Röhl über Kapitänsfrage und Siegermentalität in Salzburg

Der neue Cheftrainer des FC Red Bull Salzburg, Danny Röhl, spricht im Trainingslager in Flachau über seine ersten Wochen im Amt. Der 37-Jährige erklärt, wie er die Kapitänsfrage angeht und welche Mentalität er von seiner Zeit beim FC Bayern mitbringt.
Seit etwa drei Wochen ist Danny Röhl als Cheftrainer beim FC Red Bull Salzburg tätig. Im Trainingslager in Flachau gewährt der Deutsche Einblicke in seinen Wechsel nach Österreich und seine Arbeitsweise.
Vom Rangers-Manager zum Salzburg-Trainer
Bei seinen beiden vorherigen Stationen in Sheffield und bei den Glasgow Rangers musste Röhl jeweils seinen Familienurlaub unterbrechen. Diesmal verlief es anders: „Als Rangers-Manager bin ich abgeflogen, als Salzburg-Trainer gelandet“, beschreibt er die Situation. Der Wechsel erfolgte rund um seinen Urlaub, ohne dass dieser abgebrochen werden musste.

Trainerteam mit besonderer Geschichte
Röhl hat Assistenztrainer Sascha Lense und Spielanalyst Tristan Steiner aus Glasgow mitgebracht. Lense kennt der 37-Jährige bereits aus seiner Zeit in Leipzig. Eine besondere Verbindung: Lense war einst Röhls Kindheitsidol, als er für den FSV Zwickau spielte. „Er ist mein engster Vertrauter, gerade auch neben dem Platz“, erklärt Röhl die Rolle seines Assistenten.
Tristan Steiner bewarb sich vor zwei Jahren über LinkedIn bei Röhl – damals noch als Jura-Student im Auslandssemester. Dessen Einsatzbereitschaft und ständige Verfügbarkeit überzeugten den Trainer. Mit Co-Trainer Sebastian Heidinger kreuzte sich Röhl bereits in Leipzig, als dieser dort noch als Spieler aktiv war.
Siegermentalität vom FC Bayern
Aus seiner Zeit beim FC Bayern München bringt Röhl eine klare Vorstellung mit: „Es macht einfach Spaß, Spiele und Titel zu gewinnen. Das ist die Mentalität, die ich hier jeden Tag sehen möchte“, betont er. In München habe ihn fasziniert, dass jeder in jedem Moment gewinnen wollte – egal ob im Training oder im Spiel.
Der Trainer setzt auf kontinuierliche Verbesserung: Wenn man sich jeden Tag um ein Prozent steigere, werde das Endergebnis sehr gut sein.
Kapitänsfrage noch offen
Nach dem Abgang von Mads Bidstrup ist die Kapitänsfrage beim FC Red Bull Salzburg noch nicht geklärt. Röhl befindet sich nach eigenen Angaben mitten im Beobachtungsprozess. Der Kapitän müsse eine Vertrauensperson sein, mit der er offen über alle Themen sprechen könne.
Wichtiger als ein einzelner Anführer sei ihm jedoch die Entwicklung einer ganzen Gruppe von Leadern. „Gerade bei so einer jungen Mannschaft ist es entscheidend, dass wir alle gemeinsam Verantwortung übernehmen“, erklärt der 37-Jährige. Es gehe darum, aktiv Leadership zu entwickeln statt nur Follower zu sein.
Taktische Ausrichtung und Vorbereitung
Erstmals seit drei Jahren kann Röhl eine Mannschaft direkt zur Saisonvorbereitung übernehmen. Seine beiden vorherigen Stationen hatte er jeweils mitten in der Saison mit großem Punkterückstand angetreten.
In den ersten beiden Wochen lag der Fokus auf dem Spiel in Ballbesitz. Röhl will spielerische Lösungen gegen tief stehende Gegner entwickeln. Gleichzeitig sollen die traditionellen Stärken des Vereins – das schnelle Umschaltspiel und das aggressive Pressing – erhalten bleiben. Das Testspiel gegen Gornik habe bereits gezeigt, dass es in die richtige Richtung gehe.
Einleben in Salzburg
Die ersten Wochen in Salzburg waren laut Röhl extrem intensiv. Er hat bereits eine Wohnung gefunden und seine Familie wird übernächste Woche nachkommen. Das Trainingszentrum und die Umgebung mit den Bergen und Seen begeistern ihn.
Der sportliche Erfolg bleibe aber das Wichtigste: „Am meisten Spaß macht es an einem Ort, wenn man gemeinsam Siege einfährt, und genau dafür sind wir hier“, so Röhl abschließend.
Quelle: https://www.redbullsalzburg.at/de/aktuelles/interview/danny-roehl-trainingslager-flachau-2026
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