Salzburg: EU-Projekt für bessere Bodennutzung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Stadtansicht mit Personen, die eine Karte mit Wachstumsinformationen betrachten
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Salzburger Institut für Raumordnung leitet ein internationales Projekt zur optimalen Nutzung von Grund und Boden. Sieben Partner aus fünf Ländern entwickeln neue Ansätze für Ortskernstärkung und Flächennutzung.

Das Interreg-Alpine-Space-Projekt „Brokering Spaces“ widmet sich der Raumordnung mit einem neuen Ansatz. Im Zentrum stehen die Stärkung von Ortskernen, Konflikte bei der Nutzung von Flächen sowie die Zusammenarbeit innerhalb von Gemeinden. Sieben Partner aus Österreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und Slowenien analysieren verschiedene Entwicklungsszenarien und übertragen diese auf ihre jeweiligen Regionen.

Das Salzburger Institut für Raumordnung (SIR) übernimmt die Gesamtprojektleitung. Robert Krasser vom SIR betont die Bedeutung des Projekts: Die Landesfläche Salzburgs umfasst rund 7.154,5 Quadratkilometer, doch aufgrund der alpinen Topografie stehen lediglich etwa 1.430 Quadratkilometer – rund 20 Prozent – als Dauersiedlungsraum zur Verfügung. Die Gemeinden müssten daher sorgsam mit dieser begrenzten Ressource umgehen.

Strukturierte Rundgänge statt Sitzungssaal

In vielen Städten und Gemeinden des Alpenraums existieren ungenutzte Wohn-, Geschäfts- oder Bürogebäude. Zwar ist Raum vorhanden, dieser steht jedoch nicht zur Verfügung. Die Expertinnen und Experten des Projekts haben sich diese Orte genauer angesehen, wobei das SIR insbesondere Salzburg unter die Lupe nahm.

Das Institut hat verschiedene Handlungsempfehlungen für die Gemeinden entwickelt. Zentrale Punkte sind vorausschauende Planung, frühzeitige Verhandlungen zwischen Projektwerbern und Kommunen sowie Transparenz. Als neues Angebot sollen „Soilwalks“ etabliert werden – strukturierte Orts- und Stadtrundgänge, bei denen Entwicklungspotenziale direkt vor Ort statt im Sitzungssaal begutachtet werden.

17 Orte im Entwicklungsprozess

Das SIR fungiert als zentrale Serviceeinrichtung für Salzburger Gemeinden bei Fragen zur Raumordnung. Rund 17 Orte befinden sich derzeit im Dorf- und Stadtentwicklungsprozess und erhalten dadurch konkrete Möglichkeiten, in der Gemeindeentwicklung neue Wege zu gehen. Die Bevölkerung wird transparent eingebunden. Das Land Salzburg fördert den Prozess des SIR jährlich mit 81.300 Euro.

Webinar zu Fördermöglichkeiten

Am Dienstag, dem 3. November, von 16 Uhr bis 18 Uhr informiert das SIR zu Fördermöglichkeiten von Landes-, Bundes- sowie EU-Ebene und zu raumordnungsrelevanten Fragestellungen. Das Online-Webinar mit dem Thema „Mehr aus Grund und Boden machen“ richtet sich an Gemeindebedienstete, Mandatsträger, Ortsplaner sowie sonstige Interessierte.

Millionenförderung für Alpenraum

Grenzüberschreitend vernetzen sich im Interreg-Alpenraumprogramm Partner aus Österreich, Frankreich, Slowenien, der Schweiz und Liechtenstein, aus italienischen Regionen sowie aus Bayern und Baden-Württemberg. Das Land Salzburg übernimmt dabei die Rolle der Verwaltungsbehörde und des gemeinsamen Sekretariats. Für die Periode 2021 bis 2027 stehen rund 107 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit, etwa 2,4 Millionen Euro davon fließen nach Salzburg. Das Projekt „Brokering Spaces“ kostet insgesamt rund 700.000 Euro, das SIR erhält dafür rund 120.000 Euro aus EU-Mitteln. Christina Bauer, Referatsleiterin für Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik, unterstreicht den Wert des Austauschs: Das SIR erfahre, wie andere Regionen ähnliche Herausforderungen meistern und was sich auf Salzburg übertragen lässt. Landesrat Wolfgang Fürweger, ressortzuständig für Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik, verweist auf den praktischen Nutzen: Die Gemeinden bekämen konkrete Szenarien und neue Ansätze für ihre künftige Planung.

Quelle: https://www.nussdorf.at/EU-Projekt_untersucht_die_optimale_Nutzung_von_Grund_und_Boden

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