Salzburg: 1.000 Pkw-Fahrten pro Tag weniger dank Sperre

Pia ProdingerPia Prodinger
Verkehrs infographic mit Tram, Bus, Autos, Parkplatz und Verkehrszonenplan
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Stadt Salzburg hat am Dienstag eine positive Bilanz zur Sommerregelung im Verkehr gezogen. Die Sperre des Zentrums für auswärtige Pkw im Juli und August habe das Ziel erreicht, täglich 1.000 Fahrten zu reduzieren, teilten Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) und Planungsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) mit.

Mit einer zweimonatigen Zufahrtsbeschränkung für auswärtige Pkw wollte die Stadt Salzburg dem sommerlichen Verkehrschaos entgegenwirken. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) und Planungsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) zogen dazu am Dienstag Bilanz. Das angestrebte Ziel, die Zahl der Pkw-Fahrten durch das Stadtgebiet um 1.000 pro Tag zu reduzieren, sei erreicht worden.

Als weiteren Beleg für den Erfolg der Maßnahme verweisen die Verantwortlichen auf mehrere Kennzahlen. So wurden auf den Park-&-Ride-Anlagen insgesamt 14.896 Kombitickets für Parken und öffentliche Verkehrsmittel verkauft. Das entspricht einem Plus von rund 5.400 Tickets gegenüber dem Vorjahr. Die Altstadtgaragen erreichten nur an 22 Tagen ihre Kapazitätsgrenze, 2025 waren es noch 43 Tage. Zudem habe sich der Verkehrsfluss auf wichtigen Innenstadtstraßen verbessert, während auf den beobachteten Ausweichrouten keine zusätzlichen Belastungen festgestellt worden seien.

Kritik kommt hingegen von der Wirtschaftskammer Salzburg, die sich gemeinsam mit ÖVP und FPÖ deutlich gegen die Sommerregelung ausgesprochen hatte. Aus ihrer Sicht sei der verbesserte Verkehrsfluss vor allem auf die lang anhaltende Schönwetterperiode zurückzuführen. Die Zufahrtsbeschränkungen hätten sich für die Wirtschaft weder als nachvollziehbare noch als nachhaltige Lösung erwiesen.

Besonders an Regentagen kommt es in Salzburg regelmäßig zu starken Verkehrsproblemen. Dann nutzen zahlreiche Urlaubsgäste aus den umliegenden Tourismusgemeinden das schlechte Wetter für Ausflüge in die Stadt. Die Folge sind erhebliche Verzögerungen im Straßenverkehr bis hin zum völligen Stillstand. Davon betroffen sind nicht nur die öffentlichen Verkehrsmittel, sondern auch Einsatzkräfte, die ihre Ziele oft nur schwer erreichen können.

Die Durchfahrtsbeschränkungen galten für Fahrzeuge ohne Kennzeichen aus den Bezirken Salzburg-Stadt (S), Salzburg-Umgebung (SL), Hallein (HA) sowie dem Berchtesgadener Land mit den Kennzeichen BGL, BGD, REI und LF. Ausgenommen waren unter anderem Lieferdienste, Hotelgäste, Menschen mit Behinderung sowie Personen mit einem nachweisbaren Arbeitsplatz in der Altstadt.

Die von SPÖ, KPÖ Plus und Bürgerliste geführte Stadtregierung kündigte an, die Regelung im Jahr 2027 weiterzuentwickeln. Als Grundlage dient auch eine Befragung unter 510 Salzburgerinnen und Salzburgern, bei der sich 78 Prozent für die Zufahrtssperre des auswärtigen Durchzugsverkehrs ausgesprochen haben.

Ebenfalls am Dienstag präsentierte die NEOS-Gemeinderatsfraktion ihre Vorstellungen für die künftige Verkehrsplanung in Salzburg. Als Vorbild dient der sogenannte „Circulation Plan“ der belgischen Stadt Gent. Dort wurde die Innenstadt in sechs Sektoren sowie eine großflächige autofreie Fußgänger- und Radzone gegliedert. Autofahrten zwischen den einzelnen Sektoren sind nur über den äußeren Stadtring möglich, direkte Verbindungen innerhalb der Innenstadt wurden für den motorisierten Individualverkehr unterbunden. Nach Angaben der NEOS konnte dadurch der Durchgangsverkehr im Zentrum um 60 Prozent reduziert werden.

Quelle: APA

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