer zugänglichem Gelände vermisst. Die Rettungshundestaffel soll mit dem Polizeihubschrauber in das Katastrophengebiet eingeflogen werden.
Behutsame Vorbereitung auf die Höhe
Die Tiere werden schrittweise auf solche Einsätze vorbereitet. Eine Trainingsstation führt zur Feuerwehr Villach, wo es mit der Drehleiter rund 30 Meter nach oben geht. So lernen die Vierbeiner, auch in luftiger Höhe ruhig zu bleiben.
Bei der Hubschrauberübung gewöhnen sich die Hunde zunächst an die stehende Maschine. Im nächsten Schritt geht es bei laufendem Motor an Bord. Hunde sowie Hundeführerinnen und Hundeführer sind dabei vor allem durch Rotorenlärm und starken Luftstrom gefordert.
Flug am Seil als Königsdisziplin
Die anspruchsvollste Übung ist der Flug am Seil. Dabei hängen Hundeführerinnen und Hundeführer, Hund und ein sogenannter Flying Operator mehrere Meter unter dem Helikopter. Neben Lärm und Wind kommen nun auch die ungewohnte Höhe und das freie Schweben durch die Luft hinzu.
Der Flug dauert nur wenige Minuten. Sobald der Helikopter das Zielgebiet erreicht, verringert er seine Flughöhe, bis die Hundeführerin oder der Hundeführer wieder festen Boden unter den Füßen hat. Danach wird der Hund von der Sicherung gelöst. Der Flying Operator fliegt am Seil wieder zurück und holt das nächste Suchteam.
Die meisten Hunde bleiben bemerkenswert ruhig. Tauchmann sagt: „Wichtig ist vor allem, dass Mensch und Tier einander vertrauen. Die Hundeführerinnen und Hundeführer bleiben ganz nah bei ihren Hunden. Sie geben ihnen Sicherheit und achten genau darauf, wie die Tiere reagieren.“
Direkt in den Suchmodus
Wenn der Hubschrauber gelandet ist, beginnt für die Hunde die richtige Arbeit. Sie haben kaum Zeit, sich einzugewöhnen, und müssen gleich in den Suchmodus schalten. Das heißt: Sie nehmen die Witterung auf und durchsuchen das Gelände Schritt für Schritt. Als alle „Vermissten“ gefunden waren, war die Übung geschafft.
Die Teams übten die ganze Einsatzkette. Sie begann mit der Erkundung aus der Luft, ging weiter mit dem Transport ins Suchgebiet und endete mit der Suche. Für das ganze Team war der Vormittag ein wichtiger Test in der Praxis.
Quelle: https://www.samariterbund.net/aktuell/detail/rettungshunde-im-flugmodus-17621
Worüber spricht Villach morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.