Salzburger Klinik rüstet Chirurgie gegen Hitze auf

Die Salzburger Landeskliniken haben die Fassade der Chirurgie West im Universitätsklinikum saniert.
Die Salzburger Landeskliniken (SALK) haben die Sanierung der Gebäudehülle an der Chirurgie West (Haus A) im Universitätsklinikum Salzburg abgeschlossen.
950 Quadratmeter Ostfassade erneuert
Im Fokus der Arbeiten stand die Ostfassade des ersten Bauteils, hinter der sich vor allem Patientenzimmer der Bettenstationen im zweiten bis vierten Obergeschoß befinden. Insgesamt wurden rund 950 Quadratmeter Fassadenfläche saniert.
„Mit dieser thermischen Sanierung wird die Aufenthaltsqualität in den Bettenstationen für die Patientinnen und Patienten deutlich erhöht und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert. Zudem wird in der Heizperiode der Energiebedarf gesenkt, weil das Gebäude nun weniger Wärme verliert“, betont Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP).
Alte Fassade nicht für Hitzewellen ausgelegt
Die bisherige Glasfassade stammte aus dem Jahr 2001 und war weder für die aktuellen Hitzewellen konzipiert noch technisch noch zeitgemäß. Messungen in den Jahren 2023 und 2024 ergaben im Sommer Temperaturen von über 40 Grad Celsius an den Fensterinnenseiten. Bereits am Morgen wurden in den Räumen rund 26 Grad gemessen. Eine Machbarkeitsstudie zeigte, dass verstärkte Kühlung ohne Sonnenschutz das Raumklima nicht ausreichend verbessern würde und zudem einen hohen Energieverbrauch verursachen würde.
Dreifachverglasung und automatischer Sonnenschutz
Die alte Glasfassade wurde durch eine wärmegedämmte Konstruktion ersetzt. Neue Fenster mit Dreifach-Isolierverglasung und thermisch getrennten Profilen sorgen für bessere Dämmung. Ein außenliegender, automatisch gesteuerter und hinterlüfteter Sonnenschutz hält die Wärme bereits vor dem Fenster ab. Auch im ersten Obergeschoß wird der Sonnenschutz erneuert.
40 Prozent weniger Wärmeverlust im Winter
Die neue Fassade soll auch in der Heizperiode Energie sparen. Laut bauphysikalischer Untersuchung sind rund 40 Prozent weniger Wärmeverluste durch die betroffene Fassade zu erwarten. Der Kostenrahmen von 2,6 Millionen Euro wurde eingehalten.
Umfassender Hitzeschutzplan mit drei Stufen
Die Fassadensanierung ist Teil eines umfassenden Hitzeschutzplans der SALK. Dieser kombiniert bauliche Verbesserungen mit Maßnahmen direkt auf den Stationen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Versorgung von Kindern und älteren Menschen sowie den Beschäftigten, die unmittelbar mit Patienten arbeiten.
Der Plan orientiert sich am Hitzeschutzplan des Landes und umfasst drei Aktionsstufen: In der kühleren Jahreszeit werden Erfahrungen ausgewertet und Maßnahmen weiterentwickelt. Im Sommer liegt der Schwerpunkt auf Fortbildung, Bewusstseinsbildung und Vorbereitung. Steht eine Hitzewelle bevor, setzt man vor Ort gezielte Schutzmaßnahmen um.
Frühwarnsystem durch GeoSphere Austria
Die Hitzeschutzbeauftragten der SALK erhalten direkte Benachrichtigungen von GeoSphere Austria. Grundlage des Verfahrens ist die Wetterprognose für die nächsten Tage. Die interne Warnstufe tritt in Kraft, wenn am jeweiligen Standort an drei Tagen mehr als 30 Grad oder an einem Tag mehr als 35 Grad erwartet werden.
Dann können die Teams auf den Stationen unter anderem die Versorgung mit Getränken und Mahlzeiten anpassen und Mobilisation (Bewegungsübungen) sowie Physiotherapie auf die Hitze abstimmen. Sie können außerdem Medikamente kontrollieren, die den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt beeinflussen. Welche Schritte konkret nötig sind, richtet sich nach den Bedürfnissen der Patienten und den Verhältnissen vor Ort.
Ventilatoren, Kühlwesten und Kühlmatten im Einsatz
In den letzten Sommermonaten haben die SALK weitere Maßnahmen eingeführt oder getestet:
Ventilatoren und mobile Klimageräte: Während Hitzewellen durften sie in bestimmten Bereichen laufen, nachdem die Krankenhaushygiene zugestimmt hatte. Die mobilen Klimageräte kamen dort zum Einsatz, wo Patient:innen und Mitarbeitende besonders unter der Hitze litten.
Kühlwesten für Beschäftigte: Sie wurden auf zwei Kinderstationen, einer gynäkologischen und einer geriatrischen Station ausprobiert.
Kühlmatten für Patienten: Sie wurden in der Geriatrie getestet.
Bauliche Ergänzungen: In der Geriatrie und an weiteren Stellen wurden Hitzeschutzfolien angebracht. Im Geriatrie-Gebäude entstand außerdem ein gekühlter Bereich.
Task-Force entwickelt Schutzplan weiter
Der Hitzeschutzplan wird von einer Hitze-Task-Force weiterentwickelt, in der mehrere Berufsgruppen zusammenarbeiten. Die Erlebnisse aus den Sommermonaten helfen dabei, besonders belastete Bereiche gezielt zu stärken. Neben raschen Maßnahmen bleibt auch der Umbau der Gebäude eine Aufgabe für die Zukunft. Viele ältere Gebäude entstanden nämlich für eine geringere Hitzebelastung. Darum spielen Neubauten und die künftige Bautätigkeit ebenfalls eine wichtige Rolle beim Hitzeschutz.
Hinweise zum Hitzeschutz für Patienten und Angehörige gibt es unter salk.at/nachhaltigkeit.
Worüber spricht Salzburg morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.