Salzburg erhöht Förderung für Gehörlose um 8,9 Prozent

Pia Prodinger
Fünf Personen in einem Studio mit Greenscreen und Kulisse, darunter ein Mann im Anzug.
© Gemeinde Nußdorf / K. Brugger

Das Land Salzburg stockt heuer die Unterstützung für gehörlose Menschen auf 543.000 Euro auf. Damit werden zwei Beratungsstellen finanziert und 25 zusätzliche Wochenstunden für Gebärdensprachdolmetscher ermöglicht.

Der Gehörlosenverband betreibt mit Unterstützung des Landes zwei Beratungsstellen in Salzburg – eine in der Landeshauptstadt und eine in St. Johann. Gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen erhalten dort Informationen und Hilfe für den Alltag. Zudem werden Dolmetschdienste für Gebärdensprache organisiert.

Im Zentrum für Gehörlose in Salzburg-Itzling finden Beratungen, Gebärdensprachkurse und Veranstaltungen statt. Dort wohnen auch 40 gehörlose Menschen. Soziallandesrat Wolfgang Fürweger tauschte sich kürzlich vor Ort mit Betroffenen und dem Gehörlosenverband aus. „Der Gehörlosenverband leistet wertvolle Arbeit für die Community und ist für mich ein zentraler Ansprechpartner in allen Belangen, die das Leben dieser Menschen betreffen“, erklärte Fürweger.

Mehr Dolmetschstunden für bessere Teilhabe

Die erhöhte Förderung sichert nicht nur den Betrieb der Beratungsstellen, sondern schafft auch 25 zusätzliche Wochenstunden für Gebärdensprachdolmetscher. Verbandsleiter Gergö Toth betonte, dass dies den Zugang zu Behörden, Gesundheitswesen, Bildung, Arbeitsmarkt und alltäglicher Kommunikation spürbar verbessere. Die Unterstützung des Landes ermögliche gehörlosen Menschen eine barrierefreie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mit gleichen Chancen.

Laut Tätigkeitsbericht des Gehörlosenverbands wurden die Beratungsstellen im vergangenen Jahr 3.709 Mal in Anspruch genommen. Das Jahr 2025 war von hoher Auslastung und organisatorischer Weiterentwicklung geprägt. Schwerpunkte waren Sozialberatung, Vermittlung von Dolmetschdiensten, Gebärdensprachkurse sowie Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen. Besonders gefragt war Unterstützung bei Amtswegen, digitalen Verwaltungsprozessen, der Integration gehörloser Vertriebener aus der Ukraine und bei Anträgen nach dem Heimopfergesetz.

Neue Wohneinrichtung in Straßwalchen

In Straßwalchen entsteht derzeit eine Wohn- und Tagesbetreuungseinrichtung für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen mit zusätzlichen Beeinträchtigungen. Dort werden elf Wohnplätze geschaffen, in denen Gebärdensprache als Alltagssprache verwendet wird.

Soziallandesrat Fürweger betonte, dass Inklusion bedeute, Barrieren abzubauen und echte Teilhabe zu ermöglichen. Das Unterstützungsangebot solle daher alle Lebensbereiche abdecken. Das Land arbeite daran, dass es künftig wieder Führerscheinkurse für gehörlose Menschen geben wird. Fürweger hob hervor, dass gehörlose Kinder zweisprachig aufwachsen können sollten – mit Gebärdensprache und Lautsprache. Auch ein Cochlea-Implantat könne die Gebärdensprache nicht ersetzen, da technische Hilfsmittel ihre Grenzen hätten. Das Land fördert außerschulische Gebärdensprachkurse für Kinder mit Hörbehinderung und deren Angehörige mit 8.000 Euro jährlich.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Land_verstaerkt_seine_Unterstuetzung_fuer_gehoerlose_Menschen

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