Salzburg bei Bodenschutz vorne, aber kein Land überzeugt

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Salzburg führt im WWF-Bodenreport mit der Note 3,1, doch „vorbildlich“ ist kein einziges Bundesland. Verbindliche Ziele zur Senkung des Bodenverbrauchs fehlen überall, so der WWF.

Die Umweltschutzorganisation WWF hat die österreichischen Bundesländer in Sachen Bodenschutz bewertet. Salzburg belegt dabei mit einer Bewertung von 3,1 den ersten Platz. Laut WWF heben umfangreiche Ziele in der Raumordnung und konkrete Kriterien für kompakte Bauweisen in der Wohnbauförderung das Bundesland positiv hervor. Allerdings wurden Ausnahmen und unklare Vorgaben in vielen anderen Bereichen kritisiert. Der Schutz landwirtschaftlicher und naturnaher Flächen könne vielfach umgangen werden, bemängelte die Organisation.

Keine Bestnote für ein Bundesland

Die Bewertungen „vorbildlich“ oder „solide“ erhielt kein einziges Bundesland. Ein „lückenhaft“ und damit einen „Dreier“ erreichten neben Salzburg noch Niederösterreich, die Steiermark und das Burgenland. Kein Bundesland verfüge über ein verbindliches, in Zahlen festgelegtes Ziel zur Senkung des Bodenverbrauchs, stellte der WWF fest. Die Organisation ortete in ihrem Fazit ein „strukturelles Problem“ der Raumplanung. WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories hielt fest: „Unsere Analyse zeigt ein klares Versagen der Bodenpolitik.“

Der WWF wies auf die großen Unterschiede beim Bodenverbrauch pro Kopf in den einzelnen Bundesländern hin. In großen und mehreren östlichen Flächenländern werde besonders viel Boden pro Kopf beansprucht, während in den alpinen Bundesländern sowie in Wien der Druck auf den begrenzten Dauersiedlungsraum steige. Rund die Hälfte der verbrauchten Böden sei versiegelt, also mit einer weitgehend wasser- und luftundurchlässigen Schicht bedeckt, etwa durch Gebäude, Straßen oder Parkplätze, heißt es im WWF-Bodenreport.

Oberösterreich auf dem letzten Platz

Oberösterreich nahm in der Bewertung den letzten Platz ein und erhielt die Note 4,2. Abgesehen von allgemeinen Zielen und einzelnen Ansätzen in der Wohnbauförderung würden die untersuchten Handlungsfelder durchgehend als „kritisch“ oder „ungenügend“ eingestuft, begründete der WWF. Besonders bemängelt wurden die Bodenpolitik bei Betriebsgebieten, Rechen- und Logistikzentren, touristischen Projekten und beim Straßenbau.

Das als Vorletztes gereihte Bundesland Kärnten erhielt die Bewertung 4,0. Sechs der elf untersuchten Handlungsfelder wurden als „ungenügend“ eingestuft. Das Land habe weder übergeordnete Siedlungsgrenzen noch verbindliche Vorrangzonen für Landwirtschaft und Natur festgelegt, schrieb der WWF. Positive Ansätze zeigten sich jedoch bei der Rückwidmung ungeeigneter Baulandüberhänge.

Wien folgt im Ranking mit der Note 3,9. Als flächenmäßig kleinstes Bundesland und Stadt nehme Wien beim Bodenverbrauch eine Sonderstellung ein. Kritisiert wurde unter anderem der „Wien-Plan“ mit vielen Zielen und Maßnahmen, aber ohne rechtliche Bindung. Auch enthalte die Bauordnung nur wenige konkrete Bodenschutz-Vorgaben, Siedlungsgrenzen und ein übergeordneter rechtlicher Schutz wertvoller Agrar- und Grünflächen würden fehlen.

WWF fordert verbindliche Ziele

Für ganz Österreich fordert der WWF von Bund und Ländern verbindliche und in Zahlen gegossene Bodenschutz-Ziele, klare Grenzen für neue Betriebsflächen und Straßen, eine Stärkung der Ortskerne sowie einen besseren Schutz unverbauter Böden. Vorrang vor neuer Versiegelung solle die Nutzung von Leerstand, die Revitalisierung bereits verbauter Flächen sowie die Sicherung landwirtschaftlicher Böden, Grünräume und wertvoller Naturflächen haben.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3367567/

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