Salzburg: Verkehr um 1.000 Fahrten pro Tag reduziert

Die Sommerregelung mit Zufahrtsbeschränkungen in Salzburg hat das angestrebte Ziel erreicht. Die Zahl der Pkw-Fahrten durch die Stadt sank um 1.000 am Tag, so der ORF.
Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) und Planungsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) haben in einer Aussendung eine positive Bilanz der Maßnahme gezogen. Demnach sei die angestrebte Verringerung der täglichen Pkw-Fahrten erreicht worden. Weitere Kennzahlen würden diese Entwicklung untermauern.
So wurden auf den Park-&-Ride-Anlagen insgesamt 14.896 Kombitickets für Parken und öffentlichen Verkehr verkauft. Das entspricht einem Plus von rund 5.400 Tickets gegenüber 2025. Auch die Auslastung der Altstadtgaragen ging zurück: Sie waren lediglich an 22 Tagen vollständig belegt, im Jahr davor noch an 43 Tagen. Zudem habe sich der Verkehrsfluss auf wichtigen Straßen im Innenstadtbereich verbessert.
Auf den beobachteten Ausweichrouten konnten keine zusätzlichen Verkehrsbelastungen festgestellt werden. Für besonders verkehrsintensive Tage sei eine Verringerung von bis zu 1.000 Fahrten nach Einschätzung der Experten plausibel.
Wirtschaftskammer bleibt kritisch
Als besonders herausfordernd gelten in Salzburg seit jeher Regentage während der Sommermonate. Zahlreiche Urlaubsgäste aus dem Umland nutzen dann das Schlechtwetter für Ausflüge in die Stadt, was regelmäßig zu erheblichen Verkehrsbehinderungen bis hin zum Stillstand führt. Davon betroffen sind neben dem öffentlichen Verkehr auch Einsatzfahrzeuge.
Die Wirtschaftskammer Salzburg, die ebenso wie ÖVP und FPÖ die Sommerregelung kritisiert hatte, bewertet die Ergebnisse zurückhaltend. Der verbesserte Verkehrsfluss sei vor allem auf die lange Phase mit gutem Wetter zurückzuführen. Aus Sicht der Wirtschaft hätten die Zufahrtsbeschränkungen weder eine nachvollziehbare noch eine nachhaltige Lösung der Verkehrsprobleme dargestellt.
Anpassungen für 2027 geplant
Von den Durchfahrtsbeschränkungen betroffen waren Fahrzeuge ohne Kennzeichen aus Salzburg-Stadt (S), Salzburg-Umgebung (SL), Hallein (HA) oder dem Berchtesgadener Land mit den Kennzeichen BGL, BGD, REI und LF. Ausnahmen galten unter anderem für den Lieferverkehr, Hotelgäste, Menschen mit Behinderung sowie Personen mit einem nachweisbaren Arbeitsplatz in der Altstadt.
Die rot-rot-grüne Stadtregierung plant, die Regelung im Jahr 2027 weiter zu verschärfen. Als Argument verweist sie auf die breite Zustimmung in der Bevölkerung. Laut einer Befragung unter 510 Salzburgerinnen und Salzburgern sprachen sich 78 Prozent für die Zufahrtsbeschränkung des auswärtigen Durchzugsverkehrs aus.
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