Salzburg AG investiert 51 Millionen in Fernwärme-Ausbau

Die Salzburg AG hat mit dem Bau der Fernwärme Nord-West Spange begonnen. Die 3,5 Kilometer lange Transportleitung soll künftig Abwärme des Unternehmens Kaindl in das Fernwärmenetz einspeisen und den CO₂-freien Anteil deutlich erhöhen.
Mit einem Spatenstich startete die Salzburg AG die Bauarbeiten für die Fernwärme Nord-West Spange. Das Projekt verbindet das Areal beim Messegelände Salzburg mit dem Standort des Unternehmens Kaindl in Wals-Siezenheim. Dort wird die vorhandene Abwärmenutzung erweitert, um zusätzliche Abwärme in das Fernwärme-Verbundnetz Salzburg-Hallein einzuspeisen.
Die neue Leitung ist ein zentraler Baustein für den Ringschluss im Verbundnetz. Die Salzburg AG steckt rund 51 Millionen Euro in das Vorhaben. Dadurch sollen künftig etwa 230 Gigawattstunden regenerative Abwärme pro Jahr aus dem im Bau befindlichen neuen Kaindl-Kraftwerk ins Netz fließen.
CO₂-freier Anteil steigt auf 65 Prozent
Durch die Nord-West Spange kann der Anteil CO₂-freier Wärme im Verbundnetz Salzburg-Hallein von derzeit rund 40 Prozent auf etwa 65 Prozent angehoben werden. Zudem wird der Stadtteil Liefering an die Fernwärmeversorgung möglich. Im Vergleich zur Wärmeerzeugung mit Erdgas werden jährlich rund 55.000 Tonnen CO₂ eingespart. Mit dieser Wärmemenge könnten etwa 10.000 Haushalte in Salzburg versorgt werden.
„Fernwärme ist ein Schlüssel für die Energietransformation – gerade in urbanen Räumen, wie im dicht besiedelten Salzburg“, erklärte CEO und Vorstandssprecher Michael Baminger. Die Salzburg AG verfolge das Ziel, die Wärmeversorgung bis 2040 vollständig zu dekarbonisieren. Die Nord-West Spange zeige, wie die Energietransformation in Kooperation mit starken Partnern vorangetrieben werde.
Kaindl speist Abwärme ins Netz ein
Zentraler Partner des Projekts ist das Industrieunternehmen Kaindl. Die im Produktionsprozess entstehende Abwärme soll über das Heizkraftwerk am Betriebsgelände in das Netz der Salzburg AG eingespeist werden. Das Unternehmen errichtet derzeit eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, um den gesamten Strom- und Wärmebedarf der Spanplatten- und Fußbodenproduktion selbst zu decken.
„Damit machen wir unsere Standorte in Wals und Lungötz langfristig zukunftsfähig und unabhängig von Gas und Öl“, sagte Konrad Grünwald, Geschäftsführer von Kaindl. Gleichzeitig leiste man gemeinsam mit der Salzburg AG einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energieversorgung. Dieses öffentliche Interesse sei auch im Genehmigungsverfahren von den Behörden hervorgehoben worden.
Herwig Struber, Vorstand der Salzburg AG, betonte: „Mit der Nord-West-Spange schaffen wir die Voraussetzungen, zusätzliche Wärme aus industriellen Prozessen für die Versorgung von Haushalten und Betrieben nutzbar zu machen.“
Land und Stadt unterstützen Projekt
Das Land Salzburg arbeitet daran, bis 2050 klimaneutral zu werden. Landesrat Maximilian Aigner sieht in der Nord-West Spange ein konkretes Projekt für die Energiewende. „Die Nord-West-Spange zeigt, wie bestehende Ressourcen sinnvoll genutzt und regionale Energiepotenziale erschlossen werden können“, so Aigner. Solche Investitionen seien wichtig für eine nachhaltige Entwicklung des Wirtschafts- und Lebensraums Salzburg.
Für die Stadt Salzburg bedeute das Projekt einen weiteren Schritt zu einer modernen Energieinfrastruktur, erklärte Bürgermeister Bernhard Auinger. Die Nord-West Spange schaffe die Grundlage, bestehende Potenziale besser zu nutzen und die Wärmeversorgung langfristig zu sichern.
Ringschluss bis 2029 geplant
Die Nord-West Spange ist für den Ringschluss der gesamten Fernwärmeleitung im Verbundnetz Salzburg-Hallein essenziell. Seit 2022 arbeitet die Salzburg AG auch am Bau der Süd-West Spange, die den Flughafen Salzburg und das Gebiet um Himmelreich mit Maxglan verbindet. Ab 2029 soll ein durchgängiges Fernwärmenetz im gesamten Stadtgebiet bestehen.
Heuer geht ein Abschnitt der Süd-West Spange in Betrieb. Damit wird der Flughafen noch in diesem Jahr ans Wärmenetz angeschlossen und mit Fernwärme beliefert. Für die 3,5 Kilometer lange Nord-West Spange ist eine Bauzeit von 2026 bis 2029 vorgesehen.
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