11,5 Millionen für Schutzwälder in Salzburg

Mona HopfingerMona Hopfinger
Schutzwald in Salzburg: Übersicht über Waldanteile und Investitionen 2016-2025
© nussdorf.at

Mehr als die Hälfte der Waldfläche in Salzburg dient dem Schutz vor Lawinen und Muren. Zwischen 2016 und 2025 flossen rund 11,5 Millionen Euro in die Pflege und Verbesserung dieser Schutzwälder – 5,7 Millionen davon vom Land Salzburg.

Abermillionen Fichten, Tannen, Lärchen, Buchen und Birken bilden in Salzburg einen wichtigen Sicherheitsanker gegen Naturgefahren. Von der gesamten Waldfläche des Bundeslandes sind 196.346 Hektar als Schutzwald klassifiziert – das entspricht mehr als der Hälfte aller Wälder. Diese schützen Siedlungen, Infrastruktur und Stromleitungen vor Lawinen und Muren.

In den vergangenen zehn Jahren haben Land, Bund und Grundstückseigentümer gemeinsam investiert. Das Land Salzburg steuerte dabei 5,7 Millionen Euro bei, der Bund 1,5 Millionen Euro und die Grundstückseigentümer 4,3 Millionen Euro.

Klimawandel erfordert Umdenken

Die Bedeutung des Schutzwaldes wird oft erst bewusst, wenn seine Funktion nicht mehr vollständig erfüllt werden kann. Fehlt der Wald an Hängen, kommt es zu Erosion, der Wasserabfluss verändert sich und Muren sowie Rutschungen werden schneller ausgelöst. Der Klimawandel macht es notwendig, die geeigneten Baumarten für verschiedene Höhenlagen neu zu bestimmen.

Darauf lenkt auch die aktuelle Woche des Schutzwaldes die Aufmerksamkeit, eine Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

Aigner: Wirksamste Form der Vorsorge

Landesrat Maximilian Aigner betont die Bedeutung intakter Schutzwälder: „Ein intakter Schutzwald gibt der Bevölkerung Sicherheit. Zugleich ist er eine der wirksamsten und wirtschaftlichsten Formen der Vorsorge vor Naturgefahren.“ Experten des Landes und der Bezirksverwaltungsbehörden stünden täglich im Austausch mit Grundeigentümern, um den Wald zu pflegen. Schädlinge, Schneedruck, Wind und Hitze würden den Bäumen zusetzen.

Für Schulen gibt es ein Workshop-Programm, um bereits jungen Menschen die Bedeutung des Schutz- und Lebensraums Wald näherzubringen.

Göriach als Vorzeigeprojekt ausgezeichnet

In der Lungauer Gemeinde Göriach betreut die Agrargemeinschaft rund 1.200 Hektar Waldfläche, davon etwa 500 Hektar Schutzwald mit teils extremen Geländeverhältnissen. Die Fläche ist etwas größer als der Obertrumer See.

Aigner hebt das Engagement hervor: Grundeigentümer hätten sich zusammengeschlossen, um der Allgemeinheit bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Mit innovativen Ideen und dem Ziel, auch künftigen Generationen einen klimafitten, gepflegten Schutzwald zu hinterlassen, werde der Wald betreut. Er sorge für Schutz vor Naturgefahren und sei gleichzeitig ein beliebtes Naherholungsgebiet. Das Projekt wurde 2024 mit dem Staatspreis Wald ausgezeichnet.

Regionale Verteilung der Investitionen

Die Schutzwaldflächen verteilen sich unterschiedlich auf die Regionen: Im Pinzgau sind es 74.478 Hektar, im Pongau 58.700 Hektar, im Lungau 29.811 Hektar, im Tennengau 20.330 Hektar, im Flachgau 12.084 Hektar und in der Stadt Salzburg 633 Hektar.

Bei den Investitionen zwischen 2016 und 2025 liegt der Lungau mit rund fünf Millionen Euro an der Spitze, gefolgt vom Pinzgau mit 4,3 Millionen Euro, dem Pongau mit 2,1 Millionen Euro und dem Tennengau mit rund 100.000 Euro. Zusätzlich unterstützt das Land Salzburg aktuell Verbauungsprojekte der Wildbach- und Lawinenverbauung mit insgesamt 5,5 Millionen Euro.

Rund um die Uhr im Blick

Landesforstdirektor Michael Mitter erklärt, die Landesforstdirektion habe Salzburgs Wälder ständig im Blick – sowohl hinsichtlich der Waldbrandgefahr als auch des Schutzwaldes. „Einen vollständigen Schutz vor den Auswirkungen von Naturgefahren gibt es leider nicht. Wir können aber gezielt Beiträge leisten, um diese Auswirkungen zu verringern.“ Davon profitierten die Bevölkerung und Gäste gleichermaßen.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Salzburgs_Schutzwaelder_Ein_Bollwerk_gegen_Lawinen_und_Muren

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