Salzburg zählt 36.100 Schafe in 1.435 Betrieben

Pia ProdingerPia Prodinger
Schaf mit Nummer 279 und vier Personen in Tracht vor Bergkulisse
© Photo-graph D. Sochor, makeART Studio - Matthias Kendler

Die Schafpopulation in Salzburg ist seit dem Jahr 2000 um rund 20 Prozent gewachsen. Das Zuchtgebiet Mitterpinzgau feierte am Sonntag in Rauris mit einer Ausstellung sein 60-jähriges Bestehen.

In Salzburg werden derzeit rund 36.100 Schafe gehalten – von Muttertieren bis zu Lämmern. Die Tiere verteilen sich auf 1.435 Betriebe im Bundesland. Vor 26 Jahren waren es noch knapp 30.000 Tiere, was einem Anstieg von etwa 20 Prozent entspricht.

Zu den in Salzburg heimischen Rassen zählen unter anderem das Alpine Steinschaf, das Tiroler Bergschaf und die Walliser Schwarznasen. Insgesamt werden zwölf verschiedene Rassen gezüchtet.

Jubiläumsausstellung in Rauris

Das Zuchtgebiet Mitterpinzgau beging am Sonntag in Rauris sein 60-Jahr-Jubiläum mit einer eigenen Ausstellung. 51 Aussteller präsentierten dem Publikum 420 Schafe aus sechs verschiedenen Rassen: Tiroler Bergschaf, Alpines Steinschaf, Walliser Schwarznasen, Tiroler Steinschaf, Juraschaf sowie Braunes Bergschaf in den Farbschlägen braun, schwarz und gescheckt.

An der Veranstaltung nahmen Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek, Landesrat Maximilian Aigner, Johann Langreiter (Obmann des Salzburger Landesverbandes für Schafe und Ziegen) sowie Bürgermeister Peter Loitfellner teil.

Sechs Zuchtgebiete im Bundesland

Neben dem Mitterpinzgau existieren in Salzburg fünf weitere historisch gewachsene Zuchtgebiete: der Oberpinzgau, das Zuchtgebiet Hohe Tauern mit Gasteiner- und Großarltal, die Niederen Tauern mit dem Lungau und rund um Pfarrwerfen, das Alpenvorland rund um Kuchl und dem Lammertal sowie der Flachgau.

Das Mitterpinzgau ist mit zwölf verschiedenen Rassen das größte Zuchtgebiet im Bundesland.

Vielseitige Nutztiere

Schafe erfüllen zahlreiche Funktionen: Sie dienen der Landschaftspflege, liefern Wolle, Fleisch, Milch und Käse und fungieren als natürliche Düngerlieferanten. Rund die Hälfte der Salzburger Schafe verbringt den Sommer auf der Alm.

Landesrat Aigner bezeichnete die Tiere als „wichtigen Eckpfeiler bei der Erhaltung unserer Kulturlandschaft“. Am Berg seien sie auch ein Partner in puncto Sicherheit, da sie im Sommer das Gras kurz halten und so die Bildung von rutschigen Altgrasflächen verhindern helfen. Die Schafhaltung sei stark kleinstrukturiert – im Schnitt halten die Betriebe rund 25 Tiere.

Wolfsmanagement als Streitthema

Landeshauptfrau-Stellvertreterin Svazek verwies auf drei tote Schafe, die vor gut einer Woche in Unken aufgefunden wurden. Mit großer Wahrscheinlichkeit habe ein Wolf die Tiere gerissen. Das Land habe umgehend mit der Ausweitung der bestehenden Maßnahmenverordnung gehandelt.

„Wer die Almwirtschaft in Salzburg erhalten will, muss die Schafzucht und Jagd als enge Partner ansehen“, betonte Svazek. Die Tiere seien dem Wolf schutzlos ausgeliefert. Ein Herdenschutz sei im hochalpinen Raum schlicht und einfach nicht umsetzbar. Die einzige Möglichkeit sei ein effektives Wolfsmanagement.

Langreiter gibt Obmann-Funktion ab

Johann Langreiter aus Rauris ist seit 25 Jahren Obmann des Zuchtgebiets Mitterpinzgau und wurde am Sonntag für seinen jahrzehntelangen Einsatz geehrt. Bei der Neuwahl im kommenden Jahr wird er die ehrenamtliche Aufgabe an einen Nachfolger abgeben.

Langreiter beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Schafen. Sein Herz hätten die Walliser Schwarznasen erobert. Bereits bei der Geburt könne man erkennen, ob ein Lamm für die Züchtung geeignet sei oder nicht. Ganz wichtig seien die tiefschwarzen Ohren oder das schwarz eingefärbte Gesicht.

Der Wolf sei ein sehr emotionales Thema. Auch in Rauris seien Tiere gerissen worden. Seit die Raubtiere bejagt werden, habe sich die Situation für die Schafbauern deutlich verbessert, so Langreiter.

Landesschau der Ziegen in einer Woche

In exakt einer Woche findet die Landesschau der Ziegen statt, die alle zehn Jahre in Salzburg abgehalten wird. Auf dem Gelände des Rinderzuchtverbandes in Maishofen werden 70 Züchter ihre 380 Tiere der Rassen Tauernschecken, Pinzgauer Ziegen, Pinzgauer Strahlenziegen und Pfauenziegen präsentieren. Zusätzlich zeigen die Jungzüchter ihr Können.

Insgesamt werden derzeit mehr als 10.000 Ziegen von den Landwirten in Salzburg gehalten.

Quelle: https://www.bruck-grossglockner.at/Schafpopulation_in_Salzburg_waechst_kontinuierlich

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