Salzburg benennt fünf Straßen um – Frauen werden geehrt

Die Stadt Salzburg hat die Umbenennung von fünf Straßen beschlossen, die nach NS-belasteten Persönlichkeiten benannt waren. Die neuen Namen ehren ausschließlich Frauen, darunter drei Holocaust-Opfer, so der ORF.
Die Stadt Salzburg wird fünf Straßen umbenennen, deren Namensgeber von einer Historiker-Kommission als schwer NS-belastet eingestuft wurden. Betroffen sind zwei Straßen im Stadtteil Aigen, zwei im Leopoldskroner Moos sowie eine Straße im äußeren Nonntal. Dabei handelt es sich um vergleichsweise kurze und wenig frequentiere Verkehrswege am Stadtrand.
Die bisherigen Straßennamen erinnerten an einen Musiker, einen Musikwissenschaftler, zwei Bildhauer und einen Maler mit belasteter NS-Vergangenheit. Künftig sollen die Straßen nach Helene von Taussig, Anna Reindl, Elsa Bienenfeld, Irma Rafaela Toledo und Maria Johanna Sedelmaier benannt werden. Drei dieser Frauen wurden Opfer des Holocaust.
Karajan-Platz bleibt bestehen
Nicht von den geplanten Änderungen betroffen ist der Herbert-von-Karajan-Platz, der als bekanntester nach einer historisch schwer belasteten Persönlichkeit benannte Platz der Stadt gilt.
Die Umbenennungen sollen schrittweise bis 2028 umgesetzt werden. Während die Stadtregierung den Beschluss unterstützt, sprechen sich ÖVP und FPÖ gegen die vorgesehenen Änderungen aus. Die Freiheitlichen brachten zudem einen Antrag ein, künftig bei Straßenumbenennungen verpflichtende Anrainerbefragungen mit bindendem Charakter durchzuführen.
Widerstand gegen Thorak-Straßen-Umbenennung abgeflaut
Diskussionen hatte zuletzt vor allem die geplante Umbenennung der Josef-Thorak-Straße ausgelöst. Bewohnerinnen und Bewohner hatten Anfang August ein Mitspracherecht bei einer möglichen Umbenennung in Helene-Taussig-Straße eingefordert.
Die Straße im Salzburger Stadtteil Aigen trägt seit den 1960er-Jahren den Namen des Bildhauers Josef Thorak, der als Lieblingsbildhauer Adolf Hitlers galt. Inzwischen haben die Anrainer ihren langjährigen Widerstand gegen eine Umbenennung aufgegeben. Fast drei Dutzend Bewohnerinnen und Bewohner wandten sich dazu in einem Schreiben an Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) sowie an die Stadtregierung.
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