Salzburger Kardiomobil betreut Herzpatienten

Mona HopfingerMona Hopfinger
Heimmonitoring: Telemedizin Kardiomobil Salzburg mit Blutdruckmessgerät und Herzsymbol
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein Salzburger Vorsorgemodell unterstützt seit 2004 Menschen mit Herzinsuffizienz durch Hausbesuche und Schulungen. Seit 2025 gibt es mit Kardiomobil PLUS auch eine telemedizinische Erweiterung für Hochrisikopatienten.

Das Programm Kardiomobil begleitet seit 2004 Betroffene mit Herzinsuffizienz durch Beratung, Schulung und Betreuung in den eigenen vier Wänden. Im Jahr 2025 wurde das Angebot um Kardiomobil PLUS erweitert, das besonders gefährdete Patientinnen und Patienten telemedizinisch versorgt. Ziel ist es, den Umgang mit der Erkrankung zu verbessern und zusätzliche Krankenhausaufenthalte zu verhindern.

Insgesamt wurden bisher rund 5.000 Patientinnen und Patienten in beiden Programmen betreut. Seit 2004 führte das AVOS-Pflegeteam über 12.000 Hausbesuche durch. Die Wirksamkeit des Modells zeigt sich auch an den Erfahrungen von Betroffenen wie Karl Leitner (66) aus Hallwang, der Kardiomobil PLUS von Ende September bis Anfang Dezember 2025 absolvierte.

Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen

Landesrätin Daniela Gutschi sieht in Kardiomobil PLUS einen wichtigen Baustein der Digitalisierungsstrategie des Landes Salzburg im Gesundheitswesen. „Bis 2030 sollen digitale Anwendungen die Versorgung im gesamten Bundesland modernisieren und die Gesundheitsqualität erhöhen“, erklärt Gutschi. Das Projekt zeige, wie digitale Medizin die Behandlungsqualität steigere und Angehörige, Pflegekräfte sowie das gesamte System entlaste.

Patient berichtet von sicherer Betreuung

Karl Leitner aus Hallwang erlitt im August 2025 Atemnot und ein Beinödem – nach einem Myokardinfarkt im Jahr 2013. Die Diagnose lautete Herzinsuffizienz. Er wurde direkt aus dem Spital in Kardiomobil PLUS zugewiesen. Nach der Geräteeinschulung maß er täglich seine Werte. „Damit bin ich gut zurechtgekommen und habe die benötigten Messungen regelmäßig gleich in der Früh durchgeführt“, berichtet Leitner.

Besonders wichtig war ihm die Kombination aus Hausbesuchen und Telemonitoring. „Ich habe mich durch die Hausbesuche und die digitale Begleitung sicher im Umgang mit der Erkrankung gefühlt“, sagt der 66-Jährige. Er schätzte den regelmäßigen Kontakt zum Pflegepersonal und die Möglichkeit, bei Fragen rasch Unterstützung zu erhalten. Heute, rund ein Jahr später, geht es ihm gesundheitlich sehr gut. Seine Empfehlung: „Gerade am Anfang ist es wichtig, geschultes Personal an der Seite zu haben und umfassend betreut zu werden.“

Entwicklung seit 2003

Dr. Johann Altenberger entwickelte Kardiomobil 2003, um den Kreislauf rascher Wiedereinweisungen ins Spital zu durchbrechen. Seit 2004 begleitet das AVOS-Pflegeteam Patientinnen und Patienten drei Monate lang zu Hause – mit Schulungen, Beratung und Telenursing.

Kardiomobil PLUS erweitert seit 2025 die Betreuung für Hochrisikopatientinnen und -patienten: Nach dem Spitalaufenthalt werden Vitalwerte wie Blutdruck und Gewicht täglich digital übermittelt. Das Team reagiert bei Auffälligkeiten sofort und kann die Medikation rasch anpassen.

Finanzierung und Erfolge

Kardiomobil wird von der ÖGK, der BVAEB und der SVS bezahlt. Kardiomobil PLUS bezahlt der Salzburger Gesundheitsfonds (SAGES). Für die Teilnehmenden kostet es nichts.
Der Erfinder des Programms hebt den Nutzen hervor: „Neben wesentlich geringeren Zahlen bei der Rehospitalisierung konnte sogar die Sterblichkeit gegenüber einer Kontrollgruppe, die nicht am Kardiomobil teilgenommen hat, deutlich reduziert werden”, sagt Dr. Johann Altenberger.
Bei Kardiomobil PLUS nahm man von 2025 bis September 2026 189 Personen auf. Es gab 609 Hausbesuche, und 151 Teilnahmen wurden erfolgreich abgeschlossen.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Salzburger_Erfolgsmodell_bei_Herzinsuffizienz_unterstuetzt_5_000_Betroffene

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