Rotes Kreuz Steiermark startet Reformprozess

Das Rote Kreuz Steiermark hat nach dem Führungswechsel einen umfassenden Dialog- und Reformprozess gestartet. In vier Sitzungen wurden die aktuelle Lage und der weitere Weg der Organisation beraten.
Das Rote Kreuz Steiermark hat in den vergangenen beiden Tagen einen internen Dialog- und Reformprozess eingeleitet. In vier Sitzungen mit dem Präsidium, den Bezirksstellenleiterinnen und -leitern, den stimmberechtigten Mitgliedern des Verbandsausschusses sowie den Ortsstellenleiterinnen und -leitern wurden die gegenwärtige Situation, der bestehende Reformauftrag und die künftige Ausrichtung diskutiert.
Präsident Michael Gruber erklärte, die vergangenen Wochen hätten innerhalb der Organisation verständlicherweise viele Fragen aufgeworfen. „Deshalb war für mich klar: Wir müssen zuerst intern informieren, zuhören und die Menschen einbinden, die das Rote Kreuz Steiermark jeden Tag tragen“, so Gruber. Trotz des Führungswechsels bleibe der bereits 2024 formulierte Reformauftrag unverändert aufrecht.
Im Zentrum stehen Transparenz, Vertrauen und Wertschätzung. Zudem sollen Regionalität, Beteiligung, eine Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen sowie eine nachhaltige Finanzierung konsequent weiterverfolgt werden. Gruber betonte, man beginne nicht von vorne. Es gebe Vorarbeiten und einen klaren Reformauftrag, nun gehe es darum, daraus konkrete Maßnahmen zu entwickeln.
Bestandsaufnahme und Regionalität im Fokus
Zunächst ist eine umfassende Bestandsaufnahme geplant. Strukturen, Prozesse, Zuständigkeiten und finanzielle Rahmenbedingungen sollen geprüft werden, um notwendige Entscheidungen auf einer nachvollziehbaren Grundlage vorzubereiten. Dieser Ansatz wurde auch dem Verbandsausschuss vorgestellt.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Bezirken und Ortstellen. Die Regionalität des Roten Kreuzes Steiermark soll erhalten und gestärkt werden. Bezirke und Ortstellen sollen frühzeitig eingebunden und Informationswege zwischen Landesorganisation, Bezirken und Ortstellen verbessert werden. „Das Rote Kreuz Steiermark lebt von den Menschen vor Ort. Von unseren hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Ortstellen und Bezirken. Ihre Erfahrungen und ihr Wissen brauchen wir, wenn wir die Organisation gemeinsam weiterentwickeln wollen“, betonte Gruber.
Steiermark-Tour 2026 in den Bezirken
Als nächster Schritt folgt die Steiermark-Tour 2026. Der Amtsführende Präsident Michael Gruber und der Zentralbetriebsrat gehen in den kommenden Wochen direkt in die Bezirke. Bei den Informations- und Dialogveranstaltungen sollen insbesondere die aktuelle finanzielle Situation, die Ursachen und Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Entwicklung, notwendige Reformen und strukturelle Veränderungen sowie der weitere Prozess diskutiert werden. Ausdrücklich vorgesehen ist auch ausreichend Raum für Fragen, Einschätzungen und Anregungen aus den Regionen.
„Wir wollen die aktuelle Situation nicht aus der Distanz erklären. Wir gehen in die Bezirke, informieren vor Ort, hören zu und diskutieren miteinander“, erklärte Gruber.
Klarer Prozess für die kommenden Monate
Für die kommenden Monate setzt das Präsidium auf einen klaren Prozess. Zunächst sollen Handlungsfähigkeit und Stabilität gesichert, anschließend Vertrauen und Verlässlichkeit gestärkt und darauf aufbauend notwendige Entscheidungen getroffen und eine Zukunftsagenda entwickelt werden.
Gruber abschließend: „Es geht jetzt nicht um einzelne Personen oder Gruppen. Es geht um das gesamte Rote Kreuz Steiermark. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Freiwilligen und vor allem gegenüber den Menschen in der Steiermark. Diesen Weg wollen wir transparent, verantwortungsvoll und gemeinsam gehen.“
Quelle: https://www.roteskreuz.at/steiermark/news/presse-und-medienservice/dialog-und-reformprozess
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