Salzburg bietet Mikroschulungen für pflegende Angehörige

Mona HopfingerMona Hopfinger
Pflegebuch mit Herz, Tropfen und Uhr wird gehalten, Schutzschild mit Glühbirne
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Pflegeberatung des Landes Salzburg hat ihr Angebot ausgebaut. Pflegende Angehörige und Menschen mit Pflegebedarf erhalten kurze, praxisorientierte Schulungen direkt im häuslichen Umfeld.

Das Land Salzburg hat das Angebot seiner Pflegeberatung erweitert. Neu hinzugekommen sind sogenannte Mikroschulungen und „Kitteltaschenschulungen“, die sich an pflegende Angehörige und Personen mit Pflegebedarf richten. Die Schulungen sollen konkrete Hilfestellung bei alltäglichen Herausforderungen in der häuslichen Pflege bieten.

Soziallandesrat Wolfgang Fürweger betont die Bedeutung der Initiative: „Es geht darum, Sicherheit im Alltag zu geben, Wissen zu vermitteln und Angehörige in ihrer wichtigen Aufgabe zu stärken.“ Das Ziel sei, Pflegewissen kompakt zu vermitteln und die Handlungssicherheit zu erhöhen. Dies solle zur Entlastung der Angehörigen und zu einer guten Pflegequalität zu Hause beitragen.

Praxisnahe Unterstützung im eigenen Zuhause

Die Schulungen richten sich vor allem an Menschen ohne pflegerische Ausbildung, die im Alltag Pflegeaufgaben übernehmen. Auch Betroffene mit Pflegebedarf, die aktiv in ihre Versorgung eingebunden sind, gehören zur Zielgruppe. Die Einzelschulungen finden meistens zu Hause statt. So kann man genau die Situationen besprechen, die vor Ort vorkommen. Ein Beispiel ist der richtige Umgang mit einem Hilfsmittel in der eigenen Wohnung. Fürweger erklärt: „Pflegende Angehörige leisten jeden Tag enorm viel und stehen dabei oft vor Situationen, auf die sie niemand vorbereitet hat.” Die neuen Mikroschulungen sollen genau da helfen. Sie sind einfach, praktisch und richten sich nach dem, was die Menschen wirklich brauchen.

Kurze Anleitungen für den Pflegealltag

Claudia Bernhard-Kessler, Leiterin der Pflegeberatung des Landes, hebt den Nutzen hervor: „Kurze und konkrete Anleitungen können einen großen Unterschied machen.“ Wenn Angehörige beispielsweise wüssten, wie sie ein Hilfsmittel richtig einsetzen, Vitalzeichen kontrollieren oder mit herausfordernden Situationen bei Demenz umgehen können, schaffe das mehr Sicherheit für die gesamte Pflegesituation.

Das Angebot passt zu dem, was pflegende Angehörige brauchen. Sie haben wenig Zeit, wollen aber viele Informationen und praktische Lösungen. Bernhard-Kessler sagt: „Unser Anspruch ist, den Menschen genau jene Unterstützung zu geben, die sie für ihren persönlichen Pflegealltag brauchen.”

Themen von Demenz bis Selbstfürsorge

Die Inhalte der Schulungen orientieren sich an typischen Herausforderungen in der häuslichen Pflege. Sie sollen dazu beitragen, Risiken wie Stürze, Druckgeschwüre, Flüssigkeitsmangel oder Fehler in der Medikamentengabe zu reduzieren.

Die Mikroschulungen umfassen folgende Themenbereiche:

  • Umgang mit Demenz

  • richtiges Anwenden und Handhaben von Hilfsmitteln

  • Wissenswertes rund um Medikamente

  • Durchführung von Vitalzeichenkontrolle

  • praktische Unterstützung bei Betreuung und Pflege im Alltag

  • Selbstfürsorge für pflegende Angehörige

Die „Kitteltaschenschulungen“ behandeln:

  • Hautpflege und Dekubitusprophylaxe

  • Ernährung und Flüssigkeitsmanagement

  • Techniken zur Positionierung

Überlastung vorbeugen

Neben der Vermittlung von praktischem Pflegewissen stehen die Förderung von Sicherheit und Gesundheitskompetenz sowie das Thema der Selbstfürsorge im Mittelpunkt. „Das Angebot soll dazu beitragen, Überlastung bei pflegenden Angehörigen vorzubeugen“, erklärt Bernhard-Kessler.

Die Mikroschulungen verstehen sich als Ergänzung zur individuellen Pflegeberatung. Gruppenschulungen sind nicht vorgesehen, und weder medizinische Behandlung noch professionelle pflegerische Versorgung werden ersetzt. Pflegetätigkeiten durch die Pflegeberatung zählen ebenfalls nicht zum Angebot.

Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten

Für die Schulungen arbeitet die Pflegeberatung unter anderem mit Hausärztinnen und Hausärzten, niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten und Primärversorgungszentren zusammen. So gehört die persönliche Beratung und Schulung zu einem großen Hilfsangebot rund um Pflege und Betreuung. Fürweger sagt zum Schluss: „Mit den Mikroschulungen schaffen wir eine weitere Möglichkeit, Menschen dort zu unterstützen, wo Pflege tatsächlich stattfindet – im Alltag und vielfach im eigenen zuhause.”

Quelle: https://www.nussdorf.at/Pflegeberatung_des_Landes_erweitert_Angebot

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