Rotes Kreuz gibt Tipps für sicheren Wandertag in Kärnten

Das Rote Kreuz Kärnten rät zu guter Vorbereitung und ausreichend Flüssigkeit beim Wandern. Im Notfall sei es wichtig, ruhig zu bleiben und rasch den Rettungsdienst zu alarmieren.
In den Sommermonaten sind die Kärntner Berge ein beliebtes Ausflugsziel für zahlreiche Menschen. Doch auch auf vermeintlich einfachen Wanderungen können Unfälle oder gesundheitliche Probleme auftreten. Ein Fehltritt, Kreislaufprobleme aufgrund hoher Temperaturen oder Verletzungen können rasch zu einer Notlage führen. In solchen Situationen sei es wichtig, die Lage richtig einzuschätzen und Erste Hilfe zu leisten, betont das Rote Kreuz Kärnten.
„Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte sich bewusst sein, dass professionelle Hilfe nicht immer innerhalb weniger Minuten verfügbar ist. Umso wichtiger ist es, grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen zu kennen und im Ernstfall umzusetzen“, erklärt Rotkreuz-Präsident Martin Pirz. Dabei gehe es nicht darum, alles perfekt zu machen. Entscheidend sei, Hilfe zu leisten, bei der betroffenen Person zu bleiben und weitere Unterstützung zu organisieren.
Gute Vorbereitung ist entscheidend
Nach Angaben des Roten Kreuzes beginnt Erste Hilfe bereits vor dem Start einer Wanderung. Die gewählte Route sollte an die Kondition und Erfahrung aller Teilnehmenden angepasst werden. Ebenso sei es wichtig, die Wetterprognosen und die Wetterentwicklung im Auge zu behalten. Zur empfohlenen Grundausstattung zählen festes Schuhwerk, Sonnen-, Regen- und Kälteschutz sowie ausreichend Flüssigkeit. Darüber hinaus sollten ein Erste-Hilfe-Set und ein aufgeladenes Mobiltelefon beziehungsweise eine Powerbank mitgeführt werden.
Vorsicht bei hohen Temperaturen
Besonders an heißen Sommertagen ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Hohe Temperaturen stellen eine zusätzliche Belastung für den Körper dar. Regelmäßiges Trinken, ausreichende Pausen und das Vermeiden der größten Hitze können helfen, gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schwäche oder Krämpfe können auf einen Hitzenotfall hinweisen.
Treten solche Beschwerden auf, sollte die körperliche Belastung sofort beendet werden. Die betroffene Person sollte in den Schatten oder an einen möglichst kühlen Ort gebracht werden. Zudem empfiehlt es sich, einengende Kleidung zu lockern und Maßnahmen zur Kühlung zu setzen. Kommt es zu einer Verschlechterung des Zustands oder treten Bewusstseinsstörungen auf, sollte umgehend die Notrufnummer 144 verständigt werden.
Verhalten bei Verletzungen
Bei Verletzungen von Knochen oder Gelenken sollte die betroffene Körperregion möglichst ruhiggestellt und nicht unnötig bewegt werden. Bestehen starke Schmerzen oder offensichtliche Verletzungen, sollte die Wanderung keinesfalls fortgesetzt werden. Kleinere Schürf- oder Schnittverletzungen können zunächst mit sauberem Wasser gereinigt und anschließend mit einer sterilen Wundauflage versorgt werden. Bei starken Blutungen ist rasch Druck auf die Wunde auszuüben und Hilfe zu verständigen.
Sicherheit geht vor
Bevor Erste Hilfe geleistet wird, sollte auch im Gelände zunächst auf mögliche Gefahren geachtet werden. Absturzgefahr, Steinschlag oder aufziehende Gewitter können Helfende zusätzlich gefährden. „Erste Hilfe beginnt immer mit Eigenschutz. Niemandem ist geholfen, wenn aus einer verletzten Person zwei werden“, betont Pirz.
Ist die Situation abgesichert, sollte man bei der verletzten Person bleiben, beruhigend auf sie einwirken und sie vor Sonne, Kälte oder Nässe schützen. Zudem sollte ihr Zustand bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte laufend beobachtet werden.
Notruf richtig absetzen
Bei akuten medizinischen Notfällen sollte so rasch wie möglich die Notrufnummer 144 verständigt werden. Falls keine Verbindung hergestellt werden kann, steht auch der Euro-Notruf 112 zur Verfügung. Wichtig ist, die Situation möglichst genau zu schildern und die Fragen der Leitstelle zu beantworten. Angaben zum Standort, etwa durch GPS-Koordinaten oder die Positionsdaten des Mobiltelefons, können die Auffindung des Einsatzortes erleichtern.
Außerdem sollte das Gespräch nicht eigenständig beendet werden. Stattdessen empfiehlt es sich, die Anweisungen der Leitstelle abzuwarten und das Mobiltelefon für mögliche Rückfragen erreichbar zu halten.
Viele Menschen hätten Sorge, in Notfällen Fehler zu machen, so das Rote Kreuz. Diese Hemmschwelle gelte es abzubauen. „Man muss kein Profi sein, um helfen zu können. Entscheidend ist, hinzusehen, zu handeln und Hilfe zu holen“, sagt Pirz. Wer seine Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig auffrische, gewinne vor allem Sicherheit für jene Situationen, in denen schnelle Hilfe gefragt ist.
Quelle: https://www.roteskreuz.at/kaernten/news/aktuelles/sicher-unterwegs-am-berg
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