Salzburg investiert 500.000 Euro in neue Krebstherapie

Mona HopfingerMona Hopfinger
Medizintechnik mit 500.000 Euro Förderung im CT/MRT-Labor
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Universitätsklinikum Salzburg erweitert seine Möglichkeiten in der Krebsbehandlung. Mit einem neuen Afterloading-System für Brachytherapie sollen künftig noch präzisere Bestrahlungen möglich sein.

Die Universitätsklinik für Radiotherapie und Radio-Onkologie am Universitätsklinikum Salzburg hat ein neues Therapiesystem in Betrieb genommen. Für das Afterloading-System „Bravos“ von Siemens Healthineers und die Modernisierung des Strahlenanwendungsraums wurden rund 500.000 Euro investiert.

Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi hebt die Bedeutung der Anschaffung hervor: Die Expertise und der Einsatz der Mitarbeitenden würden solche Investitionen ermöglichen, die eine optimale medizinische Versorgung der Salzburger Bevölkerung und darüber hinaus garantieren. Das Klinikum verstehe sich als Zentrum für Spitzenmedizin in Zentralösterreich.

Strahlenquelle direkt am Tumor

Bei der Brachytherapie wird ein winziges, hochaktives radioaktives Isotop – etwa in der Größe eines Stecknadelkopfes – über spezielle Applikatoren direkt in die Nähe des Tumors gebracht. Die Strahlenquelle kann innerhalb des Applikators an verschiedenen Positionen für exakt definierte Zeiten platziert werden. Dadurch lässt sich die Dosisverteilung gezielt an den Tumor anpassen, während das umliegende gesunde Gewebe geschont wird.

Medizinphysiker Christoph Gaisberger erklärt: Das Besondere sei, dass die Strahlenquelle direkt dorthin gebracht werden könne, wo die Behandlung benötigt wird. Durch die unterschiedlichen Aufenthaltszeiten an den einzelnen Positionen lasse sich die Dosis sehr gezielt verteilen und an die individuelle Situation anpassen.

Erweitertes Behandlungsspektrum

Das neue System erweitert das Behandlungsspektrum in Salzburg deutlich. Möglich sind nun Oberflächenbestrahlungen mit FLEPS-Applikatoren sowie komplexere Therapien bei Gebärmutterhalskrebs. Dabei lassen sich zusätzlich Nadeln gezielt ins Gewebe einbringen, um die Bestrahlung noch präziser auf die individuelle Tumorsituation abzustimmen.
Univ.-Prof. Falk Röder, Vorstand der Universitätsklinik für Radiotherapie und Radio-Onkologie, verweist darauf, dass sich Gebärmutterhalskrebs dank der HPV-Impfung heute vielfach verhindern lasse. Sollte dennoch eine Erkrankung auftreten, sei eine hochpräzise Behandlung entscheidend. Die neuen Möglichkeiten erlaubten es, die Bestrahlung auch bei komplexen Tumorsituationen exakt an die individuelle Anatomie anzupassen.

Jahrzehntelange Tradition weiterentwickelt

In Salzburg gehört die dreidimensionale Planung mit Bildern aus Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) schon seit Jahren zum Standard. Mit dem neuen System soll diese Planung noch genauer werden. Das gilt besonders bei schwierig geformten Applikatoren (Geräten, mit denen die Strahlung an den Tumor gebracht wird).
Univ.-Prof. Falk Röder sagt, die Brachytherapie (Bestrahlung von innen) habe an der Universitätsklinik eine lange Tradition. Sie sei schon seit Jahrzehnten ein wichtiger Teil der Krebsbehandlung mit Strahlen. Mit dem neuen System kann die Klinik ihr Wissen weiterentwickeln und mehr Behandlungen anbieten. Das Ziel ist eine moderne Behandlung, die zu jedem Menschen passt.
Jedes Jahr werden an der Klinik rund 2.000 Patientinnen und Patienten mit Strahlen behandelt. Das neue Brachytherapiesystem ergänzt das bisherige Angebot. Es bringt zusätzliche Möglichkeiten für eine genaue und individuelle Krebsbehandlung.

Quelle: https://presse.salk.at/news-neue-moeglichkeiten-fuer-praezise-krebsbehandlung-am-universitaetsklinikum-salzburg?id=249991&menueid=21350&l=deutsch

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