Salzburg radelt: 3,5 Millionen Kilometer sind neuer Rekord

Mona HopfingerMona Hopfinger
Fahrrad mit Kinderanhänger und Anzug vor Bergkulisse, Kilometerstein mit 3,5 Millionen, "Neuer Rekord"-Banner
© Mit KI (Gemini) generiert

Über 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bei der Aktion „Salzburg radelt“ heuer einen neuen Rekord aufgestellt. Von März bis September wurden insgesamt 3,5 Millionen Kilometer gesammelt – das entspricht 88 Erdumrundungen.

Zwischen 20. März und Ende September haben exakt 4.102 Personen an der Initiative „Salzburg radelt“ teilgenommen. Die registrierten 3.523.433 Kilometer bedeuten eine CO₂-Einsparung von etwa 622.000 Kilogramm.

Standesbeamter fährt mit E-Bike zu Hochzeiten auf Almen

Zu den Teilnehmern zählt Wolfgang Ainz, Standesbeamter aus Faistenau. Er legt seine Dienstwege zu Trauungen auf den Bergen der Umgebung mit dem Fahrrad zurück. Kleidung und Heiratsurkunden transportiert er in einem wetterfesten Radanhänger, manchmal auch eines seiner Instrumente.

Um nicht verschwitzt oder verschmutzt vor die Hochzeitsgesellschaft zu treten, plant Ainz je nach Außentemperatur genug Zeit zum Frischmachen und Umziehen ein. Ihm ist wichtig, sich dem Brautpaar optisch anzupassen. Dafür steht daheim ein Doppelschrank mit Gewand in allen denkbaren Farbnoten bereit.

„Wäre ja wirklich schade, wenn auf den vielen Fotos, die entstehen, der Standesbeamte under- oder overdressed wäre“, erklärt Wolfgang Ainz.

500 Kilometer dienstlich, 2.000 privat

Pro Jahr legt der Standesbeamte rund 500 Kilometer dienstlich in der Umgebung von Faistenau zurück. Bei 20 bis 30 Trauungen jährlich, die meisten davon im August, summiert sich die Wegstrecke.

Die Idee mit dem Rad sei entstanden, weil er mit dem Auto immer wieder andere Gäste oder Wanderer eingestaubt habe, so Ainz. Er sieht sich als einen der wenigen, wenn nicht den Einzigen in Österreich, der auf Almen von Faistenau bis in die Osterhorngruppe nach Hintersee als Standesbeamter mit dem Rad unterwegs ist.

Zusätzlich zu den dienstlichen Kilometern fährt Wolfgang Ainz etwa 2.000 Kilometer privat. Alle Strecken trägt er bei „Salzburg radelt“ ein. „Radfahren ist für mich sehr wichtig, vor allem die Strecken auf die Almen, wo man von der Geschwindigkeit des Alltags runterkommt“, sagt er.

Radverkehrsbeauftragter mit vielen Projekten

Hauptberuflich leitet Ainz die Finanzverwaltung von Faistenau und ist zusätzlich Radverkehrsbeauftragter der Gemeinde. In dieser Funktion wurden überdachte Radabstellplätze an neuralgischen Punkten geschaffen, Fahrsicherheitstrainings und Radlerfrühstücke veranstaltet. Besonders stolz ist er darauf, dass Faistenau als einzige Gemeinde in Salzburg Jobräder anbieten kann.

Aktion seit 2019 etabliert

„Salzburg radelt“ ist eine gemeinsame Initiative der teilnehmenden Bundesländer und des Bundes, um das Radfahren attraktiver zu machen. Zielgruppe sind Gelegenheitsradfahrer, die motiviert werden sollen, öfter zu fahren. Zwischen 20. März und 30. September werden Rad-Kilometer gesammelt und in eine App oder auf der Webseite eingegeben – alleine oder im Team.

Die Aktion besteht seit 2019. Damals wurden in Salzburg noch 1,5 Millionen Kilometer und rund 2.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt. Im Vorjahr waren es bereits mehr als 4.000 Radfahrerinnen und Radfahrer mit insgesamt 3,16 Millionen Kilometern.

Die Aktion Winterradeln startet heuer am 11. November 2026 und läuft bis 11. Februar 2027.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Salzburg_radelt_Mehr_als_3_5_Millionen_Kilometer_bedeuten_neuen_Rekord

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