Roboter-Bypass-OP erstmals in Linz durchgeführt

Am Kepler Universitätsklinikum in Linz wurde erstmals eine Bypass-Operation mithilfe eines Roboters durchgeführt. Der Eingriff ermöglicht eine deutlich kürzere Aufenthaltsdauer im Spital, so der ORF.
Am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz ist erstmals eine Bypass-Operation mit einem Roboter durchgeführt worden. Der Eingriff stellt eine schonendere Alternative zu klassischen Herzoperationen dar.
Bei herkömmlichen Eingriffen am Herzen wird das Brustbein durchtrennt, was das Risiko von Knocheninfektionen steigert. Zudem muss der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden, was unter anderem Schwierigkeiten mit der Blutgerinnung verursachen kann.
Die robotergestützte Methode ermöglicht eine wesentlich raschere Genesung. Patienten kommen schneller wieder auf die Beine, die stationäre Aufenthaltsdauer lässt sich auf die Hälfte verkürzen.
Mehr Bewegungsfreiheit als bei Schlüssellochchirurgie
Der Roboter-Eingriff bietet dem Chirurgen mehr Optionen als die minimalinvasive Schlüssellochchirurgie. Man könne sich im Körperinneren des Patienten quasi „frei bewegen“, erklärt Zierer. Möglich machen dies die Gelenke am Roboterarm, den der Operateur sitzend an einer Konsole steuert.
Aktuell können und dürfen ausschließlich Bypass-Operationen auf diese Weise vorgenommen werden. Die Zulassung neuer Systeme stehe in Europa jedoch unmittelbar bevor. Dann werden auch andere Eingriffe wie Herzklappen-Operationen mittels Roboter durchführbar sein.
Zierer geht davon aus, dass langfristig etwa die Hälfte aller Herzoperationen für diese Methode infrage kommen. In Oberösterreich werden derzeit 1.600 Herz-OPs pro Jahr durchgeführt. Für die breite Ausrollung fehlen allerdings noch Zulassungen.
Ein Roboter für mehrere Abteilungen
Derzeit steht am KUK ein DaVinci-Roboter zur Verfügung, der der Herzchirurgie einmal im Monat zugeteilt wird. Die Kosten für ein solches Gerät belaufen sich auf zwei bis 2,5 Millionen Euro.
Gesundheitsreferentin und Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) verwies auf die in Ausarbeitung befindliche Roboterstrategie des Landes.
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