Salzburg aktualisiert Trinkwasserstrategie

Mona HopfingerMona Hopfinger
Badezimmer 4,11 Milliarden, Hände beschützen Wassertropfen, Berge
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Land Salzburg hat eine aktualisierte Trinkwasserstrategie veröffentlicht. Jährlich stehen rund 617 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung, wovon im Vorjahr weniger als 20 Prozent verbraucht wurden.

Salzburg verfügt über ausreichende Wasserreserven für die Zukunft. Die jährlich verfügbaren 617 Millionen Kubikmeter Trinkwasser entsprechen umgerechnet 4,11 Milliarden Badewannen. Die Gesamtbevölkerung der EU-27 könnte damit fast zehnmal ein Vollbad nehmen, wie das Land mitteilt.

Abteilungsleiter Dominik Rosner erklärt gemeinsam mit Landesrat Maximilian Aigner, dass der Klimawandel Niederschläge, Grundwasserneubildung, Quellschüttungen und Verbrauchsspitzen verändere. Die gute Nachricht sei jedoch, dass auch künftig insgesamt genug Wasser vorhanden sein werde.

Dezentrale Versorgung wird gestärkt

Salzburgs dezentrale Wasserversorgung tragen Wassergenossenschaften und -verbände, Gemeinden, private Versorger wie die Salzburg AG und Privatpersonen; sie reagiert unmittelbar auf Veränderungen vor Ort, und die Trinkwasserstrategie stärkt dieses bewährte System. Das Land hilft mit Personal und Geld, vor allem über den Dachverband Salzburger Wasserversorger, der Mitglieder aus- und weiterbildet und für hohe Fachkompetenz sorgt, sowie mit kostenloser Beratung für öffentliche, kleine und kleinste Versorger.

Landesrat Aigner: „Salzburg hat eine sehr gute Ausgangslage, aber die Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit.“ Die Strategie soll Ressourcen vorsorglich schützen, neue Wasserspender sichern und die Versorgung an den Klimawandel anpassen. Das Wasser müsse dafür im Einflussbereich der öffentlichen Hand bleiben.

Schutz und Vorsorge im Fokus

Salzburgs Wasserversorgung basiert auf rund 8.100 im Wasser-Informationssystem eingetragenen Quellen, 685 bewilligten Brunnen sowie mehr als 3.300 Schutz- und 49 Schongebieten – knapp zehn Prozent der Landesfläche stehen so unter besonderem Wasserschutz. Geplant sind angepasste und neue Schongebiete, die Suche nach neuen Wasserspendern für mehr Resilienz sowie die Weiterentwicklung des Trockenheits-Tools (Langzeitprognosen der Geosphere Austria, Kooperation mit dem Land) für vorausschauende Steuerung und Krisenprävention.

Verbrauch und Kosten

Eine Person in Salzburg braucht im Schnitt etwa 130 Liter Wasser am Tag. 2026 kostet ein Kubikmeter Trinkwasser im ganzen Land durchschnittlich 1,53 Euro. Für eine Person sind das ungefähr 73 Euro im Jahr.
Aigner sagt, dass Wertschätzung wichtig ist. Schon die Kleinsten sollen lernen, wie wertvoll Wasser ist, zum Beispiel in der Trinkwasserschule. Erwachsene können sich leicht zugänglich informieren, etwa beim Infrastrukturtag, beim Infotag Trinkwasser oder beim Wassererlebnistag.

Klimawandel erfordert Anpassungen

Dominik Rosner erklärt, dass der Klimawandel zwar Niederschläge, Grundwasserneubildung, Quellschüttungen und Verbrauchsspitzen verändere, insgesamt aber auch in Zukunft genug Wasser vorhanden sein werde. Es könne jedoch sein, dass nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort die Bedarfe vollständig gedeckt werden können.

Deshalb seien die weitere Vernetzung der Wasserversorger, beispielsweise durch den Ausbau von Verbindungsleitungen, die Sicherung neuer Wasserspender sowie regionale und überregionale Versorgungskonzepte von wesentlicher Bedeutung.

Unterirdische Grundwasserspeicher

Für die Grundwasserbildung sind schneereiche Winter von großer Bedeutung. Der Sommerniederschlag hingegen wird zum Teil von der Vegetation aufgenommen und trägt daher nur eingeschränkt zur Neubildung bei.
Salzburg besitzt gewaltige Grundwasserspeicher in tiefen, unterirdischen Schotterkörpern. Besonders ergiebig ist das Tennengauer Salzachtal, wo sich etwa der Tauglbrunnen aus einem mächtigen Kieskörper speist. Große Vorkommen liegen zudem in der Oberndorfer Rinne, an der Riedelwaldplatte im Bereich der Gemeinden Seekirchen, Elixhausen und Hallwang sowie rund um Straßwalchen.

Förderungen für Wasserversorgung

Land und Bund fördern gemeinsam Neubau und Sanierung von Quellfassungen, Tiefbrunnen, Speichern und Leitungen. Für Einzelwasserversorgungsanlagen gilt zusätzlich:

  • Drucksteigerung bei Brunnen/Quellen: max. 5.400 Euro (Land und Bund gesamt)

  • Quellen mit natürlichem Gefälle, ohne Pumpe: max. 3.000 Euro (Land und Bund gesamt)

  • Aufbereitung: bis zu 1.200 Euro; Speicher: bis zu 300 Euro je m³ Nutzinhalt

  • Leitungen über 600 m: bis zu 20 Euro je förderfähigem Laufmeter über dieser Länge

Planungs- und Bauaufsichtskosten sind ebenfalls förderfähig.

Zahlen und Fakten

Die Wasserentnahmen im Jahr 2025 betrugen insgesamt 76,55 Millionen Kubikmeter. Davon entfielen auf den öffentlichen und privaten Bereich 20,8 Millionen Kubikmeter aus Brunnen und 23,1 Millionen Kubikmeter aus Quellen. Die Landwirtschaft entnahm eine Million Kubikmeter aus Brunnen und 2,6 Millionen Kubikmeter aus Quellen. Die Industrie verbrauchte 28,4 Millionen Kubikmeter aus Brunnen.

Insgesamt betreiben 75 Gemeinden eigene Anlagen, dazu kommen fünf Wasserverbände, 561 Wassergenossenschaften sowie private Wasserversorgungsunternehmen. Der Dachverband der Salzburger Wasserversorger hat 397 Mitglieder. Die Investitionen in die Salzburger Wasserversorgung beliefen sich 2020 bis 2025 auf 89,9 Millionen Euro, gefördert mit 14,9 Millionen Euro vom Bund und 1,8 Millionen Euro vom Land.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Aktualisierte_Trinkwasserstrategie_fuer_das_Land_Salzburg

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