Salzburg bündelt zersplitterte Agrarflächen

Pia ProdingerPia Prodinger
Flurbereinigung Salzburg: 30 große Projekte, 100 kleinere Verfahren, Konferenz 8.-9. Oktober
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Land Salzburg unterstützt Grundstückseigentümer bei der Flurbereinigung. Rund 30 Projekte jährlich sorgen für bessere Bewirtschaftbarkeit und Ordnung auf landwirtschaftlichen Flächen.

Die Agrarbehörde Salzburg bearbeitet pro Jahr etwa 30 Flurbereinigungsprojekte unterschiedlicher Größe. Das Referat Technische Bodenneuordnung dient dabei als erste Anlaufstelle für Grundeigentümer. Zehn größere Grundzusammenlegungen umfassen im Durchschnitt jeweils rund 115 Hektar – das entspricht der Fläche von etwa 160 Fußballfeldern – und betreffen mehr als 50 Beteiligte. Die Hälfte dieser Vorhaben wird innerhalb eines Jahres abgeschlossen.

Die übrigen Projekte können sich über mehrere Jahre erstrecken. Faktoren wie Gebietsgröße, Anzahl der Beteiligten oder die künftige Entwicklung der Flächen beeinflussen die Dauer. Zusätzlich bearbeitet die Behörde rund 100 Kleinverfahren jährlich, bei denen Tausch- oder Kaufverträge im Mittelpunkt stehen.

Servicestelle für den ländlichen Raum

Landesrat Maximilian Aigner bezeichnet die Flurbereinigung als Schlüssel für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. „Die Kolleginnen und Kollegen im Referat Technische Bodenneuordnung fungieren dabei als Servicestelle für den ländlichen Raum. Sie informieren und beraten Grundstücksbesitzer und sorgen für eine effiziente Umsetzung der Projekte – egal, ob es sich um ein paar hundert Quadratmeter oder Dutzende Hektar handelt“, so Aigner.

Referatsleiter Michael Kollnig berichtet von der guten Zusammenarbeit mit Vertragserrichtern und der Grundverkehrsbehörde. Durch niederschwellige Beratung könne bei Kleinverfahren oft schon im Vorfeld vieles geklärt werden.

Radweg in Nußdorf als Beispiel

In Nußdorf am Haunsberg wird seit mehr als einem halben Jahr der neue Radweg zwischen Waidach und Olching von der Bevölkerung genutzt. Bei der Errichtung spielte die Flurbereinigung eine wichtige Rolle. Bereits im Jahr 2020 wurde bei einem Flurbereinigungsprojekt im Ortsteil Olching Grundvorsorge für den Radweg getroffen.

Bürgermeisterin Waltraud Brandstetter lobt die Zusammenarbeit: „Der Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Referats Technische Bodenneuordnung sowie den anderen Dienststellen des Landes kann mit einem Wort zusammengefasst werden: hervorragend.“ Ihr Vorgänger habe bereits vor Jahren den Weitblick gehabt, Flächen teilweise für die Verkehrsverbindung vorzusehen.

Im Ortsteil Waidach waren zwei Landwirte und die Gemeinde direkt betroffen. Mittels Ringtausch erhielt jeder Grundeigentümer die bevorzugte Fläche. In Zusammenarbeit mit der Landesstraßenverwaltung wurde eine Tauschfläche von einem verkaufswilligen Grundeigentümer gesichert und entlang der Landesstraße zugeteilt. Dadurch konnten sowohl die Verkehrssicherheit auf einer Länge von einem Kilometer als auch die Bewirtschaftung der anliegenden landwirtschaftlichen Flächen verbessert werden.

Drei Projekttypen

Die Projekte teilen sich grob in drei Bereiche: Ein Drittel sind klassische Grundzusammenlegungsverfahren, die ein größeres Gebiet umfassen und von der Vermessung über das Grundbuch bis zu nötigen Baumaßnahmen wie Erschließungswegen reichen. Etwa ein Drittel betrifft kleinere Vermessungsprojekte mit landwirtschaftlichen Flächen und zwei bis zehn Beteiligten. Das letzte Drittel erfolgt im Rahmen von Projekten, die in einem anderen öffentlichen Interesse liegen.

Bei Projekten im öffentlichen Interesse arbeitet das Referat referats- oder abteilungsübergreifend zusammen. Besonders oft gibt es Berührungspunkte mit dem Wasserbau, der ländlichen Verkehrsinfrastruktur oder der Landesstraßenverwaltung. „Wir haben besondere Freude, wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wird und es zu einer für alle Beteiligten spürbaren Verbesserung des Istzustands kommt“, sagt Michael Kollnig.

Fachtagung in Oberalm

Am 8. und 9. Oktober treffen sich rund 60 Expertinnen und Experten aus den Bundesländern und der Universität für Bodenkultur Wien zur Fachtagung „Ländliche Neuordnung“ in der Landwirtschaftlichen Fachschule Winklhof in Oberalm. Dabei wird unter anderem die Salzburger Herangehensweise zur Flurbereinigung vorgestellt.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Flurbereinigung_sorgt_fuer_Ordnung_auf_Salzburgs_Feldern

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