Salzburg baut psychiatrische Versorgung im Pongau aus

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach der Wochenend-Schließung der Psychiatrie in Schwarzach im Februar arbeitet das Land Salzburg an der Stabilisierung der Versorgung. Bei einem Treffen im Chiemseehof wurden weitere Maßnahmen beschlossen.

Im Chiemseehof fand am Mittwoch ein Runder Tisch zur Absicherung der psychiatrischen Betreuung statt. Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) betonte dabei die Notwendigkeit, die Versorgung im Innergebirg zu stärken.

Personalmangel hatte im Februar zur Schließung der Psychiatrie-Abteilung im Krankenhaus Schwarzach an Wochenenden geführt. Seither wird gemeinsam mit Fachleuten an einem Konzept gearbeitet, das die psychiatrische Betreuung kurz-, mittel- und langfristig im gesamten Bundesland sichern soll. Innovative Ansätze wie Telemedizin oder der Ausbau der integrierten Versorgung zeigen bereits Erfolge. Ärztinnen und Ärzte aus anderen Spitälern und dem niedergelassenen Bereich wurden gewonnen und unterstützen das Personal vor Ort.

Kerngruppe soll Vollbetrieb ermöglichen

Zur weiteren Stabilisierung wurde eine Kerngruppe unter Leitung der Gesundheitsabteilung eingerichtet. Sie soll eine engere Kooperation zwischen dem Kardinal Schwarzenberg Klinikum und der Christian-Doppler-Klinik gewährleisten. Dabei geht es um eine vorübergehende Leistungserweiterung in den Salzburger Landeskliniken sowie um die Festlegung eines Zeithorizonts für die Wiederaufnahme des Vollbetriebs in Schwarzach. „Die wohnortnahe Versorgung der Salzburger Bevölkerung hat für mich oberste Priorität“, erklärte Landesrätin Gutschi.

Integrierte Versorgung entlastet Spitäler

Bereits 250 Patientinnen und Patienten werden im Rahmen der integrativen Versorgung betreut und mussten dadurch nicht stationär aufgenommen werden. „Das Konzept bewährt sich: 250 Patientinnen und Patienten konnten ohne stationäre Aufnahme hochwertig betreut werden“, so Gutschi.

Um die psychiatrische Versorgung weiter zu verbessern, wird auch mit dem Bund an Anpassungen gearbeitet. Im Krankenanstaltengesetz soll es eine rechtliche Weiterentwicklung hinsichtlich Rufbereitschaften, Telemedizin und Kompetenzverteilungen geben. „Wir arbeiten gemeinsam mit dem Bund an praxistauglichen rechtlichen Rahmenbedingungen – hier gibt es für die notwendigen Anpassungen breite Unterstützung der Landesrätinnen und Landesräte aus den anderen Bundesländern“, sagte die Landesrätin.

Psychiatrische Primärversorgungseinheiten geplant

Derzeit rechtlich noch nicht möglich sind sogenannte psychiatrische Primärversorgungseinheiten. Diese Sekundärversorgung soll im Rahmen der Reformpartnerschaft über fachärztliche Zentren gestärkt werden. Ziel sind bundesweite Rahmenbedingungen und eine Co-Finanzierung durch Sozialversicherung und Länder.

Bei der Einbindung der klinischen Psychologie und Psychotherapie herrschte Einigkeit, diesen Weg weiterzugehen und die notwendigen bundesgesetzlichen Rahmenbedingungen anzustoßen. „Die Einbindung der klinischen Psychologie und Psychotherapie ist ein wichtiger Baustein für eine moderne, abgestufte Versorgung“, betonte Gutschi.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Staerkung_der_psychiatrischen_Versorgung_im_Innergebirg

Worüber spricht Nußdorf am Haunsberg morgen?

Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.