Ruanda: Firma baut Ladesystem für E-Traktoren

Das Unternehmen MOON hat in Ruanda ein komplettes Energie- und Ladesystem für elektrische Landmaschinen installiert.
Im Herbst 2024 startete das GenFarm-Projekt in Ruanda – eine Initiative zur Elektrifizierung der Landwirtschaft in ländlichen Gebieten Afrikas. Hinter dem Vorhaben stehen das Volkswagen Group Innovation Centre Europe, Volkswagen Mobility Solutions Rwanda, das Rwanda Institute for Conservation Agriculture (RICA) und weitere Partner.
Herzstück des Projekts ist der sogenannte „Empowerment Hub“, kurz E.HUB. Am Pilotstandort Gashora, rund 60 Kilometer von der Hauptstadt Kigali entfernt, können Landwirte elektrische Traktoren samt geschulten Fahrern anfordern. Die Bauern müssen weder Maschinen noch Ladeinfrastruktur selbst kaufen. Der E.HUB stellt die nötige Energie- und Ladetechnik bereit und verknüpft landwirtschaftliche Dienstleistungen mit lokal produziertem Strom.
MOON lieferte Gesamtsystem
Das Unternehmen MOON war für Konzeption, Entwicklung, Installation und Inbetriebnahme des gesamten Energie- und Ladesystems verantwortlich. Dazu gehören der zentrale Energiecontainer, das Energiemanagementsystem, Netzwerk- und Steuerungstechnik sowie Ladetische für die Wechselbatterien der E-Traktoren. MOON integrierte zudem die Photovoltaikanlage, stimmte Energieflüsse und Anlagenparameter ab, führte Systemtests durch und schulte lokale Betreiber ein.
Unterstützt wurde MOON dabei von der Option-e GmbH, einem langjährigen Technologie- und Entwicklungspartner mit Erfahrung in erneuerbaren Energiesystemen, Energiemanagement und Inbetriebnahme.
Konstantin Pache, Projektleiter E.HUB Rwanda bei MOON POWER, erklärte: „Das Projekt steht für einen ganzheitlichen Innovationsansatz: Wir verbinden erneuerbare Energie und elektrische Landwirtschaft mit lokalem Kompetenzaufbau und neuen wirtschaftlichen Perspektiven.“
Microgrid für Netz- und Inselbetrieb
Technische Basis ist ein gebäudeintegriertes Microgrid. Ein zentrales Energiemanagementsystem verbindet die Photovoltaikanlage, die Batteriespeicher, die Verbraucher vor Ort und die Ladestationen. Es funktioniert am öffentlichen Stromnetz und auch im Inselbetrieb (ohne Netzanschluss). Fällt das Netz aus, kann eine Masterbatterie das lokale System wieder hochfahren. Die Traktorbatterien werden an mehreren intelligenten Ladetischen geladen. Sie können in das lokale Energiesystem eingebunden werden. Beim Battery-Swapping (Batterietausch) müssen die Traktoren fürs Laden nicht stehen bleiben. Die Batterien können helfen, den selbst erzeugten Solarstrom dann zu nutzen, wenn er gebraucht wird, und das Microgrid (kleines lokales Stromnetz) stabil zu halten.
Christian Bausch, Technical Director der Option-e GmbH, sagte: „Die technische Qualität eines Energiesystems zeigt sich im zuverlässigen Zusammenspiel aller Komponenten. Beim E.HUB Rwanda haben wir unsere Kompetenz in Systemintegration, Energiemanagement und Inbetriebnahme eingebracht, um Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladetische und Steuerungstechnik präzise aufeinander abzustimmen und einen stabilen Betrieb unter anspruchsvollen Netzbedingungen sicherzustellen.“
Landwirtschaft bleibt wichtiger Wirtschaftszweig
Ruanda wächst wirtschaftlich stark. Trotzdem bleibt die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig. Laut Weltbank kamen 2024 rund 24,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei. Das GenFarm-Projekt testet jetzt in Gashora, wie Elektromaschinen und eine lokale Energieversorgung bei der Arbeit auf dem Feld helfen können. So soll man auch weniger fossile Brennstoffe und Dieselgeneratoren brauchen. Techniker aus der Region lernen, wie man mit Energiemanagement, Photovoltaik und Battery-Swapping (Batterietausch) umgeht. So entsteht technisches Wissen vor Ort. Die E-Traktoren und weitere technische Ausrüstung aus Wolfsburg kamen vom Volkswagen Group Innovation Centre Europe. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollen die Grundlage dafür sein, zu prüfen, ob sich das Konzept auf weitere ländliche Gebiete übertragen lässt.
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