Rotes Kreuz bittet um Blutspenden nach Engpass in Graz

In Österreich wird alle 90 Sekunden eine Blutkonserve gebraucht – fast 1.000 pro Tag. Besonders im Sommer wird die Versorgung kritisch, wie ein Vorfall am 25. Juli am Grazer Uniklinikum zeigt, so der ORF.
Österreichweit werden täglich knapp 1.000 Blutkonserven benötigt – etwa alle 90 Sekunden eine, wie das Rote Kreuz mitteilt. Sie werden nach Unfällen, bei Geburten oder für schwer kranke Menschen in Spitälern eingesetzt. Eine künstliche Herstellung ist bis heute nicht möglich, weshalb freiwillige Spenderinnen und Spender unverzichtbar sind.
Vier Alarme an einem Tag
Wie angespannt die Lage werden kann, zeigte sich am 25. Juli im Zentrum für Akutmedizin des Uniklinikum Graz. Dort wurde vier Mal der Alarm „Code Red“ ausgelöst – ein Signal für Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Blutungen. Selbst für das erfahrene Notfallteam war diese Häufung außergewöhnlich. Mehr als 50 Blutkonserven wurden für die Versorgung der Schwerstverletzten gebraucht.
„Der Bericht aus dem LKH-Universitätsklinikum Graz zeigt leider eindringlich, wie schnell große Mengen an Blutkonserven benötigt werden können“, sagt Nina Just vom Blutspendedienst des Roten Kreuzes. Bei schweren Unfällen oder mehreren Verletzten gleichzeitig müsse das Blut bereits vorhanden sein – es könne nicht erst in diesem Moment gespendet werden.
Sommerferien verschärfen die Situation
In den Sommermonaten sinken die Bestände regelmäßig, weil viele Menschen im Urlaub sind und daher nicht spenden können. Erschwerend kommt hinzu, dass Blutkonserven nur 42 Tage haltbar sind. Kontinuierliche Spenden sind daher notwendig, um die Versorgung aufrechtzuerhalten.
Das Rote Kreuz ruft alle gesunden Personen zwischen 18 und 70 Jahren auf, Blut zu spenden. Die Spende selbst dauert sechs bis sieben Minuten, der gesamte Ablauf inklusive Fragebogen, medizinischer Untersuchung und Ruhepause mit Jause etwa 30 bis 45 Minuten.
Wer spenden darf
Spenderinnen und Spender müssen mindestens 50 Kilogramm wiegen. Frauen, intergeschlechtliche und diverse Personen sowie Personen mit offener oder keiner Geschlechtsangabe dürfen bis zu drei Mal pro Jahr Vollblut spenden, Männer bis zu vier Mal.
Zwischen zwei Vollblutspenden müssen mindestens acht Wochen liegen. Nach Antibiotikaeinnahme und bestimmten Impfungen gilt eine Karenzfrist von einigen Tagen bis Wochen, ebenso nach Aufenthalten in Malariagebieten. Wer sich im Sommer ein Piercing außerhalb einer medizinischen Einrichtung stechen ließ, muss vier Monate aussetzen, nach einem Zeckenbiss acht Wochen.
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