Saatzucht Edelhof setzt auf neue Erntetechnik

Mathias FischerMathias Fischer
Mähdrescher Zürn mit Personen in reifem Getreidefeld vor bewölktem Himmel
© LBZ Edelhof

Die Saatzucht Edelhof in Niederösterreich hat einen hochspezialisierten Parzellenmähdrescher in Betrieb genommen. Die moderne Maschine reduziert den Personalaufwand bei der Versuchsernte von acht auf zwei Personen und erfasst Qualitätsdaten automatisch.

Der älteste noch aktive Getreidezuchtbetrieb Österreichs hat am 12. September 2026 einen neuen Parzellenmähdrescher vorgestellt. Die Erntemaschine ermöglicht eine vermischungsfreie Ernte und automatische Datenerfassung – beides zentrale Voraussetzungen für verlässliche Züchtungsergebnisse.

Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister betonte, dass an der Saatzucht Edelhof seit über 120 Jahren intensiv an Getreidesorten gearbeitet werde, die an regionale Klimabedingungen angepasst sind. Dank laufend modernisierter Technik entstehe seit Generationen widerstandsfähiges und vitales Saatgut. Der Einsatz des neuen Parzellenmähdreschers sei ein weiterer Schritt, diese Tradition mit den Möglichkeiten der heutigen Zeit fortzuschreiben. Zudem komme der Einsatz modernster Agrartechnik auch den Schülerinnen und Schülern im praktischen Unterricht zugute.

Automatische Datenerfassung direkt am Feld

Der neue Mähdrescher erfasst während des Erntedurchgangs direkt am Feld Ertrag, Kornfeuchte und weitere Qualitätsparameter automatisch. Die automatische Datenerhebung verhindert typische Fehlerquellen wie Übertragungsfehler und sorgt damit für präzisere Ergebnisse – insgesamt ein klarer Qualitätssprung bei der Versuchsdatengewinnung.

Saatzucht-Betriebsleiter Andreas Jager erklärte, dass mit der neuen Maschine die Versuchsparzellen sehr rasch und mit nur zwei Personen beerntet werden können. Früher seien bis zu acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz gewesen, zudem habe die Ermittlung der Versuchsergebnisse wesentlich länger gedauert.

Züchtungsleiterin Sissy Zechner betonte, dass die Sortenreinheit bei der Ernte entscheidend sei. Nur wenn jede Parzelle sauber getrennt geerntet werde, lieferten die Daten eine verlässliche Grundlage für die Züchtungsarbeit.

Klimafitte Sorten für die Zukunft

Für Landesgüterdirektor Erhard Kührer nimmt die Saatzucht Edelhof in der österreichischen Getreidezüchtung eine besondere Rolle ein. Hier werden klimafitte Getreidesorten entwickelt – Sorten, die Hitze und Trockenheit zuverlässig standhalten. Damit leistet die Saatzucht Edelhof einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherheit der heimischen Landwirtschaft.

Moderner Arbeitsplatz mit digitaler Überwachung

Der neue Parzellenmähdrescher vom Typ Zürn 150 garantiert eine vermischungsfreie Ernte sowohl auf Klein- als auch auf Großparzellen. Mit dem windgeschützten Wiegesystem werden Gewicht und Feuchte des Ernteguts gemessen und digital verarbeitet.

Gegenüber älteren Mähdreschern bietet das neue Modell einen Arbeitsplatz, der zeitgemäßen Anforderungen entspricht – mit sehr geringer Lärmbelastung und einer leistungsstarken Klimaanlage, die bei der Ernte im Sommer besonders wichtig ist. Zudem sind alle Daten der Probenahme dank fünf integrierter Kameras jederzeit auf einem Monitor im Blick.

Quelle: https://lfs-edelhof.ac.at/2026/09/15/10011

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