Ringelnatter in Kärnten: Zwei Arten leben in Österreich

Pia ProdingerPia Prodinger
Ringelnatter mit gespaltener Zunge in grüner Natur, nahaufnahme
© reichenau.gv.at

Der Reptilienzoo Nockalm stellt die Ringelnatter vor, die in seinem privaten Naturschutzgebiet lebt. Die ungiftige Schlange ist eine der bekanntesten heimischen Arten und spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem.

Der Reptilienzoo Nockalm hat in einem Fotobeitrag eine Ringelnatter (Natrix natrix) vorgestellt, die in der sogenannten Wildlife Range des Zoos lebt. Dabei handelt es sich um ein privates Naturschutzgebiet, das direkt an den Zoo angrenzt und zahlreichen Reptilienarten Lebensraum bietet.

Die Ringelnatter zählt zu den bekanntesten und harmlosesten Schlangenarten in Österreich. Als ungiftige Natter erfüllt sie eine zentrale Funktion in heimischen Ökosystemen und hält sich bevorzugt in Gewässernähe auf. Ihren Namen erhielt sie aufgrund der auffälligen hellen, meist gelblich-weißen Flecken hinter dem Kopf, die an einen Ring oder Kragen erinnern.

Der wissenschaftliche Name Natrix bedeutet „Wasserschlange“ oder „Die Schwimmerin“. Der Naturforscher Linné beschrieb die Art ursprünglich als Coluber natrix, bevor sie später in die Gattung Natrix eingeordnet wurde.

Verbreitung in Österreich: Zwei Arten statt einer

In Österreich leben mittlerweile zwei unterschiedliche Arten, nachdem der frühere Artenkomplex aufgespalten wurde: die Ringelnatter (Natrix natrix) und die Barren-Ringelnatter (Natrix helvetica).

Natrix natrix ist vor allem im Osten und Nordosten des Landes anzutreffen – in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland sowie Teilen der Steiermark und Oberösterreichs. Natrix helvetica besiedelt hingegen hauptsächlich den Westen Österreichs, also Vorarlberg, Tirol und weite Teile Salzburgs.

In einem Übergangsbereich in Oberösterreich und Teilen Salzburgs treffen beide Arten aufeinander. Dort existieren auch Hybridzonen, in denen sich die beiden Arten gelegentlich kreuzen.

Die aktuelle Verbreitung in Kärnten wird noch erforscht. Seit die Barren-Ringelnatter 2017 als eigenständige Art anerkannt wurde, werden ältere Fundmeldungen nach und nach überprüft. Nach heutigem Kenntnisstand kommt in Kärnten in erster Linie Natrix natrix vor, während Natrix helvetica vor allem im Westen Österreichs ihren Verbreitungsschwerpunkt hat. Funde in der Gegend deuten jedoch darauf hin, dass es auch in Kärnten eine Hybridisierungszone zwischen den beiden Arten geben könnte.

Lebensraum und Merkmale

Die Ringelnatter bevorzugt naturnahe Gewässer wie Teiche, Seen, Altarme, Sümpfe, Gräben und langsam fließende Bäche. Ebenso wichtig sind strukturreiche Uferbereiche mit Röhricht, Wiesen, Hecken oder Totholz. Obwohl sie ausgezeichnet schwimmen und tauchen kann, verbringt sie einen großen Teil ihres Lebens an Land, wo sie sonnige Plätze zum Aufwärmen und geschützte Verstecke sucht.

Mit einer durchschnittlichen Länge von 70 bis 100 Zentimetern gehört die Ringelnatter zu den größeren heimischen Schlangen. Weibchen werden deutlich größer als Männchen und können Längen von bis zu 150 Zentimetern erreichen. Die Grundfarbe variiert von Grau über Oliv bis Braun oder Schwarz. Typisch sind dunkle Flecken auf dem Rücken sowie die markanten Nackenflecken, die allerdings bei älteren oder melanistischen Tieren kaum noch sichtbar sein können.

Nahrung und natürliche Feinde

Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Amphibien. Frösche, Kröten und Molche bilden den Hauptteil ihrer Nahrung. Daneben werden auch kleine Fische, Kaulquappen und gelegentlich kleine Säugetiere oder Jungvögel erbeutet. Anders als Giftschlangen überwältigt die Ringelnatter ihre Beute ohne Gift und verschlingt sie meist lebend.

Die Ringelnatter selbst hat zahlreiche natürliche Feinde. Greifvögel wie Bussarde oder Milane, Reiher, Störche, Füchse, Marder, Wildschweine und Hauskatzen stellen ihr nach. Bei Gefahr setzt sie auf verschiedene Verteidigungsstrategien: Meist flüchtet sie ins Wasser oder ins dichte Unterholz. Fühlt sie sich in die Enge getrieben, zischt sie laut, stellt sich tot oder sondert ein stark übelriechendes Sekret aus ihren Analdrüsen ab.

Bestände gehen regional zurück

Obwohl die Ringelnatter vielerorts noch häufig vorkommt, gehen ihre Bestände regional zurück. Die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Begradigung von Gewässern und der Straßenverkehr setzen der Art zunehmend zu. Der Erhalt naturnaher Gewässer und strukturreicher Uferzonen ist daher wichtig. Wo sich Ringelnattern wohlfühlen, finden meist auch zahlreiche Amphibien und viele andere Tierarten einen geeigneten Lebensraum.

Der Reptilienzoo Nockalm weist darauf hin, dass Besucher auch von den offiziell zugänglichen Wegen aus häufig verschiedene Schlangenarten und andere Reptilien in der Wildlife Range entdecken können.

Quelle: https://www.reichenau.gv.at/unser-reichenau/neuigkeiten?posts=6a7039f5107464651bf69617

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