Salzburg eröffnet „Sound of Music“-Museum in Hellbrunn

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach jahrzehntelanger Planung öffnet am Sonntag in Salzburg ein Museum, das sich dem Mythos rund um „Sound of Music“ widmet. Die Ausstellung auf Schloss Hellbrunn zeigt Originalkostüme, Requisiten und privates Filmmaterial.

Ab Sonntag können Besucher in Salzburg ein neues Museum erkunden, das sich der Geschichte von „Sound of Music“ widmet. Die Ausstellung „Sound of Music Salzburg“ ist im ehemaligen Jäger- und Tierwärterhaus sowie der Remise auf dem Areal von Schloss Hellbrunn untergebracht. Zu sehen sind unter anderem das Kleid, das Kym Karath vor mehr als 60 Jahren als „Gretl“ trug, die Signalpfeife von Georg Ritter von Trapp und jene von Christopher Plummer aus dem Film, ein Winterdirndl aus dem Kleiderkasten von Maria Augusta von Trapp sowie zahlreiche Filmplakate, Schallplatten und Dokumente.

Jahrzehntelange Vorbereitungen

Von der ersten Idee bis zur Umsetzung sei ein weiter Weg gewesen, erklärte Martin Hochleitner, Direktor des SalzburgMuseums, am Donnerstag bei einem Presserundgang. Bereits seit den 1980er-Jahren wird über ein Museum für „Sound of Music“ nachgedacht. Besonders zeitaufwendig waren neben der Suche nach einem geeigneten Standort die Verhandlungen über die Film-, Musik- und Schauspielerrechte.

Zwei Geschichten miteinander verwoben

Das von Chefkurator Peter Husty entwickelte Konzept verbindet zwei Erzählstränge: die Geschichte der realen Familie Trapp, die 1938 wegen des Nationalsozialismus Salzburg verließ und in Amerika ein neues Leben begann, und die Geschichte des Hollywood-Films mit Julie Andrews und Christopher Plummer in den Hauptrollen. Der Film hatte 1965 Premiere, gewann fünf Oscars und lockt jährlich tausende Touristen an die Originalschauplätze in Stadt und Land Salzburg.

„Wir sind kein Kino, in dem man Ausschnitte aus dem Film sieht“, stellte Husty klar. Ihm sei es um eine seriös recherchierte und wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung gegangen. Matthias Bergsmann, Ko-Kurator, beschrieb, dass man anfangs wenig Material gehabt habe. Im Lauf der Zeit seien jedoch so viele Erinnerungsstücke, Objekte und Film- und Musikmaterial zusammengekommen, dass man sich bei der Auswahl stark beschränken musste.

Pavillon mit 360°-Projektion

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist der nachgebaute Pavillon, der im Film Schauplatz für zwei der bekanntesten Szenen ist. Besucher können sich durch 360°-Projektion, Surround-Sound und Effekte mitten in die Szenen versetzen lassen und bei „Do-Re-Mi“ oder „Sixteen Going on Seventeen“ mitsingen. Über QR-Code und Smartphone steht ein Museumsguide in 25 Sprachen zur Verfügung, erklärte Husty. Die Technik ermögliche es, auf Besucherfragen zu reagieren und die Texte laufend zu aktualisieren und zu ergänzen.

Schauspieler Nicholas Hammond, der in der Hollywood-Produktion den Friedrich darstellte, zeigte sich über das neue Angebot erfreut. „Alle, die in dem Film mitgemacht haben, haben eine besondere Beziehung zu Salzburg“, sagte er. Hammond stellte privates Filmmaterial zur Verfügung, das seine Mutter damals bei den Dreharbeiten in Salzburg aufgenommen hatte und das Besucher hinter die Kulissen der Produktion blicken lässt.

Investition von über sechs Millionen Euro

Stadt und Land Salzburg haben in den Umbau der historischen Gebäude und die Umgestaltung zu barrierefreien Museumsräumlichkeiten 4,6 Millionen Euro investiert. Die Ausstellungskosten inklusive der Rechteabklärung betrugen 1,8 Millionen Euro. Sound of Music Salzburg ist jeweils in der Sommersaison geöffnet, parallel zu den Wasserspielen in Hellbrunn und dem nahe gelegenen Volkskundemuseum im Monatsschlössl.

(Weitere Informationen: www.salzburgmuseum.at, www.soundofmusicsalzburg.at)

Quelle: APA

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