Salzburg: Jeder zweite Schwerverletzte verunglückt mit Rad

Obwohl die Unfallzahlen in Salzburg seit 2017 sinken, zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Fast die Hälfte aller schwerverletzten oder getöteten Personen im Bundesland war mit einem Fahrrad oder E-Scooter unterwegs.
Salzburg verzeichnet seit 2017 einen kontinuierlichen Rückgang bei Verkehrsunfällen und Verletzten – und das trotz deutlich gestiegenen Verkehrsaufkommens. Doch eine Entwicklung bereitet den Verantwortlichen Sorgen: Laut Unfalldaten der Jahre 2022 bis 2025 ist beinahe jede zweite schwerverletzte oder getötete Person im Bundesland mit einem Fahrrad oder E-Scooter verunglückt.
E-Bikes: 80 Prozent Alleinunfälle
Elektromotoren in Fahrrädern und Scootern ermöglichen es, ohne größere Kraftanstrengung jede gewünschte Distanz zurückzulegen. Besonders im Radverkehr wurden dadurch neue Zielgruppen erschlossen. Doch E-Bikes unterscheiden sich in Geschwindigkeit und Fahrdynamik deutlich von herkömmlichen Fahrrädern – das spiegelt sich in den Unfallstatistiken wider.
Zahlen der Statistik Austria für die Jahre 2023 und 2024 zeigen: 80 Prozent der Unfälle mit schwerverletzten oder getöteten E-Bike-Fahrenden passierten ohne Fremdeinwirkung. Bei konventionellen Fahrrädern lag dieser Anteil hingegen nur bei 60 Prozent.
Land setzt auf Kurse und Kontrollen
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) betont, dass E-Bikes und E-Scooter zunehmend in schwere Unfälle verwickelt seien. Das Land Salzburg reagiere mit einer Kombination aus Präventionsarbeit, Infrastrukturausbau und gezielten Kontrollen. Unter anderem werden vom Land geförderte E-Bike-Kurse angeboten, um den Umstieg vom klassischen Fahrrad zu erleichtern. Auch die Verkehrssicherheitskampagne „Lass dich nicht ablenken!“ sei Teil der Maßnahmen.
Die absoluten Zahlen verunglückter Personen verdeutlichen den Trend: Während 2017 noch 1.865 Personen mit dem Pkw und 842 mit dem Rad verunglückten, waren es 2025 bereits 1.355 Personen mit dem Pkw, 1.165 mit dem Rad und 215 mit dem E-Scooter.
Schwerpunkt auf E-Scooter-Kontrollen
Das Thema E-Mobilität werde auch im derzeit ausgearbeiteten Verkehrssicherheitsprogramm 2026-2035 eine besondere Rolle spielen, so Schnöll. Bei E-Scootern soll es in Abstimmung mit der Landespolizeidirektion zu vermehrten Schwerpunktkontrollen kommen. Fast ein Drittel dieser Unfälle passiere am Nachmittag oder Abend – dabei spielten vor allem Alkohol und Drogen eine Rolle.
Verkehrstote um 45 Prozent gesunken
Trotz eines Anstiegs der motorisierten Fahrzeuge um 51.000 zwischen 2017 und 2025 hat sich die allgemeine Verkehrssicherheit in Salzburg verbessert. Die Zahl der Unfälle sank von 3.030 auf 2.995 (minus ein Prozent), die Zahl der Verunglückten von 3.836 auf 3.668 (minus vier Prozent). Bei den Verkehrstoten beträgt der Rückgang sogar 45 Prozent: von 44 im Jahr 2017 auf 24 im Jahr 2025.
Schnöll bekräftigt sein Ziel der „Vision Zero“: Niemand solle im Straßenverkehr sterben. Jeder Todesfall und jede Verletzung sei einer zu viel.
Quelle: https://www.nussdorf.at/Verkehr_Seit_2017_sinkende_Unfallzahlen_in_Salzburg
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