RSV-Infektionen: 1.100 Kinder jährlich im Spital

Pia ProdingerPia Prodinger
Lupe untersucht roten Virus auf Mundschutz eines Mannes im Profil vor rosa Hintergrund
© Monstera Production / Pexels (Symbolbild)

Das Respiratorische Synzytial-Virus verursacht in Österreich pro Jahr mehr als 1.100 Krankenhausaufenthalte bei Kleinkindern. Seit 2025 steht eine kostenlose Immunisierung zur Verfügung.

In Österreich werden jährlich rund 54.600 Kinder in den ersten Lebensjahren mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) infiziert. Mehr als 1.100 von ihnen müssen im Spital behandelt werden. Nahezu alle Kinder stecken sich innerhalb der ersten beiden Lebensjahre mit dem Virus an. Eine überstandene Infektion bietet keinen dauerhaften Schutz vor einer neuerlichen Ansteckung.

Während das Virus bei Erwachsenen meist nur Schnupfen und Husten auslöst, kann es bei Säuglingen deutlich schwerer verlaufen. „Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind sehr junge Säuglinge, ehemalige Frühgeborene und Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen“, erklärt Univ. FÄ DDr.in Anna Scheuchenegger, Fachärztin an der Neonatologie auf der MedUni Graz und am LKH Univ.-Klinikum Graz. Rund 70 Prozent der wegen RSV hospitalisierten Kinder seien jedoch gesund und reif geboren.

Behandlung und Belastung für Familien

Eine spezifische antivirale Therapie existiert nicht. Die Behandlung erfolgt unterstützend. Bei schweren Verläufen sind stationäre Überwachung, Infusionen und Sauerstoffgabe notwendig. In besonders schweren Fällen ist maschinelle Beatmung erforderlich.

Ein Krankenhausaufenthalt kann mehrere Tage oder Wochen dauern. Hebamme Christina Kulle, BSc, Leiterin der Landesgeschäftsstelle Kärnten des Österreichischen Hebammengremiums, beschreibt die Situation: „Körperkontakt und Stillen können erschwert sein, die Eltern müssen gleichzeitig die Betreuung weiterer Kinder und die Organisation von Beruf und Alltag bewältigen.“ Dies stelle eine große psychische Belastung für die gesamte Familie dar.

Kostenlose Immunisierung seit 2025

Die Erkrankungen fallen in jene Monate, in denen Kinderstationen und Ambulanzen durch andere Atemwegsinfektionen bereits stark ausgelastet sind. Seit 2025 steht eine passive Immunisierung kostenlos im Rahmen des Kinderimpfkonzepts zur Verfügung.

Die beiden Expertinnen sprechen in der aktuellen Folge des Podcasts „Am Mikro|skop“ über Ansteckungswege, erste Krankheitssymptome und die Rolle von Hebammen und Kinderärztinnen beim RSV-Schutz. Die Episode ist unter www.fopi.at/fopi-podcast/episode-48/ abrufbar.

Scheuchenegger weist in einem Blog-Beitrag auf die doppelte Wirkung von Prävention hin: Eine RSV-Immunisierung schütze Kleinkinder und sorge zugleich in Spitalsambulanzen und Kinderstationen für dringend nötige Entlastung.

Quelle: OTS

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