Salzburg holt 4,5 Millionen Euro für Kinderbetreuung nicht ab

Pia ProdingerPia Prodinger
Holzbausteine und Murmelbahn auf Holztisch, bunte Spielsachen
© salzburg.gruene.at

Das Land Salzburg hat im Kindergartenjahr 2024/25 erneut Millionen an Bundesförderungen für Kinderbetreuung nicht abgerufen. Laut einer Grünen Anfrage blieben 39,5 Prozent der verfügbaren Mittel ungenutzt – während andere Bundesländer nahezu alle Gelder ausschöpfen.

Salzburg hat im Kindergartenjahr 2024/25 rund 4,5 Millionen Euro an Bundesmitteln für den Ausbau der Kinderbetreuung und Sprachförderung nicht abgerufen. Das entspricht 39,5 Prozent der verfügbaren Förderungen, wie aus einer Anfrage der Grünen im Nationalrat hervorgeht. Der Ausschöpfungsgrad sank damit von 63,6 Prozent im Vorjahr auf nur noch 60,5 Prozent.

Der Grüne Sprecher für Elementarbildung, LAbg. Simon Heilig-Hofbauer, kritisiert die schwarz-blaue Landesregierung scharf. „Viele Eltern kennen den täglichen Stress: Der Arbeitstag ist noch nicht vorbei, aber der Kindergarten sperrt schon zu. Und im Sommer wird der Spagat zwischen Job und Familie noch schwieriger. Da ist es besonders bitter, wenn die schwarz-blaue Landesregierung das Bundesgeld für die Salzburger Familien einfach liegen lässt“, so Heilig-Hofbauer.

Keine Mittel für besseren Betreuungsschlüssel

Besonders auffällig: Für eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels wurde im Betreuungsjahr 2024/25 kein einziger Euro an Bundeszuschüssen abgerufen. Für längere Öffnungszeiten holte sich das Land lediglich rund 5.600 Euro an Personalkostenzuschüssen sowie rund 8.300 Euro an Investitionskostenzuschüssen ab.

„Null Euro für einen besseren Betreuungsschlüssel und nur Kleingeld für längere Öffnungszeiten, das ist angesichts der Realität vieler Familien viel zu wenig. Wer Wahlfreiheit ernst meint, darf Millionen nicht einfach liegen lassen“, kritisiert Heilig-Hofbauer und wirft der ressortzuständigen Marlene Svazek Untätigkeit vor.

Betreuungsangebot nicht mit Vollzeitjobs vereinbar

Der Handlungsbedarf ist laut Heilig-Hofbauer seit Langem bekannt. Die Kindertagesheimstatistik 2024/25 zeigt, dass in Salzburg nur 40 Prozent der 0- bis 2-Jährigen und 47,8 Prozent der 3- bis 5-Jährigen eine VIF-konforme Einrichtung besuchen. Diese Einrichtungen sind hinsichtlich Öffnungstagen und -zeiten grundsätzlich mit Vollzeitarbeit vereinbar.

Bereits im Vorjahr waren nur 61,2 Prozent der Einrichtungen mindestens 47 Wochen im Jahr geöffnet. Auch damals holte sich das Land nur einen Bruchteil der Bundesmittel ab.

Andere Bundesländer schöpfen Mittel voll aus

Dass Gemeinden einen Teil der Förderungen kofinanzieren müssen, sei eine reale Herausforderung, räumt Heilig-Hofbauer ein. „Dann kann die Antwort nicht sein, Jahr für Jahr Millionen liegen zu lassen. Land und Gemeinden brauchen gemeinsam einen Plan, wie das Bundesgeld endlich bei den Salzburger Familien ankommt“, fordert er.

Andere Bundesländer zeigen, dass es möglich ist: Vorarlberg erreichte einen Ausschöpfungsgrad von 100 Prozent, Niederösterreich von 99,9 Prozent, Wien von 92,4 Prozent und Oberösterreich von 86,5 Prozent. „Andere Bundesländer schaffen es auch, das Geld abzuholen“, so Heilig-Hofbauer.

Quelle: https://salzburg.gruene.at/news/kinderbetreuung-salzburg-laesst-erneut-45-millionen-euro-bundesgeld-liegen

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