Salzburg investiert 45 Millionen Euro in Pflege

Das Land Salzburg stellt bis 2031 rund 45 Millionen Euro zur Verfügung, um den Pflegenotstand zu bekämpfen. Bereits im Doppelbudget 2027/2028 sind 13,5 Millionen Euro vorgesehen, so der ORF.
Über 165 Personen aus 42 Einrichtungen haben in den vergangenen Monaten mehr als 100 Verbesserungsvorschläge für das Pflegesystem in Salzburg erarbeitet. Die Landesregierung hat nun ein umfassendes Finanzpaket geschnürt, um ausgewählte Maßnahmen umzusetzen.
Schwerpunkt auf Langzeitpflege
Das Land hatte im Dezember 2025 die Pflegeplattform III ins Leben gerufen, die zu Jahresbeginn 2026 ihre Arbeit aufnahm. Diese Expertenrunde sollte neue Konzepte entwickeln, um die Situation in der Pflege zu verbessern. Anders als bei den beiden Vorgängerplattformen lag der Fokus diesmal nicht auf dem Spitalsbereich, sondern auf der Langzeitpflege, wie Pflegebeauftragter Karl Schwaiger am Montag erklärte.
Zu den geplanten Investitionen gehören ein neuer Pflegenotdienst zur Unterstützung pflegender Angehöriger, Expertenpools zur Entlastung von Seniorenwohnhäusern und Spitälern sowie eine Verdoppelung der Förderung für Kurzzeitpflege von 50 auf 100 Euro pro Person und Tag.
Reaktion auf Proteste im Herbst
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) bezeichnete das Maßnahmenpaket als „Versprechen an Pfleger, pflegende Angehörige und Pflegebedürftige“. Sie sprach von einer „Kurskorrektur“ nach den massiven Protesten gegen die später zurückgezogene Streichung des Pflegebonus im Herbst 2025. Landeshauptfraustellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) betonte, dass man nun die Wünsche der Teilnehmer der Pflegeplattform III umsetze. „Jeder Euro, der investiert ist, ist gut investiert“, so Svazek.
Erste Maßnahmen bereits in Umsetzung
Einige Projekte befinden sich bereits in der Umsetzungsphase, wie Schwaiger erläuterte. Dazu zählen die Anbindung sämtlicher Seniorenwohnhäuser an ELGA bis Jahresende sowie ein Berufsschulstandort in Salzburg für die Pflegelehre. Obwohl der Fachkräftebedarf derzeit gedeckt sei, prognostiziert die Landesstatistik für das Jahr 2035 einen Mangel von mehr als 1.500 Pflegekräften im Bundesland.
Breites Spektrum an Vorhaben
Weitere geplante Maßnahmen umfassen eine multidisziplinäre Versorgung von Pflegebedürftigen zu Hause oder im Seniorenwohnheim sowie eine bessere Steuerung von Ambulanzbesuchen. Dadurch sollen Transporte reduziert und die Aufenthaltsdauer in Spitälern minimiert werden. Geplant sind zudem ein landesfinanziertes Master-Studium mit Schwerpunkt geriatrische Pflege und neue Schulstandorte im Zentralraum sowie Lehrgänge in den südlichen Bezirken des Bundeslandes.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und die Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu bewahren. Zudem soll das Angebot an Tageszentren und betreutem Wohnen ausgebaut werden, um Angehörige zu entlasten. Gemeinden sollen bei Initiativen wie „Essen auf Rädern“ finanziell unterstützt werden.
Finanzierung über Verstärkungsmittel
Finanzreferentin Edtstadler erklärte, dass das benötigte Geld über Verstärkungsmittel aufgebracht werden soll und das kommende Doppelbudget nicht belaste. „Gleichzeitig wird das Land die Ausgaben der Gemeinden in Höhe von 5,3 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahre zur Gänze übernehmen“, so die Landeshauptfrau. Üblicherweise teilen sich Land und Gemeinden die Kosten im Sozialbereich je zur Hälfte.
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