Salzburg Summit: Blinken ruft Europa zu mehr Eigenständigkeit auf

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Von 22. bis 24. Juli fand in Salzburg der siebente Salzburg Summit der Industriellenvereinigung statt. Unter dem Motto „Alliances in a New Global Order“ diskutierten Spitzenpolitiker und Wirtschaftsvertreter über die Neuordnung der Welt.

Die Industriellenvereinigung (IV) lud von 22. bis 24. Juli 2026 zum siebenten Mal zum Salzburg Summit. Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien trafen sich, um über zentrale Herausforderungen einer neu entstehenden Weltordnung zu sprechen.

Blinken fordert selbstbewusstes Europa

Nach der Eröffnung durch IV-Präsident Georg Knill und Begrüßungsworten von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Festspielpräsidentin Kristina Hammer startete die Konferenz mit einer geopolitischen Standortbestimmung. OeNB-Präsident Johannes Hahn und Sabine Mauderer, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, sprachen über die neue Geoökonomie.

Als prominentester Gast trat der 71. US-Außenminister Antony J. Blinken auf. Er forderte Europa auf, sich stärker zu emanzipieren, selbstbewusst aufzutreten und Verantwortung in internationalen Allianzen zu übernehmen.

Europaministerin Claudia Bauer und der deutsche Staatsminister für Europa, Gunther Krichbaum, diskutierten, wie Europa aus alten Abhängigkeiten bei Sicherheit, Energie und Absatzmärkten heraustreten kann. EU-Kommissar Magnus Brunner ordnete die Verschiebung der globalen Machtbalance ein.

Weitere Geopolitik-Sessions befassten sich mit Europas Rolle im Wiederaufbau der Ukraine – mit EIB-Vizepräsident Karl Nehammer – sowie der Frage, wie sich der Kontinent zwischen den USA und China als Regelgestalter positionieren kann. Am zweiten Konferenztag sprach der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau über globale Allianzen, das Verhältnis zu den USA und die Komplexität Europas.

Vier Panels zu Europas Wettbewerbsfähigkeit

Das Programm umfasste vier Panels zu Themen, die über Europas künftige Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Bei „Enabling Tomorrow's Innovation – Life Sciences in a New Global Reality“ diskutierten unter anderem Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Steffen Lang, President Operations bei Novartis, und Elly Tanaka, Scientific Director am IMBA der Austrian Academy of Sciences, über Europas Rückstand bei der Übersetzung von Forschung in marktreife Innovation.

Das Panel „America in Transition – A European view from inside the media landscape“ mit Mark Thompson, CEO von CNN, und Gerhard Zeiler, President von Warner Bros. Discovery International, widmete sich der Zukunft der Medien und dem öffentlichen Diskurs in Zeiten der Polarisierung.

„Defence, Technology and the Future of Security“ beleuchtete im Gespräch mit Markus J. Beyrer, Generaldirektor von BusinessEurope, und Harald Vodosek, Rüstungsdirektor Österreich, wie Europa Verteidigungsfähigkeit, Cybersicherheit und Dual-Use-Innovation zusammendenken kann.

Bei „AI, Quantum and the next Technology Revolution“ diskutierten Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner und Staatssekretär Alexander Pröll gemeinsam mit internationalen Tech-Vertretern, wie Europa im globalen Wettlauf um KI und Quantentechnologien eigene Standards setzen kann.

„Der 7. Salzburg Summit hat gezeigt: Wir kennen die Richtung, jetzt geht es darum, die Segel zu setzen“, so Knill. Die Welt ordne sich neu – bei Lieferketten, Energiesicherheit und Allianzen. Wer in dieser Phase abwarte, werde von anderen gestaltet. Österreich und Europa hätten mit ihrer industriellen Substanz, ihrem Vertrauen in Zentral- und Osteuropa und ihrer Innovationskraft alles, um diese neue Ordnung aktiv mitzugestalten – wenn jetzt mit Entschlossenheit gehandelt werde.

Deep Dives und Vernetzung

Ergänzt wurde das Hauptprogramm durch parallele Deep-Dive-Formate zu Themen wie Europas Verteidigungsindustrie, Energie als Zukunftsstrategie, Österreichs Startup-Ökosystem sowie KI und Biotech. Daran nahmen unter anderem Vertreter von Rheinmetall MAN, Thales, OMV, A1 und internationalen Life-Science-Unternehmen teil.

Formate wie die AI Afterwork Drinks und das Salzburg Summit Get Together boten Raum für Vernetzung zwischen Politik, Wirtschaft und Medien.

Zu den Partnern des Events zählten unter anderem die Raiffeisenbank International AG, Pharmig, Verbund, Austrian Airlines, ÖBB und die European Investment Bank. Als strategische Partner fungierten BusinessEurope, McKinsey and Company, IMD sowie der Salzburg Europe Summit.

Quelle: OTS

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