Rotes Kreuz und Saubermacher testen Textilrecycling

Pia ProdingerPia Prodinger
Hans Ebner, Elisabeth-Kitzler, Markus Wölbitsch und zwei weitere Personen vor dem Roten Kreuz.
© RK NÖ/M. Hechenberger, Martina Majland

Das Rote Kreuz Niederösterreich und das Recyclingunternehmen Saubermacher haben ein einjähriges Pilotprojekt gestartet. Dabei wird untersucht, wie unverkaufte Kleidung aus Second-Hand-Läden stofflich verwertet werden kann.

Das Rote Kreuz Niederösterreich und Saubermacher wollen in einem gemeinsamen Projekt herausfinden, wie gespendete Textilien, die sich nicht mehr verkaufen lassen, recycelt werden können. Das auf zwölf Monate angelegte Pilotprojekt soll Aufschluss darüber geben, welche Verwertungswege für verschiedene Materialien möglich sind.

Im Mittelpunkt stehen Kleidungsstücke aus den 37 Henry Läden in Niederösterreich, die trotz mehrfacher Verkaufsversuche und Preisreduktionen keine Käufer finden. Erst wenn auch eine Weitergabe an Sozialvereine oder der Einsatz bei karitativen Hilfseinsätzen, etwa nach Hochwasserkatastrophen, nicht mehr infrage kommt, werden die Textilien für das Projekt verwendet. In der Testphase handelt es sich um rund 20 Tonnen unverkaufte Alttextilien.

Materialanalyse und Recyclingwege

Saubermacher analysiert nach einer gründlichen Sortierung die Zusammensetzung der Kleidung und prüft, welche Materialien enthalten sind. Anschließend wird ermittelt, welche Fraktionen sich für ein sogenanntes Closed-Loop-Verfahren eignen. Bei diesem Verfahren werden Fasern aus Alttextilien so aufbereitet, dass sie erneut in der Textilproduktion eingesetzt werden können.

Textilien, die sich nicht zu neuem Garn verarbeiten lassen, können in Open-Loop-Anwendungen verwendet werden – etwa für Automobilzubehör, Dämmstoffe, Möbel oder Akustikpaneele. Nur wenn weder Wiederverwendung noch stoffliches Recycling technisch oder wirtschaftlich sinnvoll ist, erfolgt als letzte Option die thermische Verwertung.

Datengrundlage für künftige Entscheidungen

Das Projekt ist bewusst als Pilotphase angelegt. Die Materialzusammensetzungen und möglichen Recyclingwege werden dokumentiert, um belastbare Erkenntnisse über die Verwertungsmöglichkeiten zu gewinnen. Für Kunden und Spender der Henry Läden ändert sich nichts: Der Wiederverkauf geeigneter Kleidungsstücke hat weiterhin Vorrang.

„Als Rotes Kreuz Niederösterreich verhelfen wir gebrauchten Gegenständen und Bekleidung zu einem zweiten Leben“, sagte Hans Ebner, Präsident des Roten Kreuzes Landesverband Niederösterreich. Mit dem Pilotprojekt wolle man herausfinden, wie auch jene Textilien, die selbst nach mehrfachen Verkaufsversuchen keine Abnehmer finden, künftig möglichst hochwertig im Kreislauf gehalten werden können.

Andreas Opelt, CEO von Saubermacher, betonte: „Kreislaufwirtschaft ist Teamplay und gelingt nur, wenn unterschiedliche Partner zusammenkommen.“ Das Rote Kreuz bringe jahrelange Erfahrung im Bereich Reuse mit, Saubermacher sein Know-how in Materialanalyse und Recycling.

Henry Läden in Niederösterreich

Seit der Eröffnung des ersten Standorts im Jahr 2013 in Baden hat sich das Netz der Henry Läden kontinuierlich erweitert. Mittlerweile gibt es 37 Standorte in ganz Niederösterreich. Im Sortiment finden sich Damen-, Herren-, Kinder- und Jugendbekleidung sowie Schuhe, Taschen und Accessoires, an manchen Standorten auch Geschirr und Möbel. Die Erlöse fließen in soziale Projekte der Gesundheits- und Sozialen Dienste der jeweiligen Rotkreuz-Bezirksstellen sowie in die Spontanhilfe.

Quelle: https://saubermacher.com/presse/textilrecycling-rotes-kreuz-saubermacher-pilotprojekt

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