Rosen verurteilt Ben-Gvir als „Schande für Israel“

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten, Elie Rosen, hat Israels Minister für nationale Sicherheit scharf kritisiert. Itamar Ben-Gvir hatte gefordert, in Gaza täglich Dutzende Menschen gezielt zu töten.

Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten, hat die jüngsten Aussagen von Itamar Ben-Gvir scharf verurteilt. Der israelische Minister für nationale Sicherheit hatte in einem Podcast-Interview mit Rom Braslavski, einem ehemaligen Geiseln im Gazastreifen, gefordert, dort jede Nacht „30 bis 40“ Personen gezielt zu töten. Diese Tötungen sollten sich laut Ben-Gvir nicht nur auf Personen beschränken, von denen eine unmittelbare Gefahr ausgehe. Es gebe dort Menschen, die es nicht verdienten zu leben und „nicht einmal Menschen“ seien, so der Minister.

„Itamar Ben-Gvir ist eine Schande für das gesamte jüdische Volk und eine Schande für den Staat Israel“, erklärte Rosen. Die israelische Regierung müsse sichtbare Konsequenzen ziehen und Ben-Gvir aus der Regierung entfernen. Mit diesen Äußerungen offenbare der Minister erneut seine menschenverachtende Haltung und politische Gefährlichkeit.

Kritik an Reduzierung der Angriffe

Das Gespräch wurde in der ersten Folge von Braslavskis Podcast „8. Oktober“ ausgestrahlt. In der Diskussion über die Folgen des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 kritisierte Ben-Gvir die zuletzt erfolgte Reduzierung israelischer Angriffe im Gazastreifen. Gleichzeitig sprach er sich für israelische Siedlungen im gesamten Gazastreifen aus sowie für eine möglichst weitgehende Auswanderung der palästinensischen Bevölkerung aus dem Gebiet. Er stellte ausdrücklich klar, dass er in dieser Frage eine andere Position als Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vertrete.

Gefahr für Israel und jüdische Gemeinden weltweit

Ben-Gvir sei sowohl eine Gefahr für die innere Sicherheit Israels als auch für die internationale Stellung des jüdischen Staates, so Rosen. Es seien auch die jüdischen Gemeinden außerhalb Israels, die für diese Radikalität einen spürbaren und hohen Preis zu zahlen hätten.

Ein Verbleib Ben-Gvirs in der israelischen Regierung führe Israel Tag für Tag weiter ins Abseits, bekräftigte Rosen. „Israel steht für eine jüdisch geprägte liberale Demokratie. Ben-Gvir gefährdet mit seinen ständigen Provokationen den Einsatz von Sicherheits- sowie Streitkräften und schadet den mühsamen diplomatischen Bemühungen – und ja, auch der pluralistischen israelischen Gesellschaft sowie Juden und Jüdinnen auf der ganzen Welt.“

Quelle: OTS

Worüber spricht Salzburg morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.