Rotes Kreuz Burgenland feiert 80-jähriges Bestehen

Das Rote Kreuz Burgenland hat sein 80-jähriges Jubiläum mit einer Festsitzung im Landtag begangen. Die Hilfsorganisation wurde am 13. August 1946 gegründet und wird heute von rund 3.400 Freiwilligen und etwa 355 hauptberuflichen Mitarbeitern getragen.
Am 3. September fand im Burgenländischen Landtag eine Festsitzung statt, bei der auf acht Jahrzehnte im Zeichen der Menschlichkeit zurückgeblickt wurde. Vertreter aus Politik, Einsatzorganisationen und dem Roten Kreuz würdigten die Geschichte der Organisation und dankten jenen Menschen, die das Rote Kreuz Burgenland bis heute prägen.
Der selbstständige Landesverband Burgenland des Österreichischen Roten Kreuzes wurde am 13. August 1946 ins Leben gerufen. Aus schwierigsten Anfangsbedingungen entwickelte sich die Organisation in acht Jahrzehnten zu einer der wichtigsten Hilfsorganisationen des Bundeslandes.
Politische Prominenz und Einsatzorganisationen vertreten
Zu den Ehrengästen zählten Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf, Diözesanbischof Ägidius Zsifkovits, Landesrat Leonhard Schneemann in Vertretung des Landeshauptmannes sowie der Zweite Landtagspräsident Johann Tschürtz. Auch Vertreter befreundeter Einsatzorganisationen wie Feuerwehr, Bundesheer, Polizei, Arbeiter-Samariter-Bund und Wasserrettung waren anwesend. Bundesrettungskommandant Gerry Foitik sowie zahlreiche Funktionäre und Mitarbeiter des Roten Kreuzes Burgenland nahmen ebenfalls teil.
Landtagspräsidentin Eisenkopf betonte in ihrer Rede den Einsatz der Menschen, die das Rote Kreuz über Generationen hinweg getragen haben: „Das Rote Kreuz Burgenland und dessen Arbeit ist seit jeher getragen von Menschen, die nicht nur ihre Zeit – davon auch oft viel kostbare Freizeit – sondern vor allem auch viel Kraft dafür aufgewendet haben, um für andere da zu sein.“ Sie würdigte den stetigen Einsatz für die Menschen und dankte allen, die die 80 Jahre geprägt haben.
Präsident blickt in die Zukunft
Präsident Werner Krischka verband seinen Dank mit einem Ausblick auf kommende Herausforderungen. Er dankte den freiwilligen und hauptberuflichen Mitarbeitern, Zivildienstleistenden, Teilnehmern des Freiwilligen Sozialjahres sowie den Funktionären und Partnern. Das Jubiläum sei zugleich ein Auftrag: „Wir müssen das Rote Kreuz weiterentwickeln und für die Herausforderungen der Zukunft stark aufstellen. Unser Ziel muss sein, der nächsten Generation eine moderne und starke Organisation zu übergeben.“
Vom Rettungswagen zum flächendeckenden Hilfsnetz
Die Anfänge im Jahr 1946 waren bescheiden: nur ein Rettungswagen, wenig Ausstattung und kaum finanzielle Mittel standen zur Verfügung. In den Nachkriegsjahren verteilte die Organisation Lebensmittel, Kleidung und die sogenannten „Schweizer Packerl“. 1956 half das Rote Kreuz während des Ungarischen Volksaufstands an der Grenze, 1989 betreute es Zehntausende Menschen auf der Flucht aus der DDR und 2015 innerhalb weniger Wochen rund 300.000 Menschen.
Aus dem damaligen Krankentransport entwickelte sich ein moderner Rettungsdienst. Hinzu kamen Pflege und Betreuung, soziale Dienste, Krisenintervention, Team Österreich Tafel, Jugend- und Bildungsarbeit sowie zahlreiche weitere Angebote. Heute wird das flächendeckende Netz der Hilfe von rund 3.400 Freiwilligen und etwa 355 hauptberuflichen Mitarbeitern getragen, ergänzt durch Zivildienstleistende und Teilnehmer des Freiwilligen Sozialjahres.
Persönliche Einblicke und Ehrung
Persönliche Perspektiven auf die Entwicklung der Organisation gaben Landesrat Schneemann, der selbst Zivildiener, Sanitäter und Ortsstellenleiter in Oberkohlstätten war, sowie Bundesrettungskommandant Foitik, der dem Roten Kreuz seit 1988 verbunden ist. Sie blickten auf die Veränderungen innerhalb der Organisation und auf künftige Herausforderungen.
Ein Höhepunkt der Festsitzung war die Ehrung von Vizepräsident und Bezirksstellenleiter Leo Radakovits. Für seine Verdienste um das Rote Kreuz erhielt er von Präsident Krischka die Goldene Verdienstmedaille. Landtagspräsidentin Eisenkopf, Landesrat Schneemann und Bundesrettungskommandant Foitik begleiteten die Ehrung.
Durch die Festsitzung führte Manuel Komosny, Pressesprecher des Roten Kreuzes Burgenland, der auch den historischen Rückblick gestaltete. Ein Quartett der Joseph Haydn Privathochschule sorgte für die musikalische Umrahmung. Den Abschluss bildete die Burgenländische Landeshymne.
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