Roma-Beirat: Voice of Diversity kritisiert Zusammensetzung

Pia ProdingerPia Prodinger
Burgenland-Roma, Sinti, Kalderasch und Lovara in Österreich, Siegel mit Überprüfung, September 2026, Gurbet
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Verein Voice of Diversity übt scharfe Kritik an der vom Ministerrat beschlossenen Neubestellung des Volksgruppenbeirates für Roma. Die Zusammensetzung werde der Vielfalt der Volksgruppe nicht gerecht, insbesondere die Lovara seien nicht ausreichend vertreten.

Am 22. September 2026 hat der Ministerrat die Neubestellung des Volksgruppenbeirates für die Volksgruppe der Roma beschlossen. Der Verein Voice of Diversity wendet sich nun mit deutlichen Einwänden gegen die beschlossene Zusammensetzung und verlangt eine erneute Überprüfung durch das Bundeskanzleramt.

Nach Ansicht des Vereins bildet der Beirat die Vielfalt der Roma in Österreich nicht angemessen ab. Besonders die Interessen der Lovara würden nicht ausreichend berücksichtigt. „Die Volksgruppe der Roma besteht aus Lovara, Sinti, Kalderasch, Gurbet, burgenländischen Roma und weiteren Gruppen. Diese Vielfalt muss sich auch im Volksgruppenbeirat widerspiegeln“, heißt es in der Stellungnahme von Voice of Diversity.

Kritik an kirchlicher Beteiligung

Der Verein zeigt sich zudem irritiert darüber, dass bei der Auswahl der Beiratsmitglieder Vertreter der Erzdiözesen Wien und Eisenstadt eingebunden wurden. Da Roma unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehörten, werde damit ausschließlich die katholische Kirche bevorzugt.

Verwandtschaftliche Verflechtungen bemängelt

Problematisch sei außerdem, dass mehrere vorgeschlagene Mitglieder in einem engen verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander stünden. Zudem gehörten zwei Mitglieder demselben Verein an. Dies stelle die ausgewogene und unabhängige Interessenvertretung aller Roma-Gruppen in Österreich infrage.

Voice of Diversity fordert das Bundeskanzleramt auf, die Zusammensetzung des Volksgruppenbeirates erneut zu prüfen und die kulturelle, regionale und weltanschauliche Vielfalt der Roma in Österreich angemessen zu berücksichtigen.

Quelle: OTS

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