Salzburg: Kokain-Sicherstellungen steigen deutlich

In Salzburg wurden 2025 insgesamt 2.228 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz registriert. Während Cannabis weiterhin die häufigste illegale Droge bleibt, nimmt Kokain stark zu und spielt bereits bei einem Drittel der Anzeigen eine Rolle, so das Bundeskriminalamt.
Die Zahl der Anzeigen wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz ist in Salzburg im Jahr 2025 leicht gestiegen. Mit 2.228 registrierten Fällen wurden elf Anzeigen mehr als im Vorjahr verzeichnet. Dabei sanken die schweren Verbrechenstatbestände auf 197 Fälle, während die Vergehen auf 2.031 Fälle anstiegen. Das geht aus dem aktuellen Suchtmittelbericht des Bundeskriminalamts hervor.
Cannabis dominiert, Kokain auf dem Vormarsch
Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Substanz und ist bei rund 71,5 Prozent der Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz der Grund. Gleichzeitig verzeichnen die Ermittlungsbehörden einen deutlichen Anstieg bei Kokain. Die Droge hat sich mittlerweile in weiten Teilen der Gesellschaft etabliert und ist bereits bei 32,5 Prozent der Anzeigen relevant.
Die Qualität der angebotenen Substanzen steigt kontinuierlich an. Kokain ist leichter verfügbar, wird häufiger konsumiert und weist einen immer höheren Reinheitsgehalt auf, stellen die Ermittler fest. Zur Streckung werden vor allem Zucker, Koffein, Laktose und Lidocain verwendet.
Einzelsicherstellungen beeinflussen Statistik
Der Rückgang bei den Anzeigen bei gleichzeitig gestiegenen Sicherstellungsmengen sei auf große Einzelsicherstellungen zurückzuführen, erklärte Daniel Lichtenegger, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität des Bundeskriminalamts. Zudem würden sich Umfang und Schwerpunktsetzung polizeilicher Kontrollen und Ermittlungen auf das Anzeigenaufkommen auswirken.
Die Zahl der Anzeigen schwanke immer: „Wir waren schon bei über 40.000, aber auch schon bei 20.000 Anzeigen – und das bei gleichem Personalstand“, so Lichtenegger.
Sichergestellte Mengen steigen deutlich
Wie in den Vorjahren war auch 2025 Cannabis die am häufigsten sichergestellte Droge. Insgesamt wurden rund 2,8 Tonnen Cannabisprodukte sichergestellt, im Jahr 2024 waren es noch 2,5 Tonnen. Zudem entdeckten die Ermittler 290 Cannabisplantagen.
Bei Kokain wurden knapp 275 Kilogramm beschlagnahmt, rund 15 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Die Droge sei in Österreich in den vergangenen Jahren ein größeres Thema geworden. Der Wirkstoffgehalt lag im Vorjahr bei über 80 Prozent. Hinzu komme, dass die Preise im Großhandel auf unter 20.000 Euro pro Kilo gesunken seien. Es gebe „hohe Qualität zu guten Preisen“, formulierte es Lichtenegger.
Bei synthetischen Suchtmitteln wurden rund 37 Kilogramm Methamphetamin sichergestellt – ein Plus von mehr als 200 Prozent gegenüber 2024. Bei Ecstasy-Tabletten wurden knapp 113.600 Stück beschlagnahmt, ein Anstieg von rund 350 Prozent. Auch in diesem Bereich trugen große Einzelsicherstellungen zur starken Zunahme bei.
Dieses Bild zeige sich laut Lichtenegger auch bei Ketamin. 259 Kilogramm der Droge wurden 2025 in Österreich beschlagnahmt. Auch andere Neue Psychoaktive Substanzen würden laufend beobachtet werden, da sich Wirkstoffe und Zusammensetzungen rasch verändern können.
Organisierte Kriminalität als Herausforderung
Zentral sei im Bereich der Suchtmitteldelikte der Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Internationale Netzwerke würden immer vernetzter und professioneller agieren, erläuterte Lichtenegger. Er forderte, dass die Ermittlungsbehörden die nötigen technologischen Mittel in die Hand bekommen.
Als Beispiel nannte er die „Operation Achilles“ zur Bekämpfung krimineller Netzwerke, die über verschlüsselte Kryptomessengerdienste operieren. Hier warte man auf ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs, in dem entschieden wird, ob von ausländischen Behörden erhobene Daten verschlüsselter Handys hierzulande in Prozessen verwertet werden dürfen. Wäre das nicht mehr so, „würde die organisierte Kriminalität sofort darauf reagieren“, sagte Lichtenegger. Österreich würde dann zu einer „Insel der Seligen für die Kriminellen“.
Digitalisierung erschwert Ermittlungen
Auch abgesehen von Krypto-Handys stellt die zunehmende Digitalisierung im Drogenhandel die Ermittlerinnen und Ermittler vor Herausforderungen. Neben dem klassischen Straßenhandel würden auch soziale Medien, Messenger-Dienste, geschlossene Chatgruppen, Paketversand und andere digitale Vertriebswege eine zunehmende Rolle spielen.
Suchtmittel werden teilweise an vereinbarten Orten hinterlegt oder über Kurier- und Liefermodelle weitergegeben. Wechselnde Kommunikationsmittel und digitale Bezahlsysteme würden die Ermittlungen zusätzlich erschweren.
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